Zink, ups

Wer mich kennt, weiß: Ich gehe nur dann zum Arzt, wenn’s brennt. Nachdem ich einige Monate beobachtet habe, wie meine Haarpracht allmählich dünner und dünner wurde, habe ich mich mal zum Arzt bemüht. Blut abgenommen, Schilddrüsenwerte okay. Verdacht: Zinkmangel. Nochmal Blut abgenommen (die Story ist ein bisschen länger, der Arzt ist kein tumber Tor 😉 ) auf Zink hin: Yes! Ein deutlicher Zinkmangel liegt bei mir vor. Der Arzt verschrieb mir Zinktabletten, und zwar in der doppelten Dosis. Ende August neuer Test.

Soweit, so gut oder eben nicht. Ich habe mich natürlich umgelesen. Noch mehr Dinge, die ich bei mir beobachtete und die ich auf anderes Ursachen wie beispielsweise das Wetter geschoben habe (ewig müde), passen bestens dazu. Wie aber komme ich bei meiner Ernährung auf einen Zinkmangel?

Zwar lebe ich nicht mehr 100% vollwertig, aber ich esse immer noch Haferflocken, Vollkornbrot, Nüsse – all die Dinge, die zinkreich sind. Aber eben wenig Käse und sehr, sehr selten Fleisch.

Sagt jemand „Ich bin Veganer“, befragt man ihn gleich nach dem B12-Mangel. Aber dass Zinkmangel eben auch sehr leicht durch eine vegane Lebensweise entstehen kann, ist irgendwie nicht so deutlich im Bewusstsein.

Ich behaupte keineswegs, dass alle Veganer einen Zinkmangel haben. Aber vor allem diejenigen, die einfach nur die Tierprodukte weglassen, ohne sich über den Rest ihrer Ernährung Gedanken zu machen und die ihr Essen nicht Sorgfalt auswählen, sind gefährdet. Und sollten ihren Wert mal testen lassen.

Eine andere Frau, mit der ich die Tage darüber sprach, berichtete Ähnliches. Sie hatte auch niedrige Zinkwerte, hat sich dann angewöhnt, Fleisch in Maßen zu essen und die Werte haben sich gebessert auf normal.

Mir gibt sowas schon zu denken. Vor allem wenn ich daran denke, dass einige Eltern ihre Kinder vegan ernähren. Können sie wirklich abschätzen, was das für Langzeitfolgen für ihre Kinder haben kann?

Was ist Vollwerternährung?

Was ich an der Vollwerternährung schätze und auch gern immer wieder betone, ist, dass sie keine Diät ist. Diäten sind einschränkend, für Kranke gemacht und in ihrer Einseitigkeit nicht immer hilfreich.

Wer einmal eine Brigitte- oder auch Atkins-Diät gemacht hat und „Weight Watcher“ gefolgt ist, weiß, was ich meine. Der Tag besteht nur noch aus Zählen und Aussortieren. Kann es das sein?

Dasselbe gilt meiner Ansicht nach auch für strikte Rohkost, Forks over Knives, glutenfreie Ernährung und so weiter. Vegetarismus und Veganismus sind ernährungstechnisch für mich nicht überzeugend, da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Sie bleiben eine Sache der Überzeugung.

Sie alle schränken ein, kennen Verbote und sorgfältiges Aufpassen. Für Kranke ist das sicher richtig und wichtig. Wer Rheuma hat und nicht ohne Tiereiweiß auskommen mag, wird seine Schmerzen kaum los, wenn er nicht ständig unter Schmerzmitteln stehen will. Für Kranke ist dieser Beitrag insoweit nicht gedacht.

Was ich an der Vollwertkost so schätze, ist: Hier ist alles erlaubt, es kommt nur auf die Herkunft und die Menge an, eventuell noch auf die Zusammensetzung. Weder Fleisch noch Käse sind verboten.

