Kochen macht froh – Wie geht’s weiter?

Wir haben virtuell quasi zusammengehockt (Agnes, Barbara, Daniela und ich) und haben unsere Viererraktion noch etwas konkretisiert.

Erstes Ergebnis: Es bleibt beim ersten des Montags, den aber werden wir unter ein Motto stellen. Das ist grob gefasst. Wir finden das spannend und hoffen das für die anderen Leser ebenso.

Zweites Ergebnis: Wer den Plan liest und denkt: „Oh, da habe ich auch ein schönes Rezept“ oder auch „Da würde ich auch gern mitmachen und mir was überlegen“ – Ihr seid eingeladen! Die Vorgaben sind einfach: Das Rezept sollte zumindest teilweise der Vollwert entsprechen, wobei nicht die Brukersche Vollwert gemeint ist. Man kann sich auch an der Version von Prof. Leitzmann orientieren. Im Rezept ist es schön, wenn die Zutaten gewogen werden. Bei kleineren Mengen oder Esslöffelangaben ist das so auch okay, aber ein Rezept ganz so nach dem Stil „1 Möhre, 1 Apfel, 1/2 Weißkohl“ sollte es dann auch nicht sein. Außerdem sind Zutaten und Zubereitung deutlich zu trennen. Die Zutaten kommen am Anfang des Rezepts in einer Liste. Wasser zählt auch als Zutat! Eine Woche vorher brauche ich das Rezept (weil ich derzeit diese Dinge übernommen habe) mit Foto.

Zusammengefasst:

  • Vollwertig
  • Bei größeren Mengen Gewichtsangaben
  • Zutaten in einer Liste am Anfang
  • Einreichen des Rezepts bis spätestens eine Woche vor dem ersten Montag bei mir

Hier nun der Plan für die nächsten Monate:

  • Erster Montag im November: Brot
  • Erster Montag im Dezember: Weihnachtsgebäck
  • Erster Montag im Januar: Suppe

Vollwertfazit

Ist die Vollwerternährung für jeden die beste und gesündeste Ernährung?
Nein, es gibt einfach Menschen, die damit nicht gesünder werden, egal, wie lange sie es versuchen.

Ist die Vollwerternährung eine gute Ernährung?
Ja, ist sie für mich. Vor allem der Satz: „So natürlich wie möglich“.

Gibt es bessere Ernährungsformen als die Vollwertkost?
Meines Wissens nicht (für mich!).

Gibt es schlechtere Ernährungsformen als die Vollwertkost?
Ja, die gibt es tatsächlich in reicher Zahl.

Gibt es Ernährungsformen, die der Vollwerternährung das Wasser reichen können?
Mit Sicherheit.

Was ist das Wichtigste bei der Ernährung überhaupt?
Dass man das Denken nicht beiseite lässt, statt einer einmal erprobten Sache unverändert nachzugehen. Dass man bereit ist, seine eigenen Erkenntnisse immer wieder auf den Prüfstein zu stellen, und für Kritik offen ist.

P.S.
Nicht alle Menschen, die sagen, dass Vollwerternährung ihnen nicht hilft oder sie sie unbekömmlich finden, erzählen Märchen. Sie gehören nicht alle in die Gruppe „Ha, die haben es eben nicht konsequent gemacht!“.

Andererseits lohnt es sich für jeden, sie einmal auszuprobieren.

Namensänderung

Der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt: Dieser Blog heißt nicht mehr Vollwertskandale. Der Grund ist einfach: Ich koche nicht mehr 100 % vollwertig (nach Bruker) und ich habe so viel Kritik an der Vollwertigkeit, wie sie nach Bruker praktiziert wird oder werden soll, dass das für mich nicht mehr passt.

Nach wie vor stehe ich dazu, dass Bruker enorm viel geleistet hat. Das entspricht aber einfach nicht mehr unserer Zeit (sein Frauenbild wurde vor Jahrzehnten schon kritisiert), den wissenschaftlichen Erkenntnissen und last but not least meiner persönlichen Erfahrung.

Da wäre es unredlich, mich weiterhin mit dem Titel „Vollwertlerin“ zu schmücken. Wobei ich mich keineswegs von diesen 15 Jahren distanzieren möchte. Es war eine Zeit mit vielen Entdeckungen, ich konnte in vielen Punkten Althergebrachtes in der Vollwerternährung auf einen modernen Stand bringen und habe auch ein paar Dinge entdeckt, die für Veganer, Vollwertler und Veganer wichtig sind. Da denke ich einmal an die Schokolade, die vor mir in dieser Weise niemals hergestellt wurde, und zum anderen auch an die Wilkesmannsche Formel. Eine Freundin von mir backt immer noch danach, weil sie wegen einer Rheumaerkrankung jegliches Tierweiß meiden muss.

