Was ist Vollwerternährung?

Was ich an der Vollwerternährung schätze und auch gern immer wieder betone, ist, dass sie keine Diät ist. Diäten sind einschränkend, für Kranke gemacht und in ihrer Einseitigkeit nicht immer hilfreich.

Wer einmal eine Brigitte- oder auch Atkins-Diät gemacht hat und „Weight Watcher“ gefolgt ist, weiß, was ich meine. Der Tag besteht nur noch aus Zählen und Aussortieren. Kann es das sein?

Dasselbe gilt meiner Ansicht nach auch für strikte Rohkost, Forks over Knives, glutenfreie Ernährung und so weiter. Vegetarismus und Veganismus sind ernährungstechnisch für mich nicht überzeugend, da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Sie bleiben eine Sache der Überzeugung.

Sie alle schränken ein, kennen Verbote und sorgfältiges Aufpassen. Für Kranke ist das sicher richtig und wichtig. Wer Rheuma hat und nicht ohne Tiereiweiß auskommen mag, wird seine Schmerzen kaum los, wenn er nicht ständig unter Schmerzmitteln stehen will. Für Kranke ist dieser Beitrag insoweit nicht gedacht.

Was ich an der Vollwertkost so schätze, ist: Hier ist alles erlaubt, es kommt nur auf die Herkunft und die Menge an, eventuell noch auf die Zusammensetzung. Weder Fleisch noch Käse sind verboten.

Wer meinen Blog und meine Entwicklung verfolgt hat, weiß: Ich bin mehr als zehn Jahre lang den „Regeln“ der Vollwertkost nach Bruker 100% gefolgt. Ich habe mindestens zwei Jahre lang auch komplett tiereiweißfrei gelebt, einmal sogar 6 Monate lang reine Rohkost. Gebracht hat mir das keinen echten Fortschritt.

Der Satz „So natürlich wie möglich“ ist für mich der wichtigste Leitsatz überhaupt geworden. Denn er zwängt mich nicht ein: Ich kann essen, was und wann ich will. Ich muss mich nicht zwingen, die Rohkost vor dem Warmen zu essen, ich darf im Restaurant auch mal ein Essen ohne zwanzig Sonderwünsche bestellen und essen (und somit die Gesellschaft mit Freunden usw. genießen) und kann auch mal einen Salat essen, ohne mich beim Kellner fünfmal zu vergewissern, dass auch bestimmt keine Prise Zucker im Salat enthalten ist.

Vollwerternährung ist keine Diät, und ich lasse sie mir auch von einigen „Fanatikern“ nicht dazu machen. 🙂

Morgen mehr…

 

So ein Veggie, der hat’s schwer

8. Oktober 2015: Vegetarische Angebote

Mir fällt immer eines auf: Wenn es vegetarische Angebote gibt, quellen die mit Käse über. Las ich in einer Kochzeitschrift einen Tipp, wie man einfach Gegrilles für die vegetarischen Freunde anbieten kann: Champignons gefüllt mit Mozarella!

Was ist das? Ich muss ja gar kein Veganer sein, um nicht in jedem vegetarischen Essen gleich 3 Zentner Käse essen zu müssen. Eine Freundin von mir ist Vollwertlerin, isst gelegentlich auch einmal wenig Fleisch, mag aber einfach keinen Käse. Ein schweres Leben!

Ist es der Glaube, dass Vegetarier auf ihre Proteine achten müssen? Aber warum um Himmels willen in jeder Mahlzeit? Frühstück mit Joghurt, Mittagessen mit Käse, Abendessen nochmal mit Käse. Nichtvegetarier dürfen da weniger Tierprodukte essen – morgens ein Brötchen mit Marmelade und Margarine, mittags einen Salat und abends auch mal einen Eintopf ohne Fleisch. Keiner würde darüber einen Ton verlieren. Nur die armen Vegetarier, die muss man ständig und ohne Unterbrechung mit Tiereiweiß bis zum Rand abfüllen 😉