Wer meinen Blog und meine Entwicklung verfolgt hat, weiß: Ich bin mehr als zehn Jahre lang den „Regeln“ der Vollwertkost nach Bruker 100% gefolgt. Ich habe mindestens zwei Jahre lang auch komplett tiereiweißfrei gelebt, einmal sogar 6 Monate lang reine Rohkost. Gebracht hat mir das keinen echten Fortschritt.

Der Satz „So natürlich wie möglich“ ist für mich der wichtigste Leitsatz überhaupt geworden. Denn er zwängt mich nicht ein: Ich kann essen, was und wann ich will. Ich muss mich nicht zwingen, die Rohkost vor dem Warmen zu essen, ich darf im Restaurant auch mal ein Essen ohne zwanzig Sonderwünsche bestellen und essen (und somit die Gesellschaft mit Freunden usw. genießen) und kann auch mal einen Salat essen, ohne mich beim Kellner fünfmal zu vergewissern, dass auch bestimmt keine Prise Zucker im Salat enthalten ist.

Vollwerternährung ist keine Diät, und ich lasse sie mir auch von einigen „Fanatikern“ nicht dazu machen. 🙂

Morgen mehr…

 

Was kommt auf mein Tellerchen?

8. Dez. 16: Seit einiger Zeit…

Wer meine Rezepte regelmäßig verfolgt, weiß es bereits – ich habe kleine Mengen Tiereiweiß und Fett (Butter und Öl) erneut in meine Ernährung eingeführt. Die absolute (oder zumindest fast absolute) Streichung dieser Dinge hat mir keine Vorteile gebracht und ich kenne auch niemanden persönlich-überprüfbar, der wirklich einen Nutzen davon hatte. Wer gewisse Krankheiten hat wie Allergien oder Rheuma kommt um die 100%ige Tiereiweißfreiheit nicht herum, wenn er keinen Auschlag oder Schmerzen bekommen möchte, das ist auch klar.

Meine Überzeugung nach reiflichem Austesten und Lesen entsprechender Seiten trifft das „Mittelmaß“, das heißt, dass ich überzeugt bin, dass für klinisch gesunde Menschen eine extreme Ernährung, die bestimmte „natürliche“ Bestandteile komplett ausschließt, nicht erforderlich oder förderlich ist. Für mich heißt das mehr denn je, dass veganes und Rohkost-Essen reine moralische oder sonstige Entscheidungen sind, die aber nicht wirklich von fundiertem Wissen vom Gesundheitsnutzen geprägt sind. Veganer sind gesünder als Nichtveganer – eine These, die immer noch umstritten ist. Aber selbst wenn es so wäre: Wer hat den Gesundheitszustand von Veganern mit dem von Vollwertlern (nicht einmal tiereiweißfrei) verglichen, wirklich fundiert nachgewiesen? Wer hat vegane Vollwertkost mit tiereiweißhaltiger Vollwertkost in nennenswerten Zahlen verglichen? Meines Wissens niemand. Die einzelnen beziehen ihr „Wissen“ aus persönlicher Erfahrung im kleinen Kreis (was leider häufig zur Überzeugung „Nur das ist richtig!“ wird) oder aus Büchern und YouTube-Filmen einzelner Ärzte oder mit Überzeugungskraft auftretenden Laien.

Esselstyn empfiehlt für Herzkranke völlig fettfreie Ernährung, auch ohne Nüsse. Gemüse habe genug Fett. Ach ja? Ich möchte das nicht ausprobieren (bin eh nicht herzkrank). Vor einigen Wochen sah ich im Interview eine deutsche Ärztin, die unbedingt die Zufuhr großer Mengen Kokosöl empfahl, leider habe ich ihren Namen vergessen. Also wer abnehmen wolle, solle das Kokosöl am besten esslöffelweise zu sich nehmen. Auch das möchte ich nicht ausprobieren.

