Wie gefährlich ist der Corona-Virus?

Prof. Dr. med. Heinz Resörcherus und sein Team von der Universität Bad Sassendorf legten gestern neueste Testergebnisse vor. Die Zusammenfassung darf ich hier auf meinem Blog vorstellen.

  1. Der Coronavirus ist hochansteckend.
  2. Die weniger gefährliche Variante SARS-V-20 führt zu leichten Erkältungserscheinungen, manche Patienten müssen ins Krankenhaus. Die Sterberate liegt etwas höher als bei normalen Grippewellen. (Resörcherus weigerte sich, eine Definition von „normaler Grippewelle“ zu geben.)
  3. Die hochgefährliche Variante, die Mutation SARS-VW-303, schwächt die gesamte Volkswirtschaft. Wer von dieser Mutante befallen wird, eilt sofort in den nächsten Supermarkt und kauft sein Wägelchen voll mit allem, was länger haltbar als 2 Wochen ist. Der Krankheitsverlauf ist bedenklich, denn diese Einkaufsschübe werden wiederholt, bis Keller und Vorratsschränke nichts mehr fassen.
  4. Die Mutation SARS-VW-303 befällt vor allem die angeblich weniger empfindlichen und nicht immungefährdeten Menschen. Besonders betroffen ist die Altersgruppe 35-55. Das lässt sich daran ablesen, dass diese Einkaufsschübe sich an den Wochenenden häufen und das Weihnachtsgeschäft in den Schatten stellen.
  5. Achtung, die Mutation SARS-VW-303 ist die einzige Erkrankung, die nicht zu den ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten gezählt werden kann. Sie befällt Normalesser, Veganer, Lowcarbler, Highcarbler, Selleriesafttrinker und Vollwertler jeder Coleur gleichermaßen.

 

 

Fixe-Mixer-Tag: Konfekt

27. Jan. 2016: Rosinenmarzipan

Marzipan kann man bekanntermaßen nicht nur aus Zucker und fein geriebenen Mandeln herstellen. Honigmarzipan ist schon bekannter, aber es geht auch mit Trockenfrüchten.

Rosinenmarzipan-Kugeln

100 % Rohkost; Vorbereitung: 3-4 Stunden Einweichzeit

rosinenkugeln

  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 20 g Leinsamen (gold)
  • 250 g Rosinen
  • 250 g Mandeln
  • 20 g Honig (1 TL)
  • 50 g Mandeln

Herstellung im Thermomix. Sonnenblumenkerne und Leinsamen mit Wasser bedeckt einige Stunden einweichen lassen. Rosinen 30-40 Minuten einweichen.

Mandeln mahlen (20 Sek./ Stufe 10). Rosinen gut abtropfen lassen (Einweichwasser zum Süßen von Salatsoßen oder Einweichen von Müsli verwenden), Samen ebenfalls und beides zu den Mandeln geben. Pürieren (1 Min./Stufe 4; 10 Sek./Stufe 10).

Honig hinzugeben und unterrühren (30 Sek./Stufe 6). In eine Schüssel geben und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. 50 g Mandeln grob mahlen und in eine Tasse geben.

Aus der Rosinenmasse mit den leicht feuchten Händen Kugeln formen, die die Fackelmann-Pralinenförmchen gut ausfüllen (1 guter Teelöffel voll). In den gemahlenen Mandeln wälzen und in die Förmchen setzen. Nebeneinander auf Frühstücksbrettchen stellen und gut durchkühlen lassen. In einer geschlossenen Plastikdose im Kühlschrank aufbewahren. Vor Verzehr möglichst 24 Stunden durchziehen lassen. Haltbarkeit ca. 2 Wochen.

 

Ein weiteres Buch als PDF!

26. März 2015: Mein Kollege kocht Vollwert

Auch für das Buch „Mein Kollege kocht Vollwert: Ein Mann im Kampf zwischen Küche und PC“ ist die Print-Ausgabe ab sofort nicht mehr neu erhältlich. Das PDF könnt Ihr zum Preis von 2,99 Euro bei mir kaufen (hier).