Mein Kind will Wurscht – ist mir doch Wurscht

21. Juni 2012: Wie mache ich aus einem Kind einen kleinen Vegetarier?

Häufig sind Eltern besorgt, wie sie ihre Kinder zum Vegetarismus bringen können. Da werden die spannendsten Lösungen vorgeschlagen. Gerne hört man dann auch: „Nimm sie mal mit zum Schlachthof“. Oder „Zeig ihnen einen der Gruselfilme, wie Küken / Schweine (usw.) grausam geschlachtet werden.“

Na super. So bekomme ich drei mögliche Ergebnisse: Gewünscht: Die Kinder werden selbst überzeugte Vegetarier und rühren ihr Leben lang kein Fleisch mehr an. Oder: Die Kinder essen wirklich kein Fleisch mehr, sind aber durch die Filme ihr Leben lang traumatisiert. Ein hoher Preis, aber offensichtlich ist manchen Eltern der Vegetarismus wichtiger als das psychische Wohlbefinden ihrer Kinder. Oder aber dem Kind ist das egal, weil es – wie das bei Kindern ganz natürlich ist!!! – keine Empathie empfindet, ein vernünftiger Schutzmechanismus der Natur. Übrigens einer der Gründe, warum Märchen für Kinder gar nicht so grausam sind, wie Erwachsene häufig denken.

Ich sehe nur eine Lösung: Konsequent und freundlich vorleben, auf Nachfragen erklären. Niemals drängen, denn das wird spätestens in der Pubertät zu Widerstand führen.

Oder denken wir doch einmal anders herum: Wie sind wir denn zu Vegetariern geworden? Meine Eltern haben munter Fleisch verzehrt, auch meine Großeltern, meine Geschwister tun es heute noch. Ich habe mich gegen den Fleischverzehr entschieden, ohne auch je einen dieser Filme gesehen zu haben – zum Glück. Mir hat es gereicht, dass wir im Biologieunterricht (ich muss da so 15, 16 oder 17 Jahre alt gewesen sein) angebrütete Eier schlachten mussten. Ich habe mich geweigert, da mitzumachen, was mir in dem Halbjahr nicht unbedingt die beste Note einbrachte. Meine Freundin, sicherlich nicht grausamer von Natur aus als ich, hat eine angebrütete Petrischale mit nach Hause genommen, weil sie das spannend fand. Sie wollte Tierärztin werden, ich nicht – weil ich eben in diesen Dingen sehr leicht zu traumatisieren bin, weswegen ich auch heute noch weggehe, wenn mir jemand Wunden, OP-Berichte o.ä. offeriert. Dennoch habe ich mittags nach diesem Biologieunterricht vermutlich Fleisch gegessen, sogar ja bis vor wenigen Jahren noch aß ich Tierprodukte.

Auch ist es zum Glück so, dass nicht alle Kinder so werden, wie ihre Eltern sich das so glühend wünschen und mit allen mehr oder weniger feinen Methoden versuchen, in die Kinder hineinzuerziehen. Wir hätten sonst nur einen Klon nach dem anderen. Viele von uns sind anders als unsere Eltern – und wir sind meist glücklich darüber. Ohne Kinder, die anders sind als ihre Eltern, gäbe es keinen Fortschritt. Womit ich andererseits auch nicht meine, dass Kinder unerzogen bleiben sollen, um Himmels willen! „Bitte“ und „Danke“ sagen, nicht mit offenem vollem Mund reden: Das sind zum Beispiel Dinge, auf die Eltern nicht in der Erziehung verzichten sollten. Das sind Verhaltensweisen. Aber auch diese beruhen auf Vorleben. Gesinnungsfragen kann ich im Gegensatz zu Verhaltensweisen nicht durch Erziehungsmaßnahmen lenken, nur durch Überzeugung und, um mich zu wiederholen: Vorleben.

