Vitamin B12 noch einmal

21. Juli 2014: Meine Erfahrung mit Vitamin B12 (Fortsetzung)

Wie der eine oder andere sich vielleicht noch erinnert, hatte ich vor einigen Monaten begonnen, Vitamin B12-Tabletten zu nehmen – haben ja keine Nebenwirkungen, da wasserlöslich, alles, was zu viel eingenommen wird, kann über den Urin ausgeschieden werden. Ich nahm ratiopharm-Tabletten mit 10 µg Vitamin D3.

Anfangs haben mir die Tabletten wirklich gut geholfen, das kann ich nicht anders sagen. Mein Schlaf wurde besser, einige andere Dinge auch. Nach etwa 4 Monaten war die Wirkung aber irgendwie … nicht mehr da. Lag’s an dem vermehrten Stress? Dann fiel mir wieder das Methylcobalamin ein. Das ist ja vom Körper direkt aufnehmbar. Ich habe mir daher Tabletten (Kapseln) zu je 1000 µg Methylcobalamin gekauft. Erst sah ich keinen Zusammenhang, aber nach etwa zwei Wochen fiel mir auf, dass ich immer schlechter schlief und unter starkem Herzrasen litt. Meine Güte, gesund essen und jetzt steht der Infarkt vor der Tür? Einen Zusammenhang habe ich erst nicht gesehen.

Ich habe also diese Hammerkapseln wieder abgesetzt und nach etwa 10 Tagen war auch mein Herzschlag wieder normal. Soweit zu „das hat keine Nebenwirkungen, weil wasserlöslich“.

Was werde ich nun in Zukunft tun? Erst einmal gar nichts. In einem Jahr etwa werde ich mir wieder eine kleine Kur der schwachen Tabletten gönnen. Und noch einmal vergleichen. Die superstarken Tabletten sind wohl eher für Leute geeignet, die Vitamin B12 gar nicht speichern können, ist mein laienhafter Schluss. Ich kann ja aufgrund fehlender Vergleiche wirklich nur mein eigenes Beispiel aufführen, das also ACHTUNG – keine allgemeine Aussage sein soll!

Verträgliches Vollkornbrot

7. Juni 2014: Was für ein Vollkornbrot wichtig ist

Die HörZu (Nr. 21/2014) hat den Veganismus entdeckt! 800.000 Menschen leben in Deutschland vegan, laut HörZu. „6,88 Millionen Bundesbürger bezeichnen sich nach Angaben des Vegetarierbundes als Vegetarier.“ Schon solche Zahlen finde ich prima. Es soll ja Leute geben, die jede Menge Fisch und Geflügel essen und sich als Vegetarier bezeichnen. Und hat der Vegetarierbund wirklich alle Bundesbürger befragt oder ist das nur eine Hochrechnung aus einer wie immer großen oder kleinen Stichprobe?

Wie viele Menschen vollwertig leben erfahren wir nicht – und wie eng vegan in der Meinung der Befragten gefasst ist, bleibt ebenfalls im Dunkel. Aber mal egal, auf den ersten Blick ist der Artikel gar nicht so schlecht. So wird darauf hingewiesen, dass Veganer sich möglichst nicht einfach nur das Tierische weglassen sollten, sondern eben vernünftig essen. Und natürlich kommt B12 ins Spiel – alle Veganer müssen das supplementieren (= ergänzen). Wobei aber auch darauf hingewiesen wird, immerhin, dass es auch Nichtveganer gibt, die einen solchen Mangel haben.

Als ideale Mahlzeit wird der Speiseteller der amerikanischen Universität Harvard vorgestellt, eine Überarbeitung der Ernährungspyramide. Und natürlich der ewige Fischhinweis, nun das muss wohl sein. Insgesamt aber für einen Mainstream-Artikel nicht schlecht. Dennoch ist das alles nur oberflächlich angelesen, wie ich an einigen Stellen auch beim flüchtigen Lesen feststellen konnte.