Kollege

Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Eric den Blog hier für ein paar Wochen geführt hat? Da zeigt sich, wie viele Leser geblieben sind 🙂 Hier nun die „offizielle“ Kurzbeschreibung:

Nach mehreren Kochbüchern legt die Vollwertautorin Ute-Marion Wilkesmann eine Tagebucherzählung vor, die auf Eintragungen ihres Kollegen beruht. Mit Bravado und Humor geht der Kollege die Aufgabe an, nun einmal die Selbstversorgung zu praktizieren, zu Beginn auch noch mit Rohkost. Jeder, der den Vollwerteinstieg hinter sich hat, wird sich mit wohligem Schmunzeln in diesen Bemühungen wiedererkennen.
Nicht nur komische, sondern auch nachdenkliche Szenen schmücken die Achterbahn des Küchenwirbels, die der Kollege fünf Wochen durchfährt. Sogar eine Romanze nimmt hier ihren zarten Anfang.
In einem fünfwöchigen Urlaub der Herausgeberin hat ihr Kollege ihren Blog als Vertretung übernommen. Dort berichtet er von seinen Erlebnissen. Die Blogbesucher waren von seinem Stil und seinen Erlebnissen gebannt, die Besucherzahlen stiegen deutlich an. Neben Blogeinträgen und Kommentaren sind auch zahlreiche, bisher unveröffentlichte Tagebuchbeiträge auf insgesamt 252 Seiten enthalten. Und so lesen wir, wie der Held der Geschichte die Herzen seiner schnell wachsenden Fan-Gemeinde erobern konnte.
Eine amüsante und teilweise auch anrührende Erzählung aus dem Vollwertalltag mit 40 neuen Rezepten.

Aktionen

Nach reiferer Überlegung habe ich mich entschlossen, die sogenannten Aktionen probeweise nach Facebook in die Gruppe Vollwert + Gabel & Skalpell (https://www.facebook.com/groups/VWKundFOK/) zu verlagern.

Heute habe ich die erste Aufgabe gestellt:

„Heute gibt’s zum Vertraut- und Warmwerden eine recht einfache Themenstellung:
Ofenkartoffeln ohne Fett (Rezept unten) entweder mit einer Gemüsebeilage, einem Salat, einem Dip oder was euch dazu einfällt.
Wichtig hier ist, dass die Kartoffeln der Hauptbestandteil sind und nicht – wie in der konventionellen Ernährung üblich – die Beilage. Außerdem sollten natürlich alle Zutaten und Zubereitungsweisen vollwertig sein und den Vorgaben der Gabel-statt-Skalpell-Ernährung entsprechen, d.h. hier vor allem: fettfrei, maximal fettarm (maximal 5 g pflanzliches Öl pro Person).
So bereite ich meine Ofenkartoffel zu, Angaben für 2 Personen:
Ofenkartoffeln:

– 500 g Kartoffeln
– 1 TL Salz
Kleine Kartoffeln längs halbieren, größere in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die angeschnittene Seite – im Falle von Scheiben nur eine Seite – mit dem Finger mit etwas Salz einreiben. Mit der Salzseite nach unten dicht an dicht in eine 28-cm-Pizzaform legen. Ich habe eine PerfectClean-Pizzaform, die brauche ich nicht einzufetten. Es geht auch mit Dauerbackfolie oder Backpapier.

Blech auf den Gitterrost in den kalten Ofen stellen, auf 225 °C aufheizen und 20 bis 25 Minuten bei dieser Temperatur backen. Die Backzeit richtet sich nach der Dicke der Kartoffeln und der Sorte (mehlig, vorwiegend fest oder fest kochend).“

Der Vorteil für euch: Ihr bekommt von mir keine Auflagen zur Dateiform oder zu den Fotomaßen. Der Vorteil für mich: Ich muss nichts einstellen oder kontrollieren.