Vegetarier und Veganer

27. April 2102: Warum vegan für mich keine Ernährung, sondern eine Lebenshaltung ist

Wenn ich gefragt werde: „Ach, bist du Vegetarierin?“, antworte ich in der Regel: „Nein, ich esse nur kein Fleisch“. Auf die Frage: „Sollen wir für dich vegan kochen?“ anworte ich: „Nein, bitte nicht, kocht für mich einfach ohne Tiereiweiß.“

Wieso? Wo ist der Unterschied? Ich erkläre das gerne: vegan und vegetarisch sind Lebenseinstellungen. Für mich ist diese Essweise nicht vorrangig eine Frage der Tierliebe, sondern dessen, was ich ernährungsmäßig für vernünftig halte. Dass ich mit fortschreitender tiereiweißarmer oder manchmal -freier Ernährung auch dem rohen Fleisch und der Tierhaltung gegenüber eine andere Einstellung bekommen habe, liegt auf der Hand. Warum ich mich aber vor allem immer noch und immer stärker gegen die Bezeichnung „vegan“ für mich selbst setze, konnte ich letztlich wieder an einer Webseite sehen: hier.

Mich graust, wenn ich dort zu den Milchprodukten lese: Milch wird ganz einfach durch Soja-, Reis- oder Hafermilch ersetzt. Sojamilch gibt es mittlerweile in fast jedem Supermarkt (…). Sojamilch ist vom Geschmack her sehr ungewöhnlich, ich würde jedem empfehlen, mit Vanille oder Schoko anzufangen. Am Anfang muß sich fast jeder daran gewöhnen, aber mit der Zeit – zumindest bei mir war das so – findet man dann normale Kuhmilch eklig und schleimig. […]
Sojamilch kann ganz normal wie Milch verwendet werden, zum Kochen und Backen, über das Müsli oder als Kakao. Sogar Pudding kann man ganz normal damit kochen. Für süße Rezepte verwende ich meist eine Vanillemilch, vor allem bei Pfannkuchen habe ich damit sehr gute Ergebnisse erzielt.“

Hoffentlich werde ich dort nie eingeladen… 😉

Gegen grausame Tierhaltung bin ich auch. Dennoch berührt mich die Grausamkeit gegen Menschen immer noch mehr als die gegen Tiere. Für einen deutlich geringeren Fleischverzehr bin ich unbedingt auch. Aber ganz ehrlich: Ich war hocherfreut, als ich bemerkte, dass mein Frühstück am 1. April (Scheibe Brot mit dick Schinken drauf) von vielen nicht direkt als Aprilscherz erkannt wurde. Es heißt nämlich, die meisten wissen, mir geht es um das Essen, nicht um ein Dogma. Es mag Menschen geben, die glauben (!), dass sie auch kurz vor dem Verhungern ein Stück Fleisch ablehnen würden. Zum Glück sind wir bis jetzt hier in diesen Breitengraden nicht vor die Wahl gestellt, theoretisch können wir alle viele schöne Dinge von uns glauben. Auch wenn es den einen oder anderen überzeugten Nicht-Fleischesser schockieren mag: Ich müsste nicht einmal kurz vorm Verhungern sein, um zu einem Stück Fleisch zu greifen. Richtig deftiger Hunger und nichts anderes zur Hand würden da durchaus reichen.

Da ich mich stets selbst immer wieder teste, habe ich in den letzten Monaten auch hier und dort mal in ein Stück Fleisch gebissen. Und? Fisch schmeckt mir gar nicht mehr. Fleisch schmeckt mir nicht besonders. Ente ging noch. Ich vermisse nichts, wenn ich diese Dinge gar nicht esse. Doch ich weiß auch eins: Würde ich irgendwann einmal darauf angewiesen sein, doch tierisches Eiweiß zu essen, hätte ich damit weniger Probleme, als zum Beispiel etwas Gezuckertes essen zu müssen.