So wird zum Beispiel die Atkins-Diät als „Low-Fat-Ernährung“ eingeordnet. Da ich selbst einmal im jugendlichen Leichtsinn diese Diät einige Wochen lang gemacht habe, weiß ich eines: Von wenig Fett kann da keine Rede sein! Eher Low-Carb. Also falsch abgeschrieben, nicht die Originalquelle angeschaut.

Schön sind auch die Ausführungen zur Rohkost. Schon das Foto ist prima, da liegt neben anderem Gemüse eine geschälte Gurke 🙂 Der Text ist von Ernährungsprofi Lemberger…. ich habe gegoogelt. Na endlich mal wieder eine Diplom-Ökotrophologin! Rohkost ist laut HörZu „geeignet für gesunde Menschen mit gutem Immunsystem, denn rohe Lebensmittel können Erreger enthalten, die Infekte auslösen“. Ich hoffe, die Rohköstler wissen das 😉 Einen Alltagstipp gibt es auch – Rohköstler sollten sich gleich einen Entsafter kaufen, weil der die Zubereitung gesunder Smoothies erleichtert. Ach ja.

Aber auch für uns, die wir gerne Vollkornbrot essen, gibt es eine gute Lehre, die uns sagt, dass magenfreundliches Essen eigentlich nur mit einer besonderen Art von Mühle oder einen Vitamix möglich ist:

„Für die meisten Menschen leicht bekömmlich sind etwa Salz- und Pellkartoffeln sowie magerer Fisch […] und fein gemahlenes Vollkornbrot.“ 🙂

Ach so….

24. Oktober 2013 Kurzinfos zu Vitamin B12

Wie gut, dass wir die Apotheken-Umschau haben: Jetzt brauchen wir uns um die Versorgung mit Vitamin B12 keinerlei Sorgen mehr zu machen. In ihrer A-Ausgabe vom 1. Oktober 2013 steht auf Seite 25 „Obst und Gemüse enthalten außerdem Folsäure und Vitamin B12. Die Vitalstoffe sollen ebenfalls vor Knochenbrüchen schützen. Negativ wirkt sich Rauchen aus.“ 🙂 🙂 🙂

Ich bin gespannt, ob da in der nächsten Ausgabe eine Korrektur kommt. Dann habe ich die Tage meinen veganen Neffen M. einmal wieder getroffen. Seine Mutter hatte mir ja erzählt, dass er die B12-abgebende Zahncreme benutzt. Ich fragte ihn natürlich sofort, wie er damit zurecht kommt. Merkwürdiger Blick über den Tisch. „Äh….“. Die Mutter erklärt: „Sie schmeckt ihm nicht!“. Also scheint sie gewöhnungsbedürftig im Geschmack. Ich erwähnte dann noch, dass ich sie wegen des Fluoranteils ablehne. Mutter ganz erstaunt: „Ach, da ist Fluor drin?“. So etwas überrascht mich, denn M.s Mutter ist keineswegs unkritisch. Aber das Lesen der Inhaltslisten geht in der Eile doch schnell mal an einem vorbei….

Vitamin B 12 – Teil 3 von 3

23. September 2013: Vitamin B12 im Selbstversuch und die Konsequenzen

Ich selbst habe mich vor etwa 3 Wochen dazu durchgerungen, eine Weile Vitamin B12 in Tablettenform zu supplementieren. Ich habe bis jetzt kleine Veränderungen wahrgenommen, zum Beispiel schlafe ich deutlich besser, bin in Kleinigkeiten weniger nervös, meine Haare haben mehr Glanz. Was mich wunderte: Ich bekam plötzlich Hunger auf Fleisch. Erst dachte ich, ich bilde mir das ein, bis mir eine Veganerin, die kurz vor mir ebenfalls mit Supplementierungen begonnen hat, auch von diesem Fleischhunger berichtete. Das hat sich aber nach wenigen Tagen gegeben.