In der Gruppe gibt es auch eine kleine Datei zum Download, wie ich mir das Schreiben von Rezepten vorstellen. Für regelmäßige Leser hier – überhaupt nichts Neues!

Schön!

Am Anfang meiner Vollwertzeit interessierte ich mich für Kurse. In Frage kamen die GGB in Lahnstein und die UGB in Gießen. Letztere schied dann aus für mich, weil sie Rohrzucker verwenden. Und es gibt auch einige Personalien, die ich kritisch sehe. Andererseits schätz(t)e ich immer die Offenheit dort (sie hatten z.B. kein Problem damit, mich und ein Buch von mir vorzustellen, räusper) und die deutlich zeitgemäße Ausrichtung, auch in der Optik.

Über das Mainzer Forum fand ich dort nun einen Artikel, der mir ausgesprochen gut gefällt. Ich lade ein zum Lesen!

Pressemitteilung

Ein Gastbeitrag zum Vollwertleben

4. Oktober 2014: Vollwerternährung bei mehr als 2 Kindern 🙂

Vollwertalltag in unserer Familie

In meinem Kopf war die feste Meinung verankert, dass konsequente Vollwertkost mit Kindern nicht durchführbar sei. Als Mutter müsse man zu Kompromissen bereit sein, sonst würden sich die Kinder später ganz von gesunder Ernährung abwenden. Also kaufte ich manchmal Süssigkeiten wie zum Beispiel Schokolade und Eis oder Weissmehlbrötchen. Das dauerte so lange, bis unsere Kinder, als sie älter geworden waren, diese Dinge nicht mehr wirklich gerne assen! Endlich musste ich einsehen, dass ich gerne Ungesundes gekauft hatte, um selber davon naschen zu können. Mangels eigener Disziplin hatte ich den Kindern konsequente, gesunde Ernährung vorenthalten, obwohl unsere Kinder diese mögen. Endlich stellte ich ganz auf Vollwertkost um.

Als Mutter muss man seine eigenen Essens-Vorlieben zurückstellen können und offen sein für die Wünsche der Familie. Wer isst schon gerne täglich Salat mit einer Sauce, die ihm nicht schmeckt? Oder wer mag es, wenn ihm mehrmals wöchentlich Kartoffeln serviert werden, obwohl er am liebsten Reis isst?

Es lohnt sich, viel Zeit und Energie zu investieren, um gesunde Snacks und  Süssigkeiten herzustellen, um Abwechslung in den Speiseplan zu bringen und um bei Bedarf den Appetit auf Süsses stillen zu können. In Utes Online-Rezepten gibt es viele sehr leckere Dinge, die wir alle gerne essen!

Als unsere Kinder klein waren, freuten sie sich auch über hübsch angerichtete Gemüse- oder Fruchtteller und später über eine Eismaschine zu Weihnachten.

Inzwischen sind unsere Kinder erwachsen geworden  und ich kann zufrieden feststellen, dass sie längerfristig am allerliebsten Vollwerkost essen und deshalb meine Kost sehr schätzen. Mit zunehmendem Alter können die Kinder auch selber entscheiden, was sie essen wollen und was nicht. Es gab Zeiten, da streuten sich die einen eine dicke Schicht Reibkäse über jedes Essen, oder sie lehnten Rohkost oder das Frischkorngericht ab. Das sind Phasen, die vorübergehen werden. Dank der Vollwertkost waren und sind unsere Kinder sehr selten krank und dafür lohnt sich jeder Einsatz in der Küche, finde ich!

Das Vollwertleben Teil 5: Rohkost

20. Dez. 2013: Organisation des Vollwertlebens: 5. Teil Rohkost & Veganismus

Wer in die Vollwert einsteigt, sagt manchmal: Puh, so viel Rohkost kann ich nicht essen. Der routinierte Vollwertler lächelt darüber, das ist aber nicht nett – denn angefangen haben wir doch alle einmal.

