Schön!

Am Anfang meiner Vollwertzeit interessierte ich mich für Kurse. In Frage kamen die GGB in Lahnstein und die UGB in Gießen. Letztere schied dann aus für mich, weil sie Rohrzucker verwenden. Und es gibt auch einige Personalien, die ich kritisch sehe. Andererseits schätz(t)e ich immer die Offenheit dort (sie hatten z.B. kein Problem damit, mich und ein Buch von mir vorzustellen, räusper) und die deutlich zeitgemäße Ausrichtung, auch in der Optik.

Über das Mainzer Forum fand ich dort nun einen Artikel, der mir ausgesprochen gut gefällt. Ich lade ein zum Lesen!

Pressemitteilung

Sonntagsrezept(e)

10. Februar 2013: Drei Pilze mit einer Klappe

Achtung: Ganz unten gibt es eine Umfrage

Drei Mahlzeiten aufbauend auf zwei Grundzutaten. Jede anders, jede lecker. Die beiden Hauptzutaten sind getrocknete Pilze und Kichererbsen.

1. Kichererbsenpfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

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5321

2. Shiitake-Pilze mit Kicherwaffel

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5322

3. Steinpilze mit Kichernudeln

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5326 (2)

5326 (1)


Zweimal an den letzten Sonntagen habe ich die Rezepte als „Fotoromane“ vorgestellt. Wie euch das gefällt, weiß ich nicht. Erst vor ein paar Tagen tröpfelten ein paar Meinungen dazu ein. Heute habt Ihr nun die Chance, unerkannt zu sagen, ob Ihr das weiter ab und an sehen möchtet oder lieber nicht.

Nicht zu missionieren ist gar nicht so leicht

18. November 2012: Es ist schwer

Meine Rede ist ja immer: Ich missioniere nicht, ich biete jedem mein Wissen an, und wer es nicht haben will, das ist auch nicht schlimm. Ich akzeptiere, und das meine ich ohne bösen oder laienpsychologischen Hintergrund, dass es Menschen gibt, die ihre Krankheit brauchen.

Letztlich wieder ein Fall in der Familie. Ein Verwandter, mit dem der Kontakt vor längerem abgebrochen war. Dann bekam ich über 20 Ecken die Nachricht: Er kommt ins Krankenhaus, eine Bypass-Operation. Hui, das ist ja nicht so einfach. Da stellt man sich ja doch vor, was alles so passieren könnte… Also dachte ich, lieber schreib ich mal ein nettes Wort, bevor es dafür irgendwann zu spät ist.

Es gingen ein paar Mails hin und her. Hmmmm, sollte ich nicht auch hier einmal den Weg zur besseren Gesundheit aufzeigen? Ich schickte also die DVD mit dem Film zur tiereiweißfreien Ernährung Gabel statt Skalpell, die ich ja hier vorgestellt habe. Gleich dazu hatte ich auch gesetzt, dass ich das wirklich nicht diskutieren will – entweder er macht was draus oder nicht. Nun fühlte er sich aber doch bemüßigt, einen Kommentar abzugeben. Mich ermüdet das, Verwandtschaft hin oder her, schwere Operation bevor oder nicht, die Antwort kam: Also „vegan sei nicht auf seinem Plan“.

Nun denn. Ein Bypass auf dem Plan ist sicher netter (wobei ein Umschwenken der Ernährung den Bypass jetzt auch nicht mehr verhindert hätte, ist mir schon klar). Auch ein zweiter Bypass ist netter als vegan zu leben. Und dann kamen noch die üblichen Erklärungen, also eigentlich äße er ja sowieso schon viel weniger Fleisch. Was ich alles schon so gehört, wie vollwertig / vegetarisch die meisten Menschen schon leben, da müssten die meisten Metzgereiangestellten eigentlich schon auf Spielhöllen-Personal umgeschult worden sein. Zucker? Praktisch gar nicht mehr im Haus. Und so weiter… Erzählen kann man viel und meine Ohren sind geduldig…

Ich kann und will das nicht mehr hören. Die immer gleichen Ausflüchte. Die immer gleichen Rechtfertigungen, die immer gleichen Stories, wie „gesund“ sie eigentlich schon äßen… Das ist bei mir wirklich nicht nötig…