Ich werde das an mir beobachten. Ich habe seit 7 Jahren mit wenigen Ausnahmen konsequent tiereiweißfrei nach Bruker, seit zwei oder drei Jahren fast auch 100 % tiereiweißfrei gelebt. Meine Speicher dürften recht leer sein. Das Argument „Nun vielleicht hattest du vorher schon einen B12-Mangel“ zieht in meinem Fall nicht. Ich habe so viele Jahre nicht vollwertig gelebt und keine dieser Symptome gehabt, auch nicht unter Stress. In meiner Familie ist kein einziger Fall von Vitamin B12-Mangel bekannt. Ich bin auch nicht zum Arzt gegangen, um meine Werte messen zu lassen. Ich gehe freiwillig zu keinem Arzt 🙂

Meine Hoffnung ist teils, dass die Tabletten nicht wirklich wirken 😉 Warum? Wenn ich feststelle, dass ich ohne Nahrungsergänzung die tiereiweißfreie Ernährung nicht fortsetzen kann, habe ich ein Problem, denn ich bin gegen Nahrungsergänzungsmittel. Eine Ernährungsform, die Supplementierung verlangt, ist eine Diät, keine vollwertige Ernährung, sage ich ja immer. Das heißt praktisch, ich müsste wieder Fleisch essen. Eier vertrage ich nicht und alle die Milchprodukte sind vom Naturprodukt noch weiter entfernt als (Bio-)Fleisch. Ein merkwürdiges Dilemma. Und selbst wenn ich mich für Fleischverzehr entscheiden würde, kommt sofort die nächste Frage: Wie oft und wie viel Fleisch muss ich essen? Dazu gibt es wenige Angaben, ich fand eine Tabelle. Zwei Zahlen blieben mir in Erinnerung: 70 g Rindfleisch pro Tag oder 20 g Kalbsleberwurst pro Tag.

Das klingt wenig? Nein, ich finde das sehr viel. Ein Fleischverzehr häufiger als alle zwei Wochen oder einmal im Monat kann nicht erforderlich sein, denn schon vor der Vollwertzeit habe ich Fleisch sehr selten und Schinken selten gegessen. Auch hatten unsere Vorfahren mit Sicherheit nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller, egal wie klein die Portion sein sollte. 70 g Rindfleisch pro Tag, das wäre eine Portion von 490 g am Sonntag oder 140 g Kalbsleberwurst? Da wird mir ja schwindelig.

Das Fleisch komplett aus meiner Nahrung gestrichen habe ich aus rein ernährungs-vernünftigen Gründen, die mir einleuchtend erscheinen. Ich bin keine Veganerin, das heißt, ethische Aspekte sind nicht meine Begründung. Dennoch habe ich natürlich deutliche Vorbehalte gegen Massentierhaltung und alles, was damit zusammenhängt.

Ein Gesichtspunkt, der für die Supplementierung spräche, wäre: Es ist heute nicht mehr möglich, das „so natürlich wie möglich“ auch auf Fleisch und Tierprodukte auszuweiten, weil sie einfach keine Lebensmittel mehr sind, Hormonbomben und Bakterien-Vermehrungsschiffe vielleicht – von der unwürdigen Massen-tierhaltung und anderen Grausamkeit einmal ganz abgesehen.

Was aber ist für mich letztendlich besser: etwas Fleisch/Fisch einmal im Monat oder synthetisches Vitamin? Was ist besser für die Welt? Fragen, die ich noch nicht beantworten kann.

Eine weitere Frage: Was passiert, wenn ich durch die Tabletten zu viel Vitamin B12 bekomme? Der Körper braucht laut Literatur 2-3 µg pro Tag, ich nehme aber 10 µg. Es heißt, der Körper nimmt sich, was er braucht und schüttet den Vitaminüberschuss unbeschadet aus. So hieß es vor wenigen Jahren aber auch noch für andere Vitamine, von denen man heute weiß, dass ein Zuviel eben doch zuviel ist. Ich sprach gestern mit einer Freundin. Sie ist Apothekersassistentin und ausgebildete Homöopathin, ist also nicht „einseitig“. Sie erklärte mir, dass es richtig sei, dass ein Vitamin B12-Überschuss ungefährlich ist. B12 ist wasserlöslich, was der nicht braucht, wird dann mit dem Wasser „ausgeschieden“. Man dürfe es in dieser Beziehung nicht mit den fettlöslichen Vitaminen wie A und E vergleichen, bei denen ein Zuviel durchaus schädlich ist.