Einfach ist das für die, die sowieso kleine Salatmonster sind, das trifft für mich zum Beispiel zu. Wer bisher quasi keinen Salat gegessen hat, sollte sich klarmachen, dass auch das Frischkorngericht viel Rohkost enthält. Gerade Anfängern sei die Sahnebeimischung empfohlen, der auf Zivilisationskost eingestellte Gaumen kann mit dem Fettgeschmack mehr anfangen. Auch hier ist es, so finde ich, für den Anfang wichtig, dass wir nicht gleich die wildesten Experimente starten, sondern mit eher Gewohntem beginnen. Auch wenn ich mittlerweile Tomaten im Winter meide – am Anfang aß ich eben durchweg Salate mit Chinakohl, Möhren (die ich immer sehr gerne gegessen habe), Tomaten und Gurke. Da soll man sich jetzt nicht unbedingt von den weiter Fortgeschrittenen aufschrecken lassen, die rufen: Um Himmels Willen, wie unsaisonal, Tomaten im Winter!

Auch die Vollwert-„Regel“: Rohes vor dem Gekochten! ist für den Anfänger eine große Hilfe. Ob man das dann später auch immer konsequent so handhaben will, ist jedermanns eigene Entscheidung. Es müssen ja auch nicht gleich drei Tonnen sein. Was am Anfang ganz wichtig ist, dass wir das Ziel „ich will 50 % Rohkost am Tag erreichen“ immer vor Augen haben, auch wenn es vielleicht vier oder fünf Jahre dauert, bis wir dort angekommen sind. Sich zufrieden zu geben mit „naja, ich esse mittags ein Tellerchen Salat und abends noch drei Möhren vor dem Hauptessen“ ist nicht okay 🙂

Ein guter Schritt ist es, eine der Hauptmahlzeiten als Rohkost zu gestalten. So esse ich mittags beispielsweise eine recht große Schüssel Rohkost und anschließend etwas Brot.

Wer sich bei Bruker auskennt, wird über die 50 % stolpern und sagen: Ey, Bruker sagt 30 %! Richtig, aber er spricht von gesunden Menschen. Hand hoch, bitte, wer von sich behaupten kann, dass er noch nicht von der Zivilisationskost vorgeschädigt und kerngesund ist? 🙂

Wer zur Vollwert kommt, wird häufig auch dadurch verunsichert, dass die Rohkost als die optimale Ernährungsweise angepriesen wird. „Schon Kneipp hat mit Rohkost geheilt!“ Wenn ich einen verdorbenen Magen habe, bekommt mir Haferbrei am besten. Dennoch käme ich nie auf die Idee, jetzt nur noch von Haferbrei zu leben 🙂 Weil die Rohkost momentan modern ist, meinen manche dann, sie müssten letztendlich bei Rohkost landen, und wenn sie das nicht tun, könnten sie sich nie optimal ernähren. Sorry, das ist ein Gerücht, das Rohköstler aufgebracht haben, aber das nicht wirklich bewiesen ist. Lasst euch von dem modernen Hype nicht verunsichern! Ich habe genug gehört und gesehen, um zu wissen, wie unaufrichtig die meisten Rohköstler (große Namen eingeschlossen) sind. Sie propagieren die 100%ige Rohkost und wenn du sie zum Essen einlädst, grabschen sie sich als erstens die Süßigkeiten, die so herumstehen. Wer Rohköstler werden möchte – bitte schön, nichts dagegen. Aber ich lasse es mir nicht als das Non-Plus-Ultra vor die Nase hängen. Genauso wie ich eine 100%ige vegane Kost nicht für das unbedingt Ziel halte. Ja, mehr Rohkost, weniger Tierprodukte, alles sehr gut. Aber nur weil jemand mal – so er denn gesund ist – ein Stück Käse isst, finde ich nichts dabei. Milchprodukte im Allgemeinen sind problematisch, das aber nicht wegen der Gesundheit, sondern wegen der heutigen Massentierhaltung etc.