Eine andere Methode ist die Vogel-Strauß-Politik. Ich habe die DVD einer Vollwert-Freundin geschenkt, von der ich weiß, dass sie aufgrund ihrer Vorerkrankungen gut daran täte, das Tiereiweiß – vor allem auch den Käse komplett zu streichen. Sie selbst preist die Vorzüge der Vollwerternährung immer an. Nur beim Käse… da geht’s nur in der Theorie. Was hat sie zum Film gesagt? Nun gar nichts. Also erst wollte sie den Film an einem Wochenende sehen, dann bekam sie aber Besuch, da ging das nicht. Und in der Woche – sie ist berufstätig -, da hat sie abends nicht genügend geistige Frische, um dem Film wirklich gerecht zu werden. Natürlich wolle sie den Film unbedingt sehen. Da sie grob weiß, worum es geht, hat sie die raffinierte Lösung gewählt: Film einfach nicht gucken. Lieber weiter den Käse essen… und Wochenende um Wochenende vergeht, wo einfach die Zeit nicht reicht. Sowas aber auch 😉

Vegetarier und Veganer

27. April 2102: Warum vegan für mich keine Ernährung, sondern eine Lebenshaltung ist

Wenn ich gefragt werde: „Ach, bist du Vegetarierin?“, antworte ich in der Regel: „Nein, ich esse nur kein Fleisch“. Auf die Frage: „Sollen wir für dich vegan kochen?“ anworte ich: „Nein, bitte nicht, kocht für mich einfach ohne Tiereiweiß.“

Wieso? Wo ist der Unterschied? Ich erkläre das gerne: vegan und vegetarisch sind Lebenseinstellungen. Für mich ist diese Essweise nicht vorrangig eine Frage der Tierliebe, sondern dessen, was ich ernährungsmäßig für vernünftig halte. Dass ich mit fortschreitender tiereiweißarmer oder manchmal -freier Ernährung auch dem rohen Fleisch und der Tierhaltung gegenüber eine andere Einstellung bekommen habe, liegt auf der Hand. Warum ich mich aber vor allem immer noch und immer stärker gegen die Bezeichnung „vegan“ für mich selbst setze, konnte ich letztlich wieder an einer Webseite sehen: hier.

Mich graust, wenn ich dort zu den Milchprodukten lese: Milch wird ganz einfach durch Soja-, Reis- oder Hafermilch ersetzt. Sojamilch gibt es mittlerweile in fast jedem Supermarkt (…). Sojamilch ist vom Geschmack her sehr ungewöhnlich, ich würde jedem empfehlen, mit Vanille oder Schoko anzufangen. Am Anfang muß sich fast jeder daran gewöhnen, aber mit der Zeit – zumindest bei mir war das so – findet man dann normale Kuhmilch eklig und schleimig. […]
Sojamilch kann ganz normal wie Milch verwendet werden, zum Kochen und Backen, über das Müsli oder als Kakao. Sogar Pudding kann man ganz normal damit kochen. Für süße Rezepte verwende ich meist eine Vanillemilch, vor allem bei Pfannkuchen habe ich damit sehr gute Ergebnisse erzielt.“

Hoffentlich werde ich dort nie eingeladen… 😉

Gegen grausame Tierhaltung bin ich auch. Dennoch berührt mich die Grausamkeit gegen Menschen immer noch mehr als die gegen Tiere. Für einen deutlich geringeren Fleischverzehr bin ich unbedingt auch. Aber ganz ehrlich: Ich war hocherfreut, als ich bemerkte, dass mein Frühstück am 1. April (Scheibe Brot mit dick Schinken drauf) von vielen nicht direkt als Aprilscherz erkannt wurde. Es heißt nämlich, die meisten wissen, mir geht es um das Essen, nicht um ein Dogma. Es mag Menschen geben, die glauben (!), dass sie auch kurz vor dem Verhungern ein Stück Fleisch ablehnen würden. Zum Glück sind wir bis jetzt hier in diesen Breitengraden nicht vor die Wahl gestellt, theoretisch können wir alle viele schöne Dinge von uns glauben. Auch wenn es den einen oder anderen überzeugten Nicht-Fleischesser schockieren mag: Ich müsste nicht einmal kurz vorm Verhungern sein, um zu einem Stück Fleisch zu greifen. Richtig deftiger Hunger und nichts anderes zur Hand würden da durchaus reichen.

Da ich mich stets selbst immer wieder teste, habe ich in den letzten Monaten auch hier und dort mal in ein Stück Fleisch gebissen. Und? Fisch schmeckt mir gar nicht mehr. Fleisch schmeckt mir nicht besonders. Ente ging noch. Ich vermisse nichts, wenn ich diese Dinge gar nicht esse. Doch ich weiß auch eins: Würde ich irgendwann einmal darauf angewiesen sein, doch tierisches Eiweiß zu essen, hätte ich damit weniger Probleme, als zum Beispiel etwas Gezuckertes essen zu müssen.