So rein wissenschaftlich ist auch noch nicht entschieden, ob wir nun „von Natur aus“ Omnivoren (Allesesser) oder Vollvegetarier sind. Beide Seiten haben gute Argumente, leider sind nicht beide Seiten immer sachlich. Wobei ich persönlich überzeugt bin, dass der Mensch durchaus ohne Fleisch und Tierprodukte leben kann. Der menschliche Körper ist eben anpassungsfähig, und eine sehr fleischarme bis fleischfreie Kost hat sich immer wieder als günstig erwiesen. Warum der heutige hohe Fleischverzehr für die Gesundheit des einzelnen und für „die Welt“ als Ganzes schädlich ist, brauche ich wohl nicht mehr zu erläutern, dafür gibt es genug Material.

Ich möchte mir die Offenheit bewahren. Für mich ist Vollwerternährung die ideale Ernährungsform, weil sie aufbauend auf nachvollziehbaren und erwiesenen Tatsachen nur Empfehlungen kennt, keine Verbote. Also jemand, der einmal in der Woche oder im Monat Fleisch isst, oder genauso häufig ein Stück Käse, ist deshalb für mich kein schlechterer „Vollwertmensch“. Ich möchte auch kein schlechtes Gewissen haben, falls mich mal der Hunger auf einen Hühnerschenkel überkommt. Denn dieses Getue um das Fleisch entspringt manchmal auch unserem Luxus, in dem wir leben. Nomaden, die vom Fleisch leben, zum Beispiel würden als Veganer eben sterben.

Ich bin eine überzeugte Vertreterin der tiereiweißarmen bis tiereiweißfreien Ernährung. Die Gründe sind rein eine Sache des Wohlbefindens, kein Dogma, keine Weltanschauung. Und nur wenn wir die Vollwerternährung völlig vom Dogma befreien, haben wir auf Dauer die Chance, dass sie sich durchsetzt. Und das ist vor allem mein Ziel: Dass die Menschen nicht mehr Krankheiten als unvermeidliches Übel sehen, sondern als eine Folge ihrer Lebensweise, die sie selbst in der Hand haben. Ob mit oder ohne einem Schnitzelchen, aber „natürlich“ nicht mit einer Eiweiß- oder Steak-Diät.

Vegetarier und Veganer

Kommentar vom 24. März 2011: Vegetarier und Veganer

Heute möchte ich euch eine neue Perle der Weisheit aus der Apotheken-Umschau (März) präsentieren. Es geht einmal wieder um gesundes Leben, und speziell um das gesunde Leben von Vegetariern. Es ist zu schön, mal wieder das gesamte Un-Wissen über den Vegetarismus konzentriert in einem kleinen Artikel zu sehen. Schreiben diese Journalisten eigentlich immer wieder und immer wieder voneinander ab, sodass sich gar nichts Neues ergibt?

Vorgestellt wird u.a. eine Diabetikerin, die dank vegetarischer Ernährung ihre Blutzuckerwerte im Schach hält. Ihr Lieblingsgericht ist Paella mit Reis, Gemüse und Tofu. Super, gell? Heute isst sie vegan, und als Vorteil nennt sie: „Ich kann viel mehr essen als früher. Ich mag große Portionen.“ Hmmm. Ich bin ja auch keine bescheidene Esserin, aber mein Ideal ist es eigentlich, bescheidener zu werden, weil ich das Buch „Wir fressen uns zu Tode“ immer im Hinterkopf habe. Damit zu prunken, dass ich große Portionen verdrücken kann, finde ich nicht besonders lobenswert.

Die Experten, so wird uns berichtet, sind sich mittlerweile einig, „dass es gesund ist, auf Fleisch zu verzichten oder seinen Fleischkonsum stark einzuschränken“. Man beachte die Wortwahl. Sprache ist eine der schärfsten Waffen. Ich esse seit Jahren kein Fleisch und habe noch nicht einen Tag darauf verzichten müssen. Ich habe schon lange davor wenig Fleisch gegessen, meinen Fleischkonsum aber nie eingeschränkt.