Wäre es eine Lösung, die Tabletten eine Weile zu nehmen, und dann erstmal wieder die Speicher zu leeren? Ginge das auch ohne Messungen im Blut?

Erst einmal werde ich das nächste halbe bis dreiviertel Jahr beobachten, wie weit der Aufwärtstrend bei mir geht. In dieser Zeit mache ich mir dann ein wenig Gedanken über den Rest.

Vitamin B12 – Teil 2 von 3

21. September 2013: Nochmals Vitamin B12

Die Frage nach dem Vitamin-B12-Mangel ist etwas, das mich immer wieder beschäftigt. Mal denke ich, das ist kein Problem, dann lese ich mich durch die Literatur und gewinne den Eindruck, dass es durchaus ernstzunehmende Stimmen gibt, die bei veganer Kost davor warnen.

Brukers Antwort halte ich nicht mehr für zeitgemäß. Ich unterhielt mich vor kurzem mit einem GGBler über dieses Thema. Den Namen gebe ich nicht einmal mit Initialen preis, weil bekannt ist, wie die GGB auf so etwas reagiert. Nachdenken ist nicht so sehr erwünscht. Sorry, aber dies ist – nicht nur – mein bittereres Fazit nach vielen Jahren Bekanntschaft mit der GGB.

Jener GGBler und ich waren uns in einem einig: Das Problem ist nicht wirklich schlüssig gelöst, wir schwanken beide immer wieder. Ja, grundsätzlich und von den Argumenten her unterstütze ich die völlige Tiereiweißfreiheit. Es gibt einen weiteren Aspekt aus diesem Gespräch, den ich hier gerne vorstellen möchte: Bruker musste sich mit diesem Thema nicht wirklich beschäftigen. Zu seiner Wirkenszeit war strenger Vegetarismus kein echtes Thema, und schon gar kein Veganismus. Seine Begründung für die „Unproblematik dieser Problematik“ stützt sich auf eine sehr alte Studie und das Volk der Batatenesser, das ich auch nur in seiner Literatur gefunden habe. Dass der Darm resorbierbares B12 wirklich selbst herstellt, ist in neueren Studien nicht wirklich belegt und außerdem tut er das in einem Teil des Darmtraktes, aus dem das Vitamin dann nicht resorbiert, d.h. aufgenommen werden kann. Und dies nicht etwa, weil die Milchindustrie solche Studien mafiaartig unterdrücken würde – sonst hätte ja die Forks-over-Knives-Bewegung niemals das Tageslicht erblickt.

Jetzt können natürlich altgediente Vegetarier aufstehen und sagen: „Ja, gut, ich lebe aber schon 20 Jahre streng vegetarisch und habe keinen Mangel.“ Das ist ja der Trick beim Vitamin B12 – ähnlich wie beim Rauchen kann man eben auch ohne Zufuhr von außen mangellos knochenalt werden, wie auch starke Raucher hin und wieder ein biblisches frohes Alter erreichen.

Auf der Seite „Forks over Knives“ gibt es auch eine Antwort dazu, zusammengefasst: Kein Problem, wenn man Bierhefe (Hefeflocken, also nicht die Triebhefe) und angereicherte Getreidemilch zu sich nimmt. Sonst könne man ja Ergänzungsmittel nehmen. Beide Möglichkeiten sind für mich als Vollwertlerin wenig erfreulich.
http://www.forksoverknives.com/nutrition-faq/

Eine endgültige Lösung habe ich nicht. Jeder muss das für sich selbst abwägen. Man kann auch regelmäßig sein Blut überprüfen lassen, aber gerade die Tests auf B12 sind nicht immer sehr aussagekräftig, auch da müssen wir aufpassen.