So rein wissenschaftlich ist auch noch nicht entschieden, ob wir nun „von Natur aus“ Omnivoren (Allesesser) oder Vollvegetarier sind. Beide Seiten haben gute Argumente, leider sind nicht beide Seiten immer sachlich. Wobei ich persönlich überzeugt bin, dass der Mensch durchaus ohne Fleisch und Tierprodukte leben kann. Der menschliche Körper ist eben anpassungsfähig, und eine sehr fleischarme bis fleischfreie Kost hat sich immer wieder als günstig erwiesen. Warum der heutige hohe Fleischverzehr für die Gesundheit des einzelnen und für „die Welt“ als Ganzes schädlich ist, brauche ich wohl nicht mehr zu erläutern, dafür gibt es genug Material.

Ich möchte mir die Offenheit bewahren. Für mich ist Vollwerternährung die ideale Ernährungsform, weil sie aufbauend auf nachvollziehbaren und erwiesenen Tatsachen nur Empfehlungen kennt, keine Verbote. Also jemand, der einmal in der Woche oder im Monat Fleisch isst, oder genauso häufig ein Stück Käse, ist deshalb für mich kein schlechterer „Vollwertmensch“. Ich möchte auch kein schlechtes Gewissen haben, falls mich mal der Hunger auf einen Hühnerschenkel überkommt. Denn dieses Getue um das Fleisch entspringt manchmal auch unserem Luxus, in dem wir leben. Nomaden, die vom Fleisch leben, zum Beispiel würden als Veganer eben sterben.

Ich bin eine überzeugte Vertreterin der tiereiweißarmen bis tiereiweißfreien Ernährung. Die Gründe sind rein eine Sache des Wohlbefindens, kein Dogma, keine Weltanschauung. Und nur wenn wir die Vollwerternährung völlig vom Dogma befreien, haben wir auf Dauer die Chance, dass sie sich durchsetzt. Und das ist vor allem mein Ziel: Dass die Menschen nicht mehr Krankheiten als unvermeidliches Übel sehen, sondern als eine Folge ihrer Lebensweise, die sie selbst in der Hand haben. Ob mit oder ohne einem Schnitzelchen, aber „natürlich“ nicht mit einer Eiweiß- oder Steak-Diät.

Utes Vollwertecke Oktober 2011

Kommentar vom 30. September 2011: Utes Vollwertecke: Keine ungesunden Fette

Der neue Film ist „online“:

Das Thema war ursprünglich geplant als „Ungesunde Fette“ (das dritte Brukersche ‚Nein‘), zu dem ich ja für die Vollwert grob alles bereits in Videos dargestellt habe. Der Knackpunkt ist in diesem Fall der Gedanke, ob Sahne und Butter wirklich im Gegensatz dazu gesunde Fette sind. Okay, „gesünder“ als Margarine und Billigöl allgemein. Aber mir geht es darum, was meiner Überzeugung und Kenntnisse nach heute einem Vollwertler als Ziel dienen sollte. Für mich ist eine Vollwerternährung mit Milch, Eiern, Quark, Fleisch und Joghurt auch für den Anfänger nicht mehr empfehlenswert. Wie geht es weiter und welche Probleme stellen sich mir dann? Einige Antworten gibt dieses Video.

Übrigens: Wer sehen will, was ich bereits für Videos gedreht habe, kann dafür auf die Übersicht auf meiner Homepage gehen: hier

 

Vegan gibt es bei mir nicht mehr

Kommentar vom 13. September 2009: Vegan oder vegetarisch? Nö, bin ich nicht.

Da ich kein Fleisch esse, werde ich häufig als „Vegetarierin“ klassifiziert. Daraufhin angesprochen, habe ich immer schon gesagt „Ich bin keine Vegetarierin. Ich esse nur kein Fleisch“. Und obwohl der Anteil der tierproduktfreien Rezepte in meiner Sammlung wuchs – die ich auch immer mit „vegan“ kennzeichnete -, hätte ich nie von mir behauptet, ich würde eines Tages vegan leben. Obwohl ich bei der Beobachtung meiner Essentwicklung durchaus diese Tendenzen sah. Und so habe ich dann weiterhin stolz meine Rezepte mit diesem Etikett versehen. Ich hatte sogar schon ein Buch nur mit veganen Rezepten für das Jahr 2010 geplant, wobei der Teil „Kuchen“ besonders spannend zu werden versprach.

Was mir bei der veganen Küche nie gefallen hat, ist das Honigverbot (und erst recht das Lederverbot). Um Honig zu essen, muss ich kein Tier töten (wobei ich das an sich nicht immer etwas „Verwerfliches“ finde“), und wenn die Bienen gut geführt werden – warum nicht Honig essen? Auch andere Tierprodukte wie Milch oder Käse lehne ich nur aus  ernährungstechnischer Sicht (Tiereiweiß) ab. Nicht jedes domestizierte Tier wird gequält oder ist völlig überzüchtet.