Der Diabetologe Prof. Hans Hauner weiß noch mehr – dass nämlich eine vegetarische Ernährung eine gute Vorbeugung ist, „gegen ein gelegentliches Stück Fleisch oder Fisch sei aus gesundheitlichen Gründen nichts einzuwenden.“ Schade, dass Prof. Hauner wohl weder Wendt, Bruker noch Schnitzer gelesen hat, keine dahergelaufenen selbsternannten Ernährungsexperten, sondern ebenfalls studierte Menschen, die sehr wohl davon ausgehen, dass zu viel (tierisches Eiweiß) ein ganz wichtiger Faktor bei Diabetesentstehung und -vorbeugung ist. Ob ich ihm zu Weihnachten mal ein entsprechendes Buch schenken sollte? H. weiß auch, warum das so ist: „Schließlich liefern Rind, Huhn und Hering auch wichtige Nährstoffe: zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D (Fisch) oder Eisen (Fleisch).“ Äh, Leinöl fällt mir da spontan als sehr Omega-3-Fettsäure-reich ein…

Hübsch dann auch der Passus zu Mangelerscheinungen, mit denen Vegetariar in der Regel (!) nicht rechnen müssen. Denn sie essen ja Eier und Milchprodukte. Die armen Veganer jedoch haben ein Problem: einige Nährstoffe, etwa Vitamin B12, kommen fast nur in tierischen Produkten vor. Aha. In welchen anderen Produkten denn noch? Das Thema B12 ist ja reichlich abgenudelt. Und interessant das Wörtchen „fast“. Es kommt also auch in pflanzlichen Produkten vor? Aha! Da unser Körper von B12 nur ganz, ganz geringe Mengen benötigt, ist es also nicht nötig, sich jede Woche reichlich mit diesem Vitamin einzudecken. Frische Sprossen, Sauerkraut und eingeweichtes Getreide reichen da völlig aus. Kein Wort auch davon, dass die Darmflora von Nicht-Tiereiweißessern sich ändert. Aber die Apotheken-Umschau weiß Rat:

„… wird Veganern geraten, Vitamin B12-Präparate einzunehmen oder Lebensmittel zu wählen, denen das Vitamin zugesetzt wurde, zum Beispiel Soja-Drinks mit Vitamin B12“. Toll, nicht wahr? Künstlichkeit aller Orten! Wer hat das denn wohl der Apotheken-Umschau ins Öhrchen geflüstert? Das erfahren wir sofort im nächsten Satz: „Besonders wichtig ist das für schwangere und stillende Frauen und für Kinder und Jugendliche im Wachstum“, sagt Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann aus Gießen. Wer jemals den industriegeschwängerten Käse gelesen hat, den Prof. Leitzmann so verfasst, aber im hübsch in hochtrabend-wissenschaftlichem Wortschatz, dreht jetzt endgültig die Ohren ab.

In dem Stil geht’s weiter. Mir rotiert der Magen in seiner Halterung. Wir Vollwertler brauchen uns übrigens keine Sorgen um unsere Eiweißzufuhr zu machen (Überschrift: Vollkorn bevorzugen), denn wir haben ja Sojaprodukte, die enthalten noch mehr Eiweiß als Fleisch oder Fisch! Na, ist das nicht fein? Claus Leitzmann hat mit der Apotheken-Umschau im Arm noch mehr Weisheiten für uns parat: „Essen soll aber nicht nur gesund sein, sondern auch schmecken“. Ich finde diesen scheinbaren Widerspruch schon merkwürdig. Wirklich schmackhaftes Essen ist gesund – denn nur verkorkste Geschmacksempfindungen werden Industriekost schmackhaft finden. „Deshalb tun sich viele Menschen schwer mit dem Gedanken, auf Fleisch zu verzichten.“ Ha, da ist es wieder, mein Lieblingswort !

Warum tun sich eigentlich so viele studierte Menschen schwer, die einfachsten Zusammenhänge zu verstehen?