Meine Meinung ist da ganz klar: Vollwertigkeit ist eine Ernährungsweise, die ideologiefrei ist. Oder sein sollte! Dass das mancherorts wie ein Glaubensbekenntnis gefeiert wird, mag sein, ist aber nicht Sinn der Sache und auch nicht im Sinne Brukers. Rohkost und Veganismus sind mehr als Ernährung, sie beinhalten immer auch eine gewisse Weltanschauung. Das finde ich relativ gefährlich, weil Fanatismus und Unwahrheit drohen.

Der Anfänger sollte sich auch hier nicht blenden lassen: Ziel der Vollwerternährung ist weder die 100%ige Rohkost noch die 100% vegane Ernährung. Viele Dinge sind sinnvoll (z.B. Tiereiweißfreiheit), müssen aber nicht mit dem Knüppel ins eigene Leben geprügelt werden. Eine konsequente Vollwerternährung unter Vermeidung der Zivilisationskost führt automatisch zu einem hohen Rohkostanteil und einem sehr geringen Tiereiweißanteil. Wer krank ist, lebt je nach Krankheit sicherlich 100% tiereiweißfrei besser. Das ist aber etwas anderes! Experimente mit tiereiweißfreier Ernährung (mal 2-3 Wochen komplett ohne) oder Rohkost (zwischen 1 und 21 Tagen) sind spannend. Aber das muss nicht alles gleich im ersten halben Jahr sein. Wer sich einmal meine Rezepte aus den Jahren 2005 und 2006 ansieht, versteht sofort, was ich meine. Schmand, Sahne, Butter… fließen in reichen Mengen. Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen. Aber das ging ganz von alleine, das war eine automatische Entwicklung, zu der ich mich nie gezwungen habe.

Vollwert? Gold wert!

4. Oktober 2013: Bald vorbei

Wenn man bei BOD ein Buch in Druck gibt, schloss man früher einen 5-Jahresvertrag ab. Mittlerweile sind es 2 Jahre. Neben einer Fixsumme zu Beginn muss man jeden Monat noch einen kleinen Betrag bezahlen, damit das Buch gespeichert bleibt. Es gibt Bücher, die ich nach der Ablaufzeit nicht verlängern werde, weil sie nicht mehr in die Zeit passen oder sich nicht gut genug verkaufen. Sie sollten sich ja wenigstens selbst tragen. Als Erstes fällt aus dem Programm mein Buch „Vollwert? Gold wert!“ (mehr: hier). Im Dezember sind die fünf Jahre vorbei, dann gibt es das Buch nicht mehr neu zu kaufen. In einigen Online-Shops steht, dass das Buch im Januar erschienen ist, das hieße, es wäre noch bis Jan. 2014 erhältlich. Ich halte mich da lieber an die Daten in meinem Vertrag.

Wer also sein Geld statt in Aktien nun lieber in meinen Büchern anlegen möchte, ist hier sicher gut beraten, ich gehe davon aus, dass es in 10 Jahren eine Rendite von 1200 Euro abwerfen wird 😉

Aber im Ernst: Wer mit dem Gedanken gespielt hat, sich dieses Buch zu kaufen, sollte es bis Anfang Dezember tun. Ansonsten gibt es das Buch nur noch gebraucht, und da – eine bescheuerte Marktentwicklung – werden in Online-Shops, die auch gebrauchte Bücher verkaufen, manchmal Mondpreise verlangt.

War vorher alles schlecht?

24. Februar 2012: Aus der Vorvollwertzeit lernen

Anfangs ist Vollwertkost ein wenig schwierig, weil wir umdenken müssen. „Geht das so? Oh je, das habe ich jetzt noch 2 Monate gegessen, und da ist ja doch Dicksaft drin… Da ist ja Zucker reingemogel!!“. Gedanken, die wir (fast) alle kennen. Dann kommt die  aufregende Phase, wo wir einigermaßen geschnallt haben, wo’s lang geht, wir genießen die  große Palette, die uns die Vollwertkost bietet. Dinge kommen plötzlich auf unseren Speiseplan, die wir noch nie vorher gegessen haben. Bei mir waren das Mangold, Pastinaken und mehr. Auch die Freiheit, endlich mal nicht auf jeden Tropfen Öl und jeden Fitzel Butter schielen zu müssen lässt uns großzügig durchatmen – die Welt ist viel größer geworden.