Ich finde es bedauerlich, dass in Lahnstein vermehrt auf die Psychoschiene gesetzt und nicht die Brukerschen Erkenntnis in einen angemessenen zeitlichen Rahmen gesetzt wird. Wissenschaftliches, belegtes Wissen wird einfach negiert – ich erinnere mich noch gut daran, dass vor wenigen Jahren das Buch über die Nichtexistenz von Viren hochgelobt wurde. Hmmm. Auch das Märchen von der Zahngesundheit nur durch vollwertige Ernährung hat sich aufgelöst. Honig ist, das müssen auch die Vollwertler zugeben, schädlich für die Zahngesundheit, genau wie der weiße Zucker. Alternative: Pappkuchen essen. Nee, danke, schmecken soll’s schon.

Interessant da auch Gespräche mit Zahnärzten über die allgemeine Zahngesundheit. Viel mehr alte Menschen benötigen keine dritten Zähne als früher – und das geht auf die professionelle Zahnreinigung zurück – genau wie die gesünderen Zähne von Kindern.

Mein Standpunkt ist heute, dass die Verwendung von vollwertigen Produkten (Mehl, Nudeln, Reis usw.) und ein großer Frischkost- und Gemüseanteil sehr wichtig für unsere Gesundheit sind. Das geht aber auch ohne Tunnelblick. Und ich habe noch nie gehört, dass der Großteil der Über-Hundertjährigen sich strikt nach Bruker ernährt. Wenn ich genau überlege, kenne ich eigentlich keinen Fall, wo das beschrieben wird. 🙂

Getreidemühle ade?

Morgen wird sich zeigen, ob ich der Getreidemühle endgültig ade sage. In den letzten Monaten habe ich viel experimentiert, die ausgetretenen Vollwertpfade verlassen. Das Gebüsch um mich herum sozusagen gerodet.

Eine 100%ige Vollwertlerin kann mich niemand mehr nennen, das gebe ich zu. Ich sehe manche Dinge heute anders als 2005-2015. Ist gekauftes Vollkornmehl wirklich schlechter als selbstgemahlenes? Ja, es ist schön Getreide selbst zu mahlen – es ist aber auch verdammt viel Arbeit. Mir fehlen einfach die Beweise dafür, dass ich einen wesentlichen Gesundheitsgewinn erreiche, wenn ich stundenlang in der Küche aste.

Mein Flocker führt schon ein kümmerliches Dasein, ich liebe gekaufte Flocken 🙂 Soeben habe ich den ersten Sauerteig mit gekauftem Roggenvollkornmehl angesetzt. Ich bin gespannt! Wenn das Brot gelingt und der Sauerteig wächst, wird auch die Mühle nicht alt in meiner Küche. Flocker, Mühle – sie nehmen Platz weg und machen Arbeit.

Ich kann mir immer noch vorstellen, dass frisch gemahlenes Mehl gesünder ist. Aber die Frage ist doch außerdem, ob der Unterschied minimal oder groß ist. Ob der Unterschied für meine Gesundheit wirklich so wesentlich ist.

Davon bin ich nicht mehr überzeugt. Vieles an der Vollwertkost ist sicher sehr gut – viel Gemüse, mehr Obst, Vollkornprodukte, Fernhalten von Fertigprodukten. Aber der Exzess, mit dem ich die Vollwertkocherei betrieben habe, überzeugt mich nicht mehr.

Ich bin nun mal so, dass ich Dinge austesten muss und das heißt: 100 Prozent machen … und dann schauen, überlegen und abwägen.

Das ist der Stand der Dinge bei mir.

Was ist Vollwerternährung?

Was ich an der Vollwerternährung schätze und auch gern immer wieder betone, ist, dass sie keine Diät ist. Diäten sind einschränkend, für Kranke gemacht und in ihrer Einseitigkeit nicht immer hilfreich.

Wer einmal eine Brigitte- oder auch Atkins-Diät gemacht hat und „Weight Watcher“ gefolgt ist, weiß, was ich meine. Der Tag besteht nur noch aus Zählen und Aussortieren. Kann es das sein?