Gastbeitrag: Meine Vollwertgeschichte

Kommentar vom 10. August 2010: „Gastbeitrag: Meine Vollwertgeschichte“

Die Verfasserin dieses Beitrags kenne ich aus einigen Telefonaten und weiß daher, welche Schwierigkeiten sie hat – die sie ja im Folgenden auch schildert -, die Vollwert, vor allem die vegane Variante, konsequent zu leben. Als Angestellte in einer normalen Küche, unter Druck von vielen Seiten: Viele kennen das und werden mir ihr fühlen können.

Ich liebe Tiere, es schmerzte mich immer wenn es zum schlachten gebracht wurde. Aber es hat schon immer zum Leben dazu gehört, also habe ich das auch immer akzeptiert und was für mich jetzt am schlimmsten ist , ich habe mitgemacht.  Erst mit dem Abschied von Zuhause habe ich mich getraut etwas in meinem Leben zu ändern. Ich wurde Vegetaria. Ich aß immer noch Fisch, Eier, Käse und Milchprodukte, aber irgendwie fühlte ich mich besser (seelisch), trotz meinen ständigen Erkältungen,  schmerzenden Gliedern, schlechten Zähnen und sämtlichen anderen Wehwehchen.

Ich hatte immer irgendwelche Diäten ausprobiert, aber ohne einen längerfristigen Erfolg.  Zuletzt, dieses Jahr war es die F.X. Mayer Semmeldiät. Sie war mit Abstand die beste, die mir geholfen hat, meine Magen- und Verdauungsprobleme in den Griff zu bekommen. Aber die Umstellung auf normale Kost erwies sich als sehr schwer. Mich überkamen andauernd Heißhungerattacken auf Süßes.  Ja ich muss zugeben ich bin ein Zucker-Junkie. Ein zwei Tafel Schokolade waren auch schon drin, und das an einem Tag.   Ich war eine „Puddingvegetaria“) kein Fleisch, dafür sehr viel Zucker, Auszugsmehlprodukte, Pommes, lauter ungesunde Sachen) und wie ich jetzt weiß, hat es meiner Gesundheit ziemlich geschadet. Eines Tages habe ich im Internet geschaut was ich so machen könnte, was ändern, so ging es nicht mehr weiter, ich war jetzt schon fast zwei Monate am Stück erkältet. Da stieß ich auf den Begriff Vollwertkost, ich gab es ein. Es kam unter anderem auch ein paar Videos. Ich schaute mir die an, darunter auch Utes Vollwertecke, ich war begeistert wollte mehr. Durch sie wurde ich auf Dr. Bruker gelenkt, ich fing an zu lesen, und tue es immer noch. Dazu sind sämtliche andere Autoren gekommen, auch sehr viele die über Rohkost schreiben. Aber Ute ist mir ans Herz gewachsen vielleicht auch, weil man sie anrufen kann und mit ihr über dieses Thema sprechen kann (und viel mehr), das kannte ich nicht. Denn ich kenne nicht viele Vegetaria. Ok zwei kenne ich, aber eine   habe ich seit gut 10 Jahren nicht gesehen und die andere sehe ich höchstens einmall im Jahr. Oder weil ich durch Utes Rezepte das erste mal im meinem Leben Vollwert gekocht habe und es schmeckte, das war das ausschlaggebend, so hat mich Vollwert für sich gewonnen.

Mir fehlt es manchmal schwer, da ich in der Küche arbeite, wo keine Vollwert gekocht wird, Vollwertkost durchzuhalten. Ich treffe ständig auf Vorurteile. Da ich immerzu kränklich war, meinen alle, dass es durch meine Ernährung kommt. Und das stimmt eigentlich auch. Streitereien mit mütterlichen Arbeitskolleginnen, die sich eigentlich nur sorgen, sind an der Tagesordnung.  Ich habe immer wieder Zweifel, da mein Mann nur Fleisch isst und gar kein Gemüse oder Obst und er ist kerngesund. Wenn er eine Erkältung hat, dann nur zwei Tage Schnupfen und das wars. Na ja, das Leben ist schon manchmal seltsam. Und so leben ein reiner Würstchenfleischesser und eine Vegetarierin /Veganerin zusammen und versuchen sich gegenseitig zu überzeugen, das gerade das eine das bessere ist, auf die eine oder andere Weise.

