Wir bleiben beim Thema

23. Sep. 2016: Und nochmals: Guten Appetit!

In der Schrot & Korn gibt es eine Rubrik „Feine Kleinigkeiten“, in der Produkte vorgestellt werden. Die wurden nicht, wie ich früher in meiner Naivität dachte, wirklich von der Redaktion ausgesucht, sondern von Firmen dort (garantiert gegen Bares) platziert. Sofort fiel mir der „Snack für unterwegs“ ins Auge. Ist das lecker, schon der Name Tofu-Salat lässt bei mir richtig das Wasser im Munde zusammenlaufen… (ich sach‘ mal nicht, wofür!)

Zutaten gefällig?
Tofu* 42% (SOJABOHNEN* 55%, Wasser, Gerinnungsmittel: Magnesiumchlorid, Calciumsulfat), Sonnenblumenöl*, STAUDENSELLERIE* 9,2%, Gurken* 7,7%, Gemüsepaprika*, Sojadrink* (Wasser, SOJABOHNEN* 21%), Zwiebeln*, Weißweinessig*, Gemüsebrühe* (Meersalz, Hefeextrakt*, Sonnenblumenöl*, Lauch*, Karotten*, SELLERIE*, Macis*, Muskatnuss*, Petersilie*), Sojasauce* (Wasser, SOJABOHNEN*, WEIZEN*, Meersalz, Rohrohrzucker*, Kartoffelstärke*, Meersalz, SENFKÖRNER*, Branntweinessig*, Kurkuma*, Verdickungsmittel: Guarkernmehl*, Peperoni*, Tomaten*, Karotten*, Knoblauch*, Dill*, Pfeffer weiß*, Cayennepfeffer*, Kümmel*, Koriander*.

Für wahr, das Produkt beansprucht nur, Bio-Zutaten zu verwenden. Also von „lecker“ und „gesund“ (gern gesehene Keywords in Texten, weil sie die Leser auf sich ziehen) ist gar nicht die Reden. Auch von vollwertig nicht. Aber ich frage mich, ob man als Veganer wirklich so ein Sch… essen muss, so zwischendurch….

Vegan und schnell

22. Sep. 2016: Na endlich!

Dass veganes Essen nicht notwendigerweise gesund sein muss, hat sich bei einigen herumgesprochen. Bestätigt sah ich dies wieder einmal in einem neuen Produkt: Viva Vegan Express. Na toll. Eine vollwertige Tassenmahlzeit von Allos. Etwas, das so mausetot, weil in der Fabrik hergestellt und in einem Tütchen verwahrt, ist wie diese Tassenmahlzeit, ist so vollwertig wie ein Teller voller Gipsmehl. Allos … ja ja, das war auch einmal eine Marke, die ein Anliegen hatte.

Diese Tassenmahlzeit wurde „mit vollwertigen Cerealien“ hergestellt. Bloß nicht Getreide sagen, das riecht so… altmodisch. „Zubereitung ohne Kochen“. Super. Darauf habe ich immer schon gewartet. „Ohne Zusatz von Aromen“. Was waren das nochmal für Dinge, die auch auf Bio-Produkten nicht deklariert werden müssen?

Hier ein Beispiel für eine Zusammensetzung: „Couscous* (40 %), HAFERFLOCKEN*, Tomaten*(13 %), Amaranth* (7 %), DINKELFLOCKEN*, Rohrohrzucker*, HAFERKLEIE*, GRÜNKERNFLOCKEN*, Gemüsepaprika*, Meersalz, Sonnenblumeneiweißpulver*, Paprikapulver*, Sonnenblumenöl*, Pfeffer*, Knoblauch*, Petersilie*, Curcuma*, Oregano*, Kreuzkümmel*. Kann Spuren von Sellerie, Milch, Ei, Senf und Soja enthalten. Enthält folgende allergene Zutaten: Gluten.

Die Hervorhebung ist von mir. Wenn ICH ein veganes Produkt verkaufen würde, da würde ich aber drauf achten, dass die Fließbänder garantiert frei von Tierprodukten sind. Das nur am Rande. 😉 Guten Appetit….