Dann gibt es jetzt noch eine Zahnpasta, die Vitamin B12 über die Mundschleimhaut zuführt. Leider enthält sie auch Fluorid (hier). Die häufig angeführten Argumente, wer viel Sauerkraut, Algen und ungewaschene Wildkräuter isst, sei auf der sicheren Seite, wird auch nachvollziehbar widerlegt: „Die Aussagen über den angeblichen B12-Gehalt pflanzlicher Lebensmittel stammen aus einer Zeit, als die chemische Analysetechnik noch nicht fähig war, zwischen echtem Vitamin B12 und seinen diversen Analoga zu unterscheiden“ (Quelle: http://www.rohkostwiki.de/wiki/Vitamin_B12_in_der_Rohkost-Ern%C3%A4hrung)

Für mich bleibt die Problematik offen, denn das schwierige mit dem B12-Defizit ist: Die Schäden sind nicht reversibel, d.h. auch wenn ich dann gegensteuere, lassen sich die Schäden an den Nerven nicht mehr beheben. Da muss jeder selbst entscheiden. Fortsetzung am kommenden Montag.

Vitamin B12 – Teil 1 von 3

20. September 2013: Vitamin B12

Ein interessantes Argument dafür, dass der Vegetarismus nichts mit einem B12-Mangel zu tun hat, ist: „Es gibt auch Leute, die sich völlig herkömmlich ernähren und einen Vitamin-B12-Mangel haben bzw. bekommen“.

Auch ein Argument, das auf den ersten Blick überzeugend ist. Ja, klar, wie soll das ernährungsbedingt sein, wenn es alle trifft? Dass der Satz nicht so einfach ist, wie auf Anhieb erscheint, möge ein anderes Beispiel zeigen: Da gibt es doch Leute, die behaupten, dass Rauchen Krebs erregt. Haha, lächerlich, denn: „Es gibt auch Leute, die noch nie aktiv oder passiv geraucht haben, und dennoch Lungenkrebs bekommen“.

Einmal auf diesen Fall übertragen, verliert das Argument für mich an Stärke. Womit ich nicht behaupten will, dass wir jetzt alle Vitamin-B-Mangel gefährdet sind. Wir sollten nur die Argumente gut auswerten, die uns geboten werden. Die Symptome des Mangels sind schleichend und leicht verwechselbar: Es gibt so viele Gründe, warum Schlaf gestört, man lustlos oder antriebslos sein kann…

Mir fällt auch häufig auf, dass diejenigen, die die Vitamin B12-Problematik herunterspielen, selbst nicht überprüfbare (wenn überhaupt) Veganer sind. Wenn das alles so albern ist, warum empfehlen die Ärzte, die hinter der Forks and Knives-Aktion stehen Supplemente? Warum tun das Vegetarier- und Veganer-Verbände? Sie sie alle so dumm?

Das Problem für uns Individuen ist:

Sprechen wir mit einem Vertreter der Gruppe, die B12-Mangel für ernährungsbedingt hält, so werden wir immer gewarnt vor der veganen oder vegetarischen Ernährung und gedrängt, das Vitamin zuzuführen.

Sprechen wir mit einem Vertreter der Gruppe, die B12-Mangel aufgrund von Ernährung für Blödsinn hält und haben wir bereits einen Mangel, werden wir immer mit dem Spruch konfrontiert:  Du hast ja deinen B12-Mangel vielleicht schon vorher gehabt und hast das nur nicht gewusst.

Dies nur zu diesem einen Argument. Mehr zum Thema morgen und nächste Woche noch einmal.

Nochmals Vitamin B12 – oder B112?

Kommentar vom 1. Oktober 2011: Wohin mit den Alten?

Auf einem unbekannten Planeten im Sonnensystem spielten sich die folgenden Gespräche ab:

5. Mayus 19981, im Regierungsgebäude

XXXl: Wohin sollen wir mit den ganzen Alten? Unsere großzügigen Renten ruinieren die Staatskassen, ich musste mich letztlich noch von meinem 3. BMQ trennen, weil die Diäten nur um 100% erhöht wurden. Wenn wir die Alten loswerden könnten… wäre viel gewonnen.

YYYo: Hmmm, du hast recht. Ich musste auch schon 25 Prozent meiner Sklavinnen entlassen. Wie wär’s wir schicken die Alten einfach als Räumkräfte in die atomverseuchten Sperrgebiete? Da kommen sie kaum zurück.

XXXl (kichernd): Brililant! Versuchen wir es.