Auch ich habe die Phase durchlaufen, in der ich die tiereiweißfreie Vollwertkost oder auch die sehr stark fettreduzierte Vollwerternährung konsequent verfolgt habe, weil sie mir plausibel erschien. Das tut sie nicht mehr, zu löchrig sind die echten Beweise. Brukers Erkenntnisse sind teils einfach vom Faktenwissen überholt, die Erfolgsbeispiele von FoK rühren einerseits daher, dass Normalesser nach Ernährungsumstellung gesunden – wer würde das von einer solchen Ernährung nicht?, echte Langzeiterfolge sehe ich dort nicht nachprüfbar. Die Beispielgeschichten sind leider teils medizinisch nicht haltbar. Da rückt der Glaube die Ergebnisse vielleicht wieder einmal zurecht, wie das ja leider in der Wissenschaftsgeschichte häufig so ist, was ich auch durchaus bereit bin, Dr. Bruker zu unterstellen.

Auch ich habe diese Phase gehabt, wo ich überzeugt war, dass Menschen, bei denen die Vollwertkost nicht die gewünschten Erfolge bringt, eben nicht „richtig vollwertig“ essen. Ich habe da einmal eine Frau sehr mit vor den Kopf gestoßen. Ich denke nicht, dass sie hier noch mitliest, weil sie sehr verärgert war über meine bohrenden Fragen (die sie nur zu gut kannte), aber wenn ja, so möchte ich mich für diesen leichten Starrsinn entschuldigen. 🙂

Vollwertkost ja, „So natürlich wie möglich“, unbedingt. Ich kehre nicht zu den Fleischtöpfen zurück, nicht zu den Sahne- oder Butterbergen, wie sie teils in der tiereiweißfreien Ernährung zelebriert werden. Ich esse deutlich fettarmer als früher, das finde ich gut. Ich esse nicht sehr viel Tiereiweiß (keine Eier, kein Quark oder Joghurt, weil dies Eiweißschleudern sind, keine Milch), aber kleine Mengen heben die Essensqualität einfach an. Schon ein Esslöffel Sahne im Frischkorngericht macht einen Unterschied, den nur ein gehäufter Esslöffel Cashewnussmus annäherend erreichen kann – vom Geschmack ganz zu schweigen.

So stehe ich heute da. Ich bin gespannt, wie es „mit mir“ weitergeht.

Ethisch und moralisch auf der richtigen Seite?

24. Juli 2015: Bessere Menschen

Sind Menschen, die den Verzehr von Tieren und Tierprodukten ablehnen, die besseren Menschen? Manchmal scheint es mir so, als wollten Menschen, die nichts vom Tier essen, sich als die moralisch Besseren aufspielen.

Ich halte das für sehr bedenklich. Der Verzehr von Tierprodukten und Tierteilen ist Teil vieler Kulturen. Natürlich kann ich anstreben, dass möglichst viele Menschen recht wenig Fleisch essen. Kein Vegetarier oder Veganer ist ein besserer Mensch, nur weil er nichts vom Tier isst – genau wie es Pfarrer gibt, die Sünden begehen von der kleinen Lüge bis zum Mord. Pfarrer sind keine besseren Menschen und beanspruchen das auch nicht und ich wünschte mir, dass all diejenigen, die für sich eine Essensweise gefunden haben, nicht immer so tun, als sei alles andere verwerflich und unmoralisch.

Haben sich diese Besserfühler jemals klar gemacht, dass sie damit all diejenigen diskriminieren, bei denen kulturell der Fleischverzehr ganz natürlich ist?

 

Aus der Gesundheitsmärchenstunde

27. Juni 2015: Fairy Tales

Ich mag den Ausdruck Fairy Tales – Feengeschichten, zu deutsch Märchen. Es ist so eine schöne leichte Bezeichnung…. auch für Ersponnenes. Und das finden wir all überall.

Kaum kommt eine neue Ernährungsrichtung in Mode, heilt sie alle Krankheiten. Derzeit ist das der Veganismus. Und so gibt es in Facebook eine Gruppe, die nennt sich „Vegan for Fit – Hashimoto und andere Erfolgsgeschichten“,.