Dann kommt der Weg der Entdeckung. Ist tiereiweißfrei nicht aus vielen Gründen sowieso die bessere Variante? Wie ist das mit dem gekochten Obst? Wie ist das mit Säften, gekochtem Gemüse usw? Jetzt ist es wieder spannend zu sehen, wie sich diese „Vorschriften“ (denn es sind ja gar keine) umsetzen lassen, ohne an Essenslebensqualität zu verlieren.

Dennoch kommt da gleichzeitig wieder eine gewisse Einengung hinzu, zumindest für mich. Das ist mit ein Grund, warum ich nicht damit rechne, dass ich jemals Rohköstlerin werde. Ja, für ein paar Tage, Wochen oder auch Monate tut das gut. Aber dann sind mir da zu viele „Daran darf ich jetzt nicht denken“. Gerade unter Rohkost entwickle ich häufig mir sonst unbekannte Essensgelüste. Mein Süßigkeitenhunger ist größer, ich denke gerne über gebratene Hühnchen nach – mir sonst völlig fremd. Um diese aufkeimenden Wünsche, die gegen mein Wissen und meine Überzeugung sind, dauerhaft bei Rohkost nicht zu haben, müsste ich mein Essen sorgsamer zusammenstellen. Viele Wildkräuter einbauen, mehr auf die Zusammensetzung der Nahrung insgesamt achten, damit ich nicht zu viel Nüsse, zu viel Öl usw. esse. Das kommt dann schon fast an diäthaftes Verhalten heran. Das muss ich bei der Vollwert nicht. Da habe ich ein paar Eckpunkte und das Land dazwischen ist so groß, dass ich auch ohne ständig auf meine Schritte zu achten vorwärts laufen kann.

Für mich ist zur Erreichung eines normalen Essensverhaltens auch wichtig, dass ich essen kann, wann ich will und was ich will – im Rahmen natürlich. Die Vollwertkost lässt alles zu und gibt deshalb Freiheit. Grundsätzlich ist Fleisch kein Teil der Vollwertkost, aber wenn ich dann vielleicht einmal im Jahr Lust auf ein gebratenes Hähnchen hätte – da ist das allenfalls noch eine ethisch-moralische Frage, aber keine Gesundheitsfrage, ob ich das esse oder nicht.

Und trotzdem…. ich bin an einem Punkt angelangt, wo es mich anfängt einzuengen. Den gilt es nun zu überwinden. Und dafür, so merke ich, ist es eben doch einmal gut, mich an die positiven Zeiten meines nichtvollwertigen Lebens zu erinnern. Es war doch nicht alles schlecht. Für mich ist zum Beispiel ganz wichtig, ein lockeres Gerüst zu haben, an dem ich mich mengenmäßig entlanghangeln kann. Der Grund ist mein durch in Jugend zerstörtes Sättigungsgefühl dank Diätenwahn. Das muss nicht grammgenau sein, aber nach wie vor kann ich schlecht für zwei Tage im Voraus etwas vorbereiten, weil ich versucht bin, dann mehr zu essen als die eine Portion. Ich bin nun in der Phase, wo ich mir sage: „Ich habe die Vollwertkost in allen Nuancen erprobt, sie ist etwas, das ich nicht mehr aus meinem Leben streichen werde. Was aber kann ich aus meinem vorherigen Leben jetzt einbringen, damit es durch und durch ein für meine Person befreiendes und gutes Essleben wird?“ Ganz sicher nicht die Rückkehr zu Zucker und Auszugsmehl 😉

Eine Kleinigkeit habe ich fürs Erste geändert, die gar nicht mal unbedingt aus der Vollwertigkeit kommt, sondern von dem, was wir allgemein über richtiges Essen wissen. Wir sollen Mahlzeiten schön zubereiten, uns an einen schön gedeckten Tisch setzen und langsam essen. Jeden Bissen sorgfältig kauen und genießen. Und daher lesen wir beim Essen nicht, wir konzentrieren uns voll auf das Essen.