Das Rezept der Woche

5. Juni 2016: Tiramisu mal anders

Tiramisu ist lecker und lebt vom Kontrast herb-süß. Varianten drehen sich meist um eine Fruchtfüllung oder die Creme. Ich habe hier einmal die Basis verändert, statt eines „saugfähigen“ Gebäcks habe ich Milchreis genommen. Das schmeckt auch sehr gut und ist zusätzlich gluten- und laktosefrei, vegan sowieso.

Milchreis-Tiramisu mit Frucht

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Finden könnt Ihr das Rezept wie immer hier.

Anwendung der Wilkesmannschen Formel

30. März 2016: Butterkuchen ohne Butter

Dieses Rezept ist sehr, sehr lecker. Mein einziger Fehler war, dass ich nur eine 18-cm-Springform, nicht ein ganzes Blech gebacken habe 🙂 Die Wilkesmannsche Formel zum Backen ohne Ei, ohne Tiereiweiß überhaupt und ohne Fett habe ich hier erfolgreich auf einen Hefeteig angewandt.

Sales8894Butterkuchen

  • Kaufen könnt Ihr das Rezept mit der Nummer 8894 (Nummer bitte in die Rubrik schreiben, wo Ihr dem Verkäufer eine Nachricht hinterlassen könnt; für 1 Euro): hier
  • Wer eine Sammelkarte hat, bestellt bitte per Email (Adresse im Impressum)
  • Wer eine Sammelkarte beginnen möchte, klickt: hier

 

Zebrakuchen nach Formel

23. März 2016: Die Wilkesmannsche Formel

Mein Vater hat als Statiker viel mit Formeln gearbeitet. Ob ihm wohl die Formel seiner Tochter auch zugesagt hätte? Die schon länger angekündigte Formel folgt nun in Theorie und mit einem praktischen Beispiel.

Wilkesmannsche Formel zum Backen ohne Fett, Eier und anderes Tiereiweiß:
100 g Fett = 100 g gekochte rote Linsen
1 Ei = 40 g Stützcreme + 20 g Apfelmark (bei herzhaftem Gebäck: 50 g Stützcreme, kein Apfelmark)
Backpulvermenge verdoppeln
Wenn im Rezept Flüssigkeit zugegeben wird: diese um 10-20% verringern

Je nach Kuchen, das variiert aber, kann man die Mehlmenge um 10% erhöhen, statt die Flüssigkeitsmenge zu reduzieren.

Vorgehen: Nach Ausrechnen der alternativen Zutaten die Flüssigkeiten zuerst mischen, dann die trockenen Zutaten unterrühren.

Ja, so einfach ist das. Wichtig: Gebäck, das so gebacken wird, schmeckt häufig erst am nächsten Tag richtig gut. Und nein, die roten Linsen schmecken nicht durch 🙂 Versuche mit gekochten weißen Bohnen oder Kichererbsen waren auch erfolgreich, erfordern jedoch mehr Planung. Rote Linsen sind in 20 Minuten fertig gekocht und einsatzbereit! Wenn der Fettanteil im Gebäck sehr hoch ist, kann man auch nur 2/3 durch gekochte Linsen und 1/3 durch mehr Stützcreme ersetzen. Ein bisschen experimentieren kann gelegentlich noch Nuancen verbessern.

Die Formel habe ich überprüft für Rühr-, Knet- und Hefeteige. Weitere Versuche stehen an. Ob sie auch mit nicht-vollwertigen Zutaten funktioniert, kann ich nicht sagen.

Ohne Thermomix: Die flüssigen Zutaten in einem starken Mixer mischen, das erstmalige Rühren auf Stufe 3 dient nur dazu, dass die Masse nicht gleich spritzt. Das Einarbeiten der Mehlmischung kann man mit dem Handrührgerät, Rührbesen vornehmen.

Ich habe auf diese Weise schon etliche „herkömmliche“ Rezepte umgearbeitet, und es hat immer funktioniert. Mit der Zeit entwickelt man auch ein bisschen Fingerspitzengefühl, ob man die Eier mit etwas weniger Menge ansetzt. Ein normal großes Ei wiegt 60 g.