Wenn das kein Etikettenschwindel ist, soll der Name ja wohl andeuten, dass vegane Ernährung die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto heilt oder zumindest verbessert. Das ist interessant, das ist nämlich so, als würde ich sagen, „Vegan for Fit – ausgefallene Zähne und andere Erfolgsgeschichten“.

Zähne, die ausgefallen sind, kommen nicht auf natürlichem Wege zurück. Hashimoto thyreoditis (eine andere Gruppe, die sich nur um diese Krankheit kümmert, bekommt nicht einmal den korrekten Namen hin) ist eine Immunerkrankung, die letztendlich zur Selbstzerstörung der eigenen Schilddrüse führt. Kranke müssen Schilddrüsenhormone nehmen und sind ansonsten völlig gesund. Eine Schilddrüse, die zerstört ist, kann sich aber nicht wieder von alleine aufbauen. Wer einen Hashimoto nicht medikamentös behandelt, stirbt – er wird immer schwächer, die Haare fallen aus, alle Organe geben ihre Funktion auf (Schilddrüsenunterfunktion).

Ich kenne einen Veganer mit Hashimoto. An seinen Werten hat sich nichts verändert, obwohl er sich schon mehre Jahre lang so ernährt. Auch seriöse Quellen veröffentlichen nichts dazu, von den Ärzten von FoK habe ich das auch noch nie gelesen.

Das ist so ähnlich wie mit dem Mist der über diese angebliche Leberreinigung erzählt wird, die Gallensteine beseitigen soll. Was immer da über den Stuhlgang abgeführt wird, Gallensteine sind das nicht. Ich habe auch schon von einer Frau gelesen, die ihre Gallensteine angeblich mit Löwenzahnsirup oder was immer es war beseitigt haben will.

Bei aller Offenheit für alternative Heilungsmaßnahmen: Es gibt einfach Dinge, die sind chemisch gar nicht möglich. Letztlich las ich sogar werbend bei einer Firma, Kokosblütenzucker sei gut gegen Gallensteine. Da habe ich als Betroffene nachgefragt, wie sie das begründen – ja, das sei so laut wissenschaftlichen Aussagen. Ich haben nachgeforscht: In mehreren Blogs wird genau diese Formulierung verwendet. Und worauf verweisen diese Blogs, wenn sie Quellen angeben? Auf das Zentrum der Gesundheit! Dort wird immer noch so viel Mist produziert, dass es einfach schmerzt.

Natürlich weiß dieses Zentrum (zu dem ich absichtlich KEINEN Link setze!) auch was über Hashimoto. So heißt es dort „Menschen mit autoimmunen Störungen haben eines gemeinsam: Darmprobleme“. Na klar, weil sie letztendlich mit allen Organen Probleme haben, auch mit dem Darm. Dann wird wie üblich Wissen mit Blödsinn gemischt.

Dort steht auch, dass die Betroffenen lebenslang künstliche Hormone nehmen müssen, wie furchtbar? Und wenn Glutenunverträglichkeit – wie dort behauptet – für Hashimoto verantwortlich ist: Da müsste doch die Schilddrüsenzerstörung auch mit dem Hormon weitergehen, denn die Unverträglichkeit wird durch das Hormon nicht angegriffen. Wer aber einmal auf eine Dosis Hormon eingestellt ist, muss nicht ständig mehr davon bekommen, die Dosis bleibt über Jahre bis Jahrzehnte konstant.

Nicht zu vergessen, dass auf derselben Seite auch für Produkte bei Glutenunverträglichkeit geworben wird.

Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages ein Plädoyer für die Schulmedizin einlege. Aber leider, leider komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass bei dem vielen Unsinn, der heute über das Internet propagiert wird, die Schulmedizin eine stärkere Stellung für mich hat als viele Jahre vorher, bei allen Einschränkungen, die sie sicher aufweist.