Ich lese wieder Zeitung beim Essen. Ich löffle mein Frühstück beim Klavierspielen, wie ich das viele Jahre getan habe, oder ich stelle es mir neben den PC. Mir ist das völlig egal, ob das gegen alle Regeln ist. Für mich hat es den Vorteil, dass Essen nicht so furchtbar wichtig ist (das kann nämlich auch zu dominant werden) und ich außerdem wesentlich langsamer esse. Ich bin eine Schnellesserin, immer schon gewesen. Sitze ich sonst morgens über dem FKG, dann geht das zack-zack, damit ich bloß weiter komme in meinem engen Zeitplan. So steht jetzt die Schüssel auf einem Tischchen neben dem Klavier und zwischen den einzelnen Übungsstücken esse ich einen Löffel. Der Rest wird dann genüsslich beim Emailen verzehrt.

Siehe da – JETZT bin ich nach dem Frühstück satt! Durch eine falsche Maßnahme habe ich also etwas Gutes erreicht, etwas für MICH Positives. Und so will ich in der nächsten Zeit mehr Dinge aus meiner Vorvollwertzeit erproben, ob sie mit der Vollwertkost kombiniert Positives, mehr Freiheit für mich bringen. Wobei ich mir bei solchen Maßnahmen ganz klar darüber bin, dass dies keine Empfehlungen für andere sind, denen geht es vielleicht genau anders herum. Mein Appell ist einfach: Vergesst die guten Dinge aus der „Vorzeit“ nicht 🙂

Extremisten der Vollwert

Kommentar vom 27. Juni 2011: Selbstvorstellung in YouTube

Ich checke immer mal gerne in YouTube, was es denn da so in Sachen Vollwert gibt. Meist beherrsche ich das Terrain 😉 Jetzt aber kam neben den Messerschmidtfilmen (übrigens: Wer klickt da so nett für Messerschmidt, dass sie auf so hohe Besucherzahlen kommen und somit weit oben stehen?) noch was – eine Autorin, Monika Karsch, stellt ihre Vollwertkochbücher vor. Sie meint, ihre Kombination von Vollwert und christlichem Glauben sei eine ganz besondere Kombination. Da irrt sie übrigens, es gibt mehrere deutlich christlich geprägte Vollwertbücher!

Es stört mich, dass die Autorin nicht einmal über sich selbst und ihre Dinge frei spricht. Freisprechen ohne ablesen ist nicht jedem gegeben – aber das kann jeder lernen! Es kostet halt ein wenig Zeit. Stichworte sind ja okay, aber halbe Sätze ablesen, finde ich immer unangenehm. Sie betont ihre Christlichkeit. Und die große Zahl der Fleischgerichte in ihrem Buch.

Und dann der Satz, der mich zum Würgen brachte:

Nicht, dass ich ein Extremist bin….Wenn’s bei uns schnell gehen muss, gibt’s bei uns auch mal Fast Food“. Ich habe als Kommentar drunter gesetzt: „Ich bin auch keine Extremistin. Aber Fastfood gibt es bei mir nie!!!“

Ich bin keine Anhängerin der Endung „-in“. Also Sätze wie „Meine LeserInnen“ werdet ihr bei mir nicht finden. Aber als Frau von sich selbst in der männlichen Form zu sprechen, finde ich auch ein wenig eigenartig.

Warum meinen Vollwertler so häufig, sich bei den Fastfoodlern anbiedern zu müssen? Haben sie Angst, sonst nicht akzeptiert zu werden? Wer von der Vollwert überzeugt ist, kann kein Fastfood mehr essen. Vor allem nicht, wenn er als Autor(in) eine Art Vorbildfunktion übernimmt.

Wer sich das antun möchte, schaue hier