So richtig überzeugt hat mich nach mehreren Jahren der Tests vor allem der Butterkuchen ohne Butter. Der war nur lecker 🙂 Kleine Warnung: Dieses ist eine Alternative, kein Ersatz. Das heißt, die Backwaren sind sehr lecker, aber schmecken natürlich nicht nach Butter. So ist das mit Alternativen.

WARNUNG: Erzähle niemandem, dass der Kuchen ohne Ei, Fett oder Sahne gebacken wurde. Erzähle es schon gar nicht vor dem Servieren und auch nicht hinterher – sonst werden alle den Kuchen auf einmal „eigenartig“ finden. Das ist eine unumstößliche Ereignisfolge.

Zebrakuchen

Als ich den ersten Zebrakuchen nach einem Rezept von Dr. Oetker gebacken habe (Dr. Oetker Rührkuchen von A-Z“, 2012, Seite 272), habe ich der eigenen Formel noch misstraut. Mir erschien das alles zu „flüssig“, also habe ich die Wasserzugabe und auch die Backpulvermenge geringer gehalten. Mit dem Erfolg, dass der Kuchen zwar lecker war, aber nicht so hoch ging, wie ich das erhofft hatte. Ich habe das Rezept dann für eine kleinere Springform wiederholt, weil ich nicht so viel Kuchen essen kann 🙂 Diesmal habe ich die Formel exakt angewendet. Da klappte schon das Auftragen des Teigs deutlich besser. Am Ergebnis hat sich erstaunlicherweise nichts geändert, diese Formelkuchen scheinen wohl recht tolerant bei den Zutaten.

Rezept

Für eine 24-cm-Springform; nach einem Rezept aus dem Buch „Dr. Oetker Rührkuchen von A-Z“, Seite 272. Ich habe die Zutaten exakt umgerechnet nach der „Formel“, nur beim Backpulver habe ich gezaudert und bei der Flüssigkeit. Eine Wiederholung mit korrekter Berechnung, aber für die halbe Menge funktionierte auch, aber nicht unbedingt besser. Dabei habe ich allerdings für die dunkle Masse noch etwas Wasser und ein bisschen Süßungsmittel hinzugefügt.

  • 250 g gekochte rote Linsen (statt Öl)
  • 200 g Standardstützcreme (siehe Apfelmark)
  • 100 g Apfelmark (mit der Creme statt der 5 Eier)
  • 250 g Honig (statt Zucker)
  • 50 g Wasser (statt 125 g Wasser)
  • 375 g Weizen, fein gemahlen
  • 1 P Weinstein-Backpulver
  • 1 TL Natron (statt des „berechneten“ 2. P Backpulver)
  • 1 TL Vanillepulver
  • 2 EL Kakao, schwach entölt (20 g), gesiebt
  • 2 EL Pflanzenmilch (zusätzlich; Pflanzenmilch ist bei der Stützcreme beschrieben)

Apfelmark ist 100% Apfel – also kein Süßungsmittel, keine Konservierungsstoffe (danke an die Leserin für diesen Hinweis!).

Zubereitung im Thermomix. Ohne Thermomix geht es auch: Die flüssigen Zutaten kommen in den Mixer, der Rest wird mit dem Handrührgerät eingearbeitet.

Linsen, Stützcreme, Apfelmark, Honig und Milch im Mixtopf zu einer glatten Flüssigkeit verarbeiten (10 Sek./Stufe 3, 10 Sek./Stufe 5). Mehl, Backpulver, Natron und Vanille miteinander mischen, in den Mixtopf geben und verrühren (15 Sek./Stufe 5; Teig mit dem Spatel herunterdrücken; 10 Sek./Stufe 5). Bei mir wog die Masse 1240 g (ich kenne das Leergewicht des Mixtopfs und konnte daher den Inhalt ausrechnen). 620 g umfüllen. Kakao und 2 EL Pflanzenmilch in den Mixtopf geben und nochmals rühren (10 Sek./Stufe 5).

Den Boden der Springform mit Backpapier überspannen. Ofen (Heißluft) auf 160°C vorheizen.

Für das Zebramuster mit 2 Esslöffeln hellem Teig anfangen. In die Mitte der Springform geben. Auf den hellen Teig 2 Esslöffel von dem dunkeln Teig geben, leicht herunterdrücken. Vorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Den Teig nicht allzu glatt streichen. Die Form in den vorgeheizten Backofen geben und 50 Min. bei 160°C backen.