Wie mich Björn Moschinski zum K…. bringt

5. März 2015: Köche und Werbung

Köche verkaufen für Werbung ihre Seele, das wissen wir von Lafers und Konsorten, die von gesundem Essen schwafeln und keine Hemmungen haben, für irgendwelche Dosengerichte zu werben. Wo jetzt gerade eine vegane Welle herrscht, möchten auch vegane „Köche“ gerne absahnen – nicht in Form von Sahne, die ja verboten ist, sondern in Form von Geld.

Wohlgemerkt – prinzipiell nehme ich das niemandem übel, der Geld verdienen möchte, von mir aus auch viel Geld. Wer so blöde ist – wenn ich das mal sagen darf – und eine Dose Schrott kauft, weil Herr XYZ dazu lächelt, macht das freiwillig, keiner zwingt ihn dazu. Also sei Herrn XYZ der 1 Cent pro Dose (oder was er umgerechnet verdient) gegönnt.

Dass auch „die Veganer“ Geld verdienen möchten, ist verständlich. Heute steht „vegan“ auf Cashewnüssen, wie wir wissen, Hauptsache, der Kunde grapscht zu. Und ich sehe auch keinerlei Grund sich aufzuregen, weil sich ein Veganer ein dickes Sportmobil zulegt. Auch Veganer sind Männer und können Autos als Verlängerung ihres …. öhm, ja, ihres männlichen Selbstbewusstseins sehen. Wenn die Leut‘ Spaß daran haben – why not? Wenn ich mich andererseits als vegane Kultfigur aufbaue, wäre es schon peinlich, wenn man mich an der Currywurstbude mit 2 Portionen Currywurst in der Hand erwischen würde. So habe ich in Remscheid den dortigen Grünenkandidaten mal an einem Werbestand gesehen, vor ihm eine Schale aus Plastik (!) mit irgendeiner Wurst drin. Da fand ich die Glaubwürdigkeit schon ein wenig geschwächt 😉

Eine dieser selbsternannten veganen Kultfiguren ist Björn Moschinski. Als er noch nicht so bekannt war, habe ich einige seiner Videos gesehen und ein Häckchen dran gemacht. Muss ich nicht haben, ich stehe nicht so auf Selbstbeweihräucherung ohne was dahinter. Wenn ich ein Mützchen auf dem Kopf und ein passendes Outfit inklusive Löckchen am Kopf brauche, um mich selbst zu verkulten… okay, wer das toll findet. Mir egal.

Auch Meister Moschinski möchte am großen Werbebraten teilhaben, der sicherlich aus Tofu gestaltet ist. Für so eine richtig große Firma hat’s wohl noch nicht gereicht, aber Wheaty hat ihn entdeckt und übergießt die Biozeitschriften mit – natürlich grün unterlegten – Werbestreifen. Die beste fand ich auf Seite 92 der Märzausgabe von Schrot(t) und Korn: Der Vegan Headchef empfiehlt. Ich frage mich ja nun, was ein Kopfkoch ist. Wenn ich in leo headchef eingebe, wird mir headache vorgeschlagen. Kopfschmerzen. 🙂 Aber warum den Begriff auch so schreiben, wie es Englisch wäre (head chef)? Aber das ist Sache von Wheaty…. The Vegan Way. Deutsch geht nicht, was?

Aber der vegan Headchef empfiehlt uns etwas. Nämlich ein Schnitzel, das ist vegan, bio, lactosefrei, eifrei, palmölfrei. Leckerfrei. (Letzteres ist ein Zusatz von mir….). Und was ist der Slogän für dieses Schnitzelchen: „Echt fleischig – knusprige Panade“.

Ich meine, das Wort „fleischig“ ist echt der Hammer. Ich bin keine Veganerin, ich kann gut zusehen, wenn jemand neben mir ein (echtes) Schnitzel isst, aber bei dem Wort „fleischig“ wird mir komisch. Dem veganen Kopfchef Moschinski offensichtlich nicht. Oder schaut der sich nicht an, in was für Slogäns er verkauft wird, reicht ihm der Scheck?