Wie heißt es so schön? Man soll niemals von jemandem verlangen, dass er so bleibt wie er ist, den es geht nicht, wir lernen jeden Tag dazu, wir lernen uns kennen und die anderen, wir verändern uns und unsere Meinungen. Nichts bleibt bestehen, so wie wir es jetzt sehen (wahrnehmen), alles ist relativ. Und das ist gut so.

Ich bin jetzt auf dem Weg  Vollwertveganerin zu werden und werde das auch immer sein, denn jeden Tag stelle ich mich neuen Herausforderungen. Und auch wenn ich mal „sündige“, weiß ich doch, ich bin auf dem richtigen Weg.

Ich sehe Vollwert nicht nur als Ernährungsweise, ich sehe es als Einstellung, als Lebensart, als eine Entdeckungsreise durchs Leben.

Kinderfrühstücke von der AOK

Kommentar vom 25. März 2010: „Kinderfrühstück“

Apothekenbesuche sind doch immer wieder eine Freude, weil da viel Material herumliegt, das wir kostenlos mitnehmen können. Vierfarbig gedruckt, auf bestem Papier ist auch die Vigo, die aktuelle Apothekenzeitung der AOK Rheinland/Hamburg. Komisch, dass der Druck solch aufwändiger Zeitungen niemals als Sparfaktor in irgendwelchen Gesundheitsreformen auftaucht.

Vigo hat auch eine Kinderseite „Jolinchens Welt“ mit lustigen Bildern, Rätseln, Infos und Witzen. In der März-April Ausgabe gibt es dann ein Frühstück, das haha wie lustig „Frühlingshaftes Drachenfrühstück“ genannt wird. Warum Drachenfrühstück? Keine Ahnung. Auf dem Foto sehen wir ein blasses Kind, das mit blasser Hand einen Esslöffel dieses Frühstücks in den weit geöffneten Mund führt. Links steht „Mach mit!“. Das alles auf lindgrünem Hintergrund gedruckt, noch zwei kleine Fotos je von einem Apfel (natürlich ein Granny Smith) und einer goldgelben, aufgeblätterten Banane. Da hat die Werbeagentur ja wieder richtig zugeschlagen, so viel jugendliche Gestaltung…. ob die das umsonst machen oder für das Geld, das durch Krankenkassenbeiträge hart arbeitenden Menschen aus der Tasche gezogen wird?

Da ich heute masochistische Anwandlungen hatte, habe ich mir das Rezept für 2 Portionen durchgelesen:

1 Apfel, 1 Banane, 1 Mandarine, 1 EL Zitronensaft, 1 EL Haferflocken, 1 TL Leinsamen, 1 TL Honig, 1 EL Cranberries oder Rosinen, 200 g fettarmen Naturjoghurt (1,5 % Fett), 1/2 Tasse fettarme Milch, 1 EL gehackte Nüsse.

Bei so vielen fettarmen Zutaten wundert es mich wirklich, dass ein ganzer Esslöffel Nüsse verwendet wird. Hätte nicht ein Teelöffel für die lieben Kleinen auch gereicht? Warum eigentlich noch fettarmer Joghurt, es gibt doch auch diese wunderbaren Produkte mit 0,5 % Fett oder weniger.

Warum sind eigentlich die Krankenkassen immer die letzten, die gesundheitliche Erkenntnisse propagieren? Warum schon Kinder auf den Fettlos-Trip stoßen, statt sie mit natürlichen Lebensmitteln zu ernähren? Warum muss der Honig in das Müsli, warum können die Kinder nicht erst einmal probieren, ob ihnen ein Müsli auch so schmeckt? Ups, wie dumm von mir – mit dem sauren fettlosen Joghurt muss ich natürlich einen Geschmackspepp hineinbringen.