6. Januriaris 19991, im Regierungsgebäude

XXXl und YYYo mit langen Gesichtern.

XXXl: Es hat nicht geklappt… was haben wir falsch gemacht?

YYYo (zuckt mit den Schultern): Keine Ahnung, die öffentliche Stimmung fand es einfach skandalös. Wir müssen umdenken. Treffen wir uns doch in 345 Mondjahren wieder.

37. Februaris 20103, im Regierungsgebäude:

XXXl (traurig): Mir ist noch immer nichts eingefallen. Andererseits häufen sich auf meinem Schreibtisch die Beschwerden über die Verbraucherbewegung. Die Fleischer und Metzger sind empört, weil niemand mehr Innereien essen will. Wegen dieser lächerlichen Schwermetallbelastung.

YYYo (nickt zustimmend): Ja, und die Alten werden älter und älter. Es sind auch so viele… am besten, wir brächten die Senioren dazu, dass sie ihr eigenes Ableben bezahlen.

XXXl (begeistert): Du bist immer so genial! (Seufzt) Aber praktisch, sehe ich keinen Weg.

Beide schweigen betreten. Plötzlich schnippt YYYo seine drei Daumen und fährt sich mit der rechten Hand durch sein grünes Haar: „Verfüttern wir doch die schwermetallbelasteten Innereien an die lästigen Alten, sie bezahlen dafür, und krepieren. Wunderbar. Allerdings (kleine Pause) – wir müssen sie noch motivieren. Wir selbst (kichert) sind ja durch die Zuschüsse der Fleischer- und Metzgergilde reichlich motiviert.“

XXXl (lächelt selbstzufrieden): Gar nicht so schwer… wir müssen nur etwas finden, wovor alle Alten Angst haben, kombiniert mit etwas, vor dem alle Angst haben und schon klappt das.

YYYo (nickt anerkennend): Zusammenarbeit mit dir ist immer so erfrischend! Also Angst haben wir glaube ich alle vor der Demenz…

XXXl: Hmmm, wie wahr… und da kommt mir eine Idee. Du kennst doch diese bekloppte Fleisch-Ade-Bewegung. Die konnten wir mit der Furcht vor dem Vitamin B112 Mangel schon so ordentlich in die Schranken weisen. Wenn wir das jetzt kombinieren…

YYYo (springt auf): Das ist es! Wir brauchen jetzt nur noch eine STUDIE, die beweist, dass Vitamin B112 gut gegen Demenz ist und dass es nur in Fleisch-Innereien vorhanden ist. Die Alten werden den Metzgern die giftigsten Lebern aus den Händen reißen.

XXXl: Oh Studie. Bei uns ist es so schwierig, die Wissenschaftler zu bestechen. Oder sagen wir lieber: Auf die rechte Bahn zu bringen (beide lächeln süffisant). Aber lass uns mal auf unseren Lieblings-Studien-Planeten schauen, du weißt, den mit nur einer Sonne, vielleicht finden wir dort etwas in einer Schublade. Ich schlage vor, wir treffen uns in 345 Satelliten-Jahren wieder.

0. Octobaris 20115, im Regierungsgebäude

XXXl: Huyu, oh werter YYYo, was hast du denn da Flottes auf deinem Revers? Sehe ich das richtig… ein Orden der Fleischer- und Metzger-Gilde.

YYYo lächelt bescheiden: Ja, ich war so frei und habe ihnen unsere Idee vorgestellt. Hast du denn eine Studie gefunden? Ich habe hier drei.

XXXl: Ich habe nur eine…. aber die hat’s in sich, lies selbst, wir müssen nur den Namen des Vitamins etwas ändern und du wirst wissen: Unsere Zukunft ist gesichert: hier

Vegetarismus in der Apotheken-Umschau

Zuerst einmal sei euch herzlich gedankt für die Umfrage zur Apotheken-Umschau & Co. Ganz klar ist: Die meisten möchten diese Artikel nicht aus den Augen verliere. Heute habe ich etwas für euch aus der aktuellen Ausgabe rausgepickt, das im Rahmen der AU neu ist. Los geht’s:

Kommentar vom 23. September 2011: Vegatarisch ist im Kommen!