Die Form auf eine Kuchenrost stellen, 10 Minuten so stehen lassen. Dann aus der Form lösen und auf dem Rost auskühlen lassen. Mit einem Schokoladenguss überziehen.

Ich hoffe, Ihr experimentiert viel und erfolgreich mit dieser Formel! Wenn Ihr Rezepte damit umarbeitet und veröffentlicht, bitte ich um einen Hinweis darauf, mit welcher Umrechnung / Formel Ihr gearbeitet habt. Ich habe mehrere Jahre dafür experimentiert und gebe sie Euch umsonst.

 

Essen unterwegs

13. Juli 2015: In einem gutbürgerlichen Restaurant

Auf meiner Reise nach Flensburg habe ich in Rosengarten-Nenndorf („vor“ Hamburg) eine Pause eingelegt, bevor es am nächsten Tag weiter ging. Zum Essen sind wir in ein Hotel gegangen, das uns bereits bekannt ist. Als ich vor fünf Jahren das letzte Mal dort war, ergab sich kein Problem, als ich das Essen leicht umbestellte.

Diesmal nun gab es 3 vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Sie glibberten natürlich alle vor Butter, Käse und Eiern. Als ob Vegetarier sich hauptsächlich von Käse ernährten. Die drei Gerichte waren für mich eigentlich nicht akzeptabel, ich habe dann gefragt, ob sie mir die Stampfkartoffeln (Stampfkartoffeln mit Tomaten und gebratenen Zucchini) auch ohne Butter, Milch oder ähnliches machen könnten, da ich keine Tierprodukte äße? Der Kellner zog die Augenbraue hoch, als hätte ich ihn persönlich beleidigt.

Das Produkt meines Wunsches seht ihr auf dem Foto. Sowas von lieblos ist schon herb, die Zucchini tropften vor Fett. Ihhhhhh. Es geht auch anders – auf der Rückfahrt waren wir in der Pizzeria in Nenndorf-Rosengarten, dort habe ich eine Pizza ohne Käse bestellt. Kein komisches Gesicht, kein ekliges Essen – sondern eine superleckere Spinatpizza!

VeganesEssen

Achtung, liebe Veganer!

10. April 2015: Vegane Getreide

Wusstet Ihr schon, dass nicht jedes Getreide für Veganer geeignet ist? Enthält Weizen kleine Pudel und ist daher nicht vegan? Hat Buchweizen Bücherwürmer im Gepäck, sodass Veganer ihn nicht essen können? Alberne Frage, werdet Ihr vielleicht denken. Aber Obacht! Ich weiß seit kurzer Zeit, dass nicht alle Getreide für Veganer geeignet sind. Der Beweis folgt von der Homepage der Biomarke „Rinatura“

rinatura

(http://www.rinatura.de/produkte/getreide-vollkornerzeugnisse.html)

Man lernt eben immer noch dazu 😉

Eine vegane Sensation!

2. März 2015: WAHNSINN, da müssen Veganer zugreifen

Früher wusste ich nichts über Veganismus. Dann dachte ich, ich hätte da was begriffen. Bis neulich, da bekam ich eine neue Erkenntnis. Und das kam so:

Mein Bioladen hatte Cashewnüsse im Sonderangebot, 500 g für 7 Euro. Das ist günstig, billiger als die derzeit sündhaft teuren Mandeln. Da habe ich mir ein Päckchen bestellt. Beim Umfüllen in Gläser fiel mein Blick verträumt auf die Verpackung. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen – ich, die ich viele Jahre lang regelmäßig Cashewnüsse gegessen habe, habe damit meinem Körper genauso viel Tiereiweiß zugetragen, als hätte ich Schweinebraten auf den Teller gehäuft. Glaubt Ihr nicht und Ihr fragt euch, was an Cashewnüssen denn so tiereiweißig ist? Ich weiß es immer noch nicht, aber ich weiß eines: Endlich gibt es vegane Cashewnüsse, die Sensation auf dem Biomarkt. Von der Firma Morgenland. Seht selbst:

Morgenland