Im Versuch, vegan zu essen, habe ich dann auch mit anderen vollwertigen Süßungsmitteln experimentiert: Trockenfrüchte (haben einen zu starken Eigengeschmack, stehen in der Kollathtabelle in Spalte 5), roher Agavendicksaft (Import, in Mengen viel zu teuer). Stevia habe ich einmal probiert – es schmeckt mir nicht und soll wohl auch zum Backen ungeeignet sein. Auch ist die Herstellung von Süßwaren mit Trockenfrüchten nicht wirklich zufriedenstellend. Ein Kuchen wird so immer ein Kompromiss sein. Und ich liebe die Vollwert, weil ich da keine Kompromisse machen muss. Außer zum Backen oder für Süßspeisen brauche ich aber nur wenig Süßungsmittel. Und dann lässt Stevia durch seine starke Süße auch keine Entwicklung meines natürlichen Süßeempfindens zu. Es blieb also das Hadern mit dem Honig.

Vermehrt wurde mir auch immer deutlicher, dass sich eingefleischte (haha, wie paradox) Veganer eher auf eines konzentrieren: die Vermeidung von Tierprodukten aller Art. Dies entspricht nicht meiner Auffassung. Offenbar geht es Veganern nicht um eine vernunftbetonte Ernährungsweise, sondern um eine Überzeugung. Nichts dagegen – das mag jeder halten wie er will, ich respektiere das. Ich gehe aber an die Ernährung als Ernährung und nicht als Lebensüberzeugung heran. Wobei natürlich mit der Vollwertigkeit auch eine gewisse Einstellung einhergeht, sei es auch nur die Unterstützung des biologischen Anbaus.

Ein Beitrag auf dem Blog hat ja hier zu einigen Diskussionen geführt. Sicher kann ich nicht einen Veganer stellvertretend für alle Veganer nehmen – aber ich habe mich dann nochmals vermehrt mit dem Begriff, den Ideen, die dahinterstehen, und wie einiges abgehandelt wird, beschäftigt. Es ist nicht meine Welt. Zu wenig haben Veganer und ich in der Prioritätensetzung bei der Ernährung gemeinsam, die Entfernung zwischen ihnen und mir ist fast größer als zu den „einigermaßen gesund lebenden Normalbürgern“. Im Begriff „vegan“ ist nicht enthalten, dass Lebensmittel eine gewisse Qualität haben müssen. Da bin ich den Rohköstlern schon näher, bei denen die Lebensmittelqualität ja auch vorne weg steht.

Daher wird es in Zukunft keine „veganen“ Rezepte mehr geben. Ich habe die ganze Rubrik fallengelassen. Was es in Zukunft geben wird sind Rezepte, die 100% tiereiweißfrei sind. Denn auf die Dauer ist mir die tiereiweißfreie Ernährung nach Bruker immer noch zu „tierisch“. Einmal beobachte ich das einfach an meinem Essverhalten (das geht übrigens vielen tiereiweißfreien Vollwertlern so), das sich ohne bestimmte Absicht so entwickelt. Zweitens sprechen auch vermehrt wissenschaftliche Erkenntnisse dafür, ich kann hier nur wieder einmal auf die China Study von Colin T. Campbell verweisen. Wobei ich mir der „Wackligkeit“ wissenschaftlicher Erkenntnis auch dann bewusst bin, wenn sie mir entgegen kommen.

Ich kann mir vorstellen, dass ich eines Tages keinerlei Produkte mit Tiereiweiß mehr esse, im Moment schaut meine Entwicklung so aus. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich eines Tages kaum noch Honig brauche, weil ich lieber ein Stück Obst als ein Stück Kuchen esse – vielleicht auch nicht. Meine Gäste müssen auch nicht fürchten, dass ich ihnen demnächst Horrorvollwertkuchen à la Pappmasché vorsetze 🙂 Ich spreche nur von dem Essen für mich selbst.

Ich behaupte natürlich nicht, dass meine für mich gewonnenen Einsichten und Ansichten für irgend jemanden ein Maßstab sein sollten. Es heißt auch nicht, dass ich von nun ab alle Veganer in einen Topf werfe. Viele Vollwertler leben ebenfalls vegan. Ich bin einfach nur zu der Erkenntnis gekommen, dass ich weder eine Vegetarieren / Veganerin bin noch dass ich das anstrebe.

Mein Weg geht woanders hin. Das möchte ich heute vorstellen. Wer das kommentieren möchte, kann das natürlich wie immer gerne tun 🙂