Das ist jetzt nicht meine persönliche Meinung, sondern Zentrum der Apotheken-Umschau, B-Ausgabe, vom 15. September. Der Chefredakteur Dr. Hans Haltmeier weiß das nämlich mittlerweile auch und begrüßt uns dann auch gleich auf der ersten Seite mit der witzigen, äh, Überschrift „Rot-grün auf dem Teller“. Daneben ein Bild von einem lächelnden Gesicht aus Fenchel, Tomaten und einer Bohne. Noch nie habt ihr so etwas gesehen, gell?

Nun ja, aber im Text geht es wirklich zur Sache. Herr Dr. Haltmeier kann es überhaupt nicht verstehen, warum so wenige Menschen Vegetarier sind, wo es doch für Umwelt und Gesundheit so viel besser ist. Aber er möchte das alles lieber entspannt sehen, nicht als Glaubenskrieg. Und deshalb bekommen wir schöne Rezepte, die sogar eine Redakteurin mit dem vegetarischen Namen Ute Essig (ehrlich!) zum Umdenken brachten. Und so ein Chefredakteur weiß natürlich, wie er schreiben muss, um die Massen zu begeistern: er bringt den Höhepunkt im letzten Satz:

„Und weil es so gut schmeckt, haben wir ab Seite 82 einige Rezepte ohne tierische Zutaten für Sie entwickelt – alle äußerst nahrhaft und völlig ideologiefrei.“

Toll, also nicht nur vegetarisch, auch noch vegan? Ich war ja soooo neugierig, und schlug sofort Seite 82 auf. Fenchel mit Reis und äh, geriebenem Käse. Huch, ist das keine tierische Zutat? Wächst Käse mittlerweile auf Bäumen? So geht es mit den Rezepten weiter. Käse hier, Käse dort. Sorry, Leute, wenn ich euch immer vom Käse abgeraten habe – ich dachte immer, er sei ein Tierprodukt. Andererseits: So wie heute industriell verarbeitet wird, ist vermutlich im Käse wirklich nichts Tierisches mehr? Ist es das, was Herr Dr. Haltmeier uns durch die Blume sagen wollte…. oder hat er einfach, die Wurst in der Hand, sich nicht mal die Mühe gemacht, auf die eigens vorgestellten Rezepte zu schauen?

Es gibt auch noch einen weiteren großen Artikel zur vegetarischen Ernährung. Dabei ein hübsches buntes Foto von Judith Drechsel und ihrem Freund, die sich beide seit vielen Jahren vegan ernähren. Wie geht das mit vegan? „Mit Hefeflocken macht sie Aufläufe herzhaft. Durch Sojamehl ersetzt sie beim Kuchenbackern die Eier …“ Kräuseln sich eure Nägel schon? Keine Sorge, es kommt NOCH besser: „Einem Vitamin-B12-Mangel beugen beide mit Nahrungsmittelergänzungsmitteln vor.“

Da sind wir doch alle wieder beruhigt….  Und an anderer Stelle kommt endlich mal wieder jemand von der DGE zu Wort, Frau Antje Gahl (nicht zu verwechseln mit Frau Antje aus Holland, die uns den Käse anpreist): „Vegetarische Ernährung halten wir grundsätzlich als Dauerkost für geeignet, wenn auch Milch und Milchprodukte auf den Teller kommen“, sagt Gahl. Milch – und Eier – enthalten wie Fleisch das Vitamin B12, das der menschliche Körper braucht, aber nicht selbst herstellen kann.“

Wo ist die Gahlsche Tüte, in die ich spucken darf? Der menschliche Körper stellt das Vitamin nicht her, richtig – aber die Bakterien und Mikroorganismen im Darm tun das gerne. Womit ich auch gleich auf meinen nächsten Monatsfilm verweisen kann….

Chefredakteur und Fachfrau haben hier eine schöne Gemeinsamkeit: Sie reißen die Klappe über Dinge auf, über die sie sich nicht ausreichend informiert haben. Aber das macht nichts, ihre Leser werden das schon glauben. Oder auch nicht 😉