Peinlicher geht nicht. Ich sage ja immer – wer als Veganer das Fleischliche über den Weizenweg zu finden sucht, würde genauso gut Menschenfleisch verkaufen können (ich hatte dazu bereits einen Artikel). Wer als Veganer das Wort „fleischig“ anregend findet, ist kein echter Nichtfleischesser und auch kein echter Tierliebhaber, behaupte ich nach wie vor. Wobei diese Werbekampagne sicherlich von einer Agentur gestaltet wurde, die nicht begriffen hat, worum es bei vegan geht. Aber als Vorzeigefigur einer Anzeige in meinem Namen würde ich mir ein Vetorecht einräumen – alleine wegen der Glaubwürdigkeit.

Eine vegane Sensation!

2. März 2015: WAHNSINN, da müssen Veganer zugreifen

Früher wusste ich nichts über Veganismus. Dann dachte ich, ich hätte da was begriffen. Bis neulich, da bekam ich eine neue Erkenntnis. Und das kam so:

Mein Bioladen hatte Cashewnüsse im Sonderangebot, 500 g für 7 Euro. Das ist günstig, billiger als die derzeit sündhaft teuren Mandeln. Da habe ich mir ein Päckchen bestellt. Beim Umfüllen in Gläser fiel mein Blick verträumt auf die Verpackung. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen – ich, die ich viele Jahre lang regelmäßig Cashewnüsse gegessen habe, habe damit meinem Körper genauso viel Tiereiweiß zugetragen, als hätte ich Schweinebraten auf den Teller gehäuft. Glaubt Ihr nicht und Ihr fragt euch, was an Cashewnüssen denn so tiereiweißig ist? Ich weiß es immer noch nicht, aber ich weiß eines: Endlich gibt es vegane Cashewnüsse, die Sensation auf dem Biomarkt. Von der Firma Morgenland. Seht selbst:

Morgenland

Honig und vegan

14. August 2014: Veganer und ihr Honigproblem

Eine Imkerin machte mich die Tage auf einen Beitrag auf der PETA-Webseite aufmerksam. Sie ist eine verantwortungsbewusste Imkerin und meinte „Da macht sich wieder einmal Halbwissen breit.“ Das stimmt. Ich frage mich, ob diese Menschen, die hier die Bienen angeblich vertreten, neben ihrem Halbwissen wenigstens zu Hause jede Getreidemotte mit der Hand vorsichtig einfangen und nach draußen tragen, sich den Mücken zum Fraß vorwerfen und Fliegen liebevoll ein Fliegarium aufbauen. Die Imkerin verwies mich auch auf zwei Kommentare, die auf schöne sachliche Weise das Halbwissen offenlegen. Dies möchte ich hier in Auszügen vorstellen.

Den ganzen PETA-Artikel findet Ihr: hier

8 Gründe, die verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist
Eine vegane Ernährung ist frei von allen Produkten, für die Tiere ausgebeutet und getötet werden. Die meisten Menschen wissen heute, dass Tiere für die Produktion von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern gequält und geschlachtet werden. Doch viele Verbraucher fragen sich, was falsch daran sein könnte, Honig zu essen? Die folgenden 8 Gründe verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist, warum Bienen ihren Honig nicht freiwillig hergeben und warum viele der unterschätzten Insekten dabei sterben.
Honig als Lebensmittel verursacht großes Tierleid bei den ganz Kleinen
1. Auch Bienen werden in der Massenzucht gehalten und ausgebeutet
2. Bienen werden bei der Honigproduktion oft verletzt oder getötet
3. Königinnen erreichen nur einen Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung
4. Bienen brauchen ihren Honig selbst
5.Bienen arbeiten hart für IHREN Honig
6. Das Bienensterben geht uns alle an
7. Panikmache erleichtert den Diebstahl
8. Honig von glücklichen Bienen?