Unten auf der Kinderseite zwei kleine Witze. Damit die Kinder schon früh lernen, was sie vom fleischlosen = vegetarischen Essen zu halten haben, bekommen sie folgenden Witz serviert:

„Und Sie leben tatsächlich nur von Gemüse? Sie sind also ein ausgesprochener Vegetarier?“ „Ach Quatsch, ich bin Gemüsehändler“.

Wie witzig. Welches Kind wird da noch sagen: Ja, meine Eltern sind aber Vegetarier…

Eine interessante Rohkostseite

Kommentar vom 8. August 2009: Rohkost – eine Neuentdeckung

Heute Morgen fand ich zu einem Rohkostbeitrag vor ein paar Tagen einen Kommentar auf dem Blog vor, von Silke, mit Verweis auf ihre eigene Rohkostseite. Da war ich natürlich neugierig und habe sofort nachgeschaut.

Der Titel „http://www.rohelust.com“ ist ja schon sehr schön. Auch die Seite gefällt mir gut. Klar optisch aufgeteilt, keine modischen Spielereien, ein bisschen Google Ads und Amazon-Links – verständlich, denn eine Seite pflegen kostet Geld. An manchen Stellen wird mir die Werbung allerdings etwas zu heftig, weil sie die ansonsten so angenehme Frische und Schlichtheit der Seite sprengt. Hervorragend finde ich die Seite mit den 124 Gründen, die gegen Zucker sprechen. Es handelt sich um eine Übersetzung aus dem Amerikanischen mit ausführlichem Literaturverzeichnis. Wobei ich da einen Hinweis auf Bruker und sein Buch „Zucker Zucker“ für die deutschsprachigen Leser hilfreich fände.

Überhaupt, auch das gefällt mir, „klaut“ Silke nicht. Wenn sie ein Rezept übernimmt, dann zitiert sie ihre Quelle. Die Rezeptsammlung steht wohl  am Anfang, die Zahl der Rezepte ist noch recht übersichtlich. Mir gefallen die Rezepte auch deshalb gut, weil viele von ihnen meinem Trend zu „normalen Zutaten“ entsprechen.

Was mir fehlt, sind eine Definition bzw. Erklärung von Rohkost und eine Bezugsquelle oder Erklärung von Zutaten, die nicht jedermann geläufig sind. Wo bekomme ich z.B. rohes Kakaopulver? Oder mahle ich mir das selbst aus rohen Kakaobohnen? Was ist Maca? Maca habe ich gerade im Internet recherchiert, findet auch als Nahrungsergänzung Verwendung. Ich vermute mal, dass Silke einfach die getrocknete Wurzel meint, da wäre  ein Hinweis schön.

Der Aufbau der Blogseite dauerte ein paar Sekunden. Es findet sich dort auch einiges zum geheimnisvollen Maca. Die Rezepte dort, die ich so bei den ersten Einträgen gelesen habe, sind nicht so mein Ding. Eier lehne ich ja z.B. ab. Auch kann ich nicht so ganz nachvollziehen, wieso Rohköstler weniger dogmatisch sein sollen als Veganer. Ich denke, das hängt auch immer ein bisschen vom Standpunkt ab. Das ist aber natürlich auch der Grund, warum ich möglichst vermeide zu sagen „Ich bin Vegetarierin“ oder „Ich bin auf dem Weg zur Veganerin“. Ich sage lieber „Ich esse kein Fleisch“ und „Ich werde eines Tages sicher keine Tierprodukte mehr essen, sehen wir einmal vom Honig ab“.

Nicht alle Rezepte, die im Blog stehen, erscheinen dann auch auf der Rezeptseite. Das ist hinderlich, wenn ich mich schnell zu Rezepten orientieren möchte

Auch sehr sympathisch: Die Seite über mich. Schlicht, offen und ehrlich. Keinerlei unangenehmer Missionsgeist.

Eine Seite, die Spaß macht.