Dasselbe gilt meiner Ansicht nach auch für strikte Rohkost, Forks over Knives, glutenfreie Ernährung und so weiter. Vegetarismus und Veganismus sind ernährungstechnisch für mich nicht überzeugend, da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Sie bleiben eine Sache der Überzeugung.

Sie alle schränken ein, kennen Verbote und sorgfältiges Aufpassen. Für Kranke ist das sicher richtig und wichtig. Wer Rheuma hat und nicht ohne Tiereiweiß auskommen mag, wird seine Schmerzen kaum los, wenn er nicht ständig unter Schmerzmitteln stehen will. Für Kranke ist dieser Beitrag insoweit nicht gedacht.

Was ich an der Vollwertkost so schätze, ist: Hier ist alles erlaubt, es kommt nur auf die Herkunft und die Menge an, eventuell noch auf die Zusammensetzung. Weder Fleisch noch Käse sind verboten.

Wer meinen Blog und meine Entwicklung verfolgt hat, weiß: Ich bin mehr als zehn Jahre lang den „Regeln“ der Vollwertkost nach Bruker 100% gefolgt. Ich habe mindestens zwei Jahre lang auch komplett tiereiweißfrei gelebt, einmal sogar 6 Monate lang reine Rohkost. Gebracht hat mir das keinen echten Fortschritt.

Der Satz „So natürlich wie möglich“ ist für mich der wichtigste Leitsatz überhaupt geworden. Denn er zwängt mich nicht ein: Ich kann essen, was und wann ich will. Ich muss mich nicht zwingen, die Rohkost vor dem Warmen zu essen, ich darf im Restaurant auch mal ein Essen ohne zwanzig Sonderwünsche bestellen und essen (und somit die Gesellschaft mit Freunden usw. genießen) und kann auch mal einen Salat essen, ohne mich beim Kellner fünfmal zu vergewissern, dass auch bestimmt keine Prise Zucker im Salat enthalten ist.

Vollwerternährung ist keine Diät, und ich lasse sie mir auch von einigen „Fanatikern“ nicht dazu machen. 🙂

Morgen mehr…

 

Die Krise der Vollwertkost

8. September 2014: Vollwertkost ist unbedeutend, leider

Warum hat die Vollwertkost praktisch keine Bedeutung?

Während die Rohkostgemeinde wächst, die Zahl der Vegetarier und jetzt auch der Veganer ständig steigt, bleibt die Vollwertanhängerschaft überschaubar. Von irgendeiner Bedeutung in der Presse kann nicht gesprochen werden. Verstanden habe ich das nie, vor allem da vor etwa 10 Jahren der Eindruck hätte entstehen können, dass diese Ernährung attraktiv wird. Leider beobachte ich, dass diese natürliche Ernährung schwindet und wieder in den Bereich der Lächerlichkeit rutscht.

Woran liegt das? Nachdem ich mich eine Weile mit der Gabel & Skalpell-Bewegung auseinandergesetzt habe, ist mir das vermehrt klar geworden und ich mutmaße einige Gründe.

Keine politische Aussage

Zwar sind einige Veganer, Vegetarier oder FoKler (FoK für das englische Original Forks over Knives der Gabel statt Skalpell-Bewegung) durchaus politisch, aber die Bewegungen sind es nicht. Wenn wir uns den Hauptmotor (wie lange noch?) der Vollwertkost nach Bruker in Lahnstein anschauen, so politisieren sie sich selbst. Sie greifen in Themen ein, die nichts mit Ernährung zu tun haben. Das mag verständlich sein, kann aber nach außen hin dann einen sektenhaften Eindruck hinterlassen. So nach dem Motto: Wer sich vollwertig ernährt, kann nicht für Atomkraft sein. Warum aber nicht?

Ein fehlendes Dach

Rohkost, Vegetarismus und Veganismus sind recht klar definierte Begriffe. Nur kurze Zeit Beschäftigung mit diesen drei Wörtern macht es den meisten klar: Rohkost = alles unter 42°C, Vegetarismus = nichts vom toten Tier, Veganismus = nichts vom Tier. Zwar gibt es auch hier kleine „Gruppenkämpfe“, sie haben aber nicht die Qualität, wie das in der Vollwertkost abgeht. Auch die FoK vereint durchaus Dinge und Richtungen, die auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen scheinen. Da gibt es Ärzte, die jeglichen Fettkonsum ablehnen, andere sind nur für eine starke Einschränkung. Die Verwendung von vor-bereiteten Zutaten schwankt auch. Das merkt, wer einmal auf der Homepage den diversen Weblinks folgt.

Für die Vollwert ist