Zwei Kommentare (Link von der Imkerin) stelle ich ebenfalls in Auszügen vor. Es empfiehlt sich natürlich, beides vollständig zu lesen (hier).

Leider ist auch dieser Artikel sehr einseitig geschrieben, von jemanden der sich mit der Imkerei und den daraus gewonnen Produkten nicht beschäftigt hat. Nein, wir brauchen keinen Honig zum leben. Für die Süße nehmen mir Zucker der keine Inhaltsstoffe hat. […]
Man soll die Bienen nur noch wegen der Bestäubung halten!? Was für ein Quatsch! Wenn sich der Autor mal mit der Imkerei beschäftigt hätte, wüsste er das die Bienen nicht einfach so überleben. Das sie eine Menge Arbeit machen.
Hat der Autor sich mal über die Varroa, die Faubrut informiert ? Und wir halten die Bienen nur noch so, ohne „Lohn“ . Also hat der Bauer mit seiner Apfelbäumen seinen Gewinn an den Bienen, die wir nur so halten? Also halten wir uns auch die Kühe nur noch so, dass sie die Wiese abfressen, wir brauche ja kein Fleisch, und da wir alle dann uns nur vegan ernähren, müssen wir aber das Getreide was wir für den Frühstücksmüsli brauchen, mit der Hand selber ernten, damit die Ökobilanz des Müsli wieder stimmt. Denn der Mähdrescher und Traktor fährt auch nicht mit Wasser und macht bei der Ernte auch so manches Tier platt- Gruß Dirk

Noch sachlicher äußert sich ein anderer Imker, den ich hier leider auch aus Platzmangel nur in einem kleinen Auszug bringen kann. Hier empfehle ich ganz besonders die gründliche Lektüre des ganzen Kommentars:

Alternativen

Es gibt viele Menschen und Projekte, die sich mit artgerechter Bienenhaltung beschäftigen und sich dabei teilweise gegen die gängigen Imkerpraktiken richten. Der Verein 2010 Königinnen für das Ruhrgebiet sei genannt, Mellifera e.V.- Initiativen für Biene, Mensch, Natur, Die Bienenkiste von Erhard Maria Klein und Thomas Radetzki und der Weißenseifener Hängekorb von Günther Mancken.

Der demeter-Verband verbietet seinen Imkern das Beschneiden von Bienenflügeln und die künstliche Besamung von Königinnen. Völkervermehrung ist nur auf Grundlage des Schwarmtriebes und mit natürlich entstandenen Schwarmzellen und Weiseln erlaubt. Dem Winterfutter muss mindestens 10 % Bienenhonig beigefügt werden, eine ausschließliche Fütterung mit Bienenhonig ist anzustreben.

Auch unter den vielen Jungimkern, die heutzutage mit der Bienenhaltung beginnen, haben viele ein ausgeprägtes Bewusstsein für die (vermuteten) Bedürfnisse der Bienen. Die meisten von ihnen sind nicht aus wirtschaftlichen
Interessen zur Imkerei gekommen, sondern aus Interesse am Bienenschutz; geweckt durch die Medienkampagnen rund um das „Bienensterben“. Nicht selten finden sich unter ihnen gebildete Leute, die sich sehr um das Wohl ihrer Bienenvölker sorgen. Ich vermute, der stark verallgemeinernde und mit Halbwissen gespickte PETA-Artikel ist für sie ein Schlag ins Gesicht.

[…]

Konsequenzen

Jemand, der die Tierhaltung durch den Menschen ablehnt und sich aus ethischen Gründen vegan ernähren möchte, sollte in der Tat auf Bienenhonig verzichten. Für alle Anderen sollte der PETA-Artikel eher ein Aufruf sein, auf importierte Bienenprodukte zu verzichten. Die Haltungs- und Produktionsbedingungen hinter der ausländischen Ware sind für den Kunden / die Kundin undurchschaubar. Sie sind jedoch mit Sicherheit schlechter als beim Imker aus seiner / ihrer Nachbarschaft. 80 % des in Deutschland konsumierten Honigs stammen aus dem Ausland, lediglich 20 % werden von einheimischen Imkern und Imkerinnen produziert. (12)

Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie Honig direkt vom Imker Ihres Vertrauens kaufen!

Oder, wenn Sie vegan leben möchten: Pflanzen Sie Pflanzen, die den Bienen Nahrung bieten!

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Höft

Verträgliches Vollkornbrot

7. Juni 2014: Was für ein Vollkornbrot wichtig ist

Die HörZu (Nr. 21/2014) hat den Veganismus entdeckt! 800.000 Menschen leben in Deutschland vegan, laut HörZu. „6,88 Millionen Bundesbürger bezeichnen sich nach Angaben des Vegetarierbundes als Vegetarier.“ Schon solche Zahlen finde ich prima. Es soll ja Leute geben, die jede Menge Fisch und Geflügel essen und sich als Vegetarier bezeichnen. Und hat der Vegetarierbund wirklich alle Bundesbürger befragt oder ist das nur eine Hochrechnung aus einer wie immer großen oder kleinen Stichprobe?

Wie viele Menschen vollwertig leben erfahren wir nicht – und wie eng vegan in der Meinung der Befragten gefasst ist, bleibt ebenfalls im Dunkel. Aber mal egal, auf den ersten Blick ist der Artikel gar nicht so schlecht. So wird darauf hingewiesen, dass Veganer sich möglichst nicht einfach nur das Tierische weglassen sollten, sondern eben vernünftig essen. Und natürlich kommt B12 ins Spiel – alle Veganer müssen das supplementieren (= ergänzen). Wobei aber auch darauf hingewiesen wird, immerhin, dass es auch Nichtveganer gibt, die einen solchen Mangel haben.

Als ideale Mahlzeit wird der Speiseteller der amerikanischen Universität Harvard vorgestellt, eine Überarbeitung der Ernährungspyramide. Und natürlich der ewige Fischhinweis, nun das muss wohl sein. Insgesamt aber für einen Mainstream-Artikel nicht schlecht. Dennoch ist das alles nur oberflächlich angelesen, wie ich an einigen Stellen auch beim flüchtigen Lesen feststellen konnte.

So wird zum Beispiel die Atkins-Diät als „Low-Fat-Ernährung“ eingeordnet. Da ich selbst einmal im jugendlichen Leichtsinn diese Diät einige Wochen lang gemacht habe, weiß ich eines: Von wenig Fett kann da keine Rede sein! Eher Low-Carb. Also falsch abgeschrieben, nicht die Originalquelle angeschaut.

Schön sind auch die Ausführungen zur Rohkost. Schon das Foto ist prima, da liegt neben anderem Gemüse eine geschälte Gurke 🙂 Der Text ist von Ernährungsprofi Lemberger…. ich habe gegoogelt. Na endlich mal wieder eine Diplom-Ökotrophologin! Rohkost ist laut HörZu „geeignet für gesunde Menschen mit gutem Immunsystem, denn rohe Lebensmittel können Erreger enthalten, die Infekte auslösen“. Ich hoffe, die Rohköstler wissen das 😉 Einen Alltagstipp gibt es auch – Rohköstler sollten sich gleich einen Entsafter kaufen, weil der die Zubereitung gesunder Smoothies erleichtert. Ach ja.

Aber auch für uns, die wir gerne Vollkornbrot essen, gibt es eine gute Lehre, die uns sagt, dass magenfreundliches Essen eigentlich nur mit einer besonderen Art von Mühle oder einen Vitamix möglich ist:

„Für die meisten Menschen leicht bekömmlich sind etwa Salz- und Pellkartoffeln sowie magerer Fisch […] und fein gemahlenes Vollkornbrot.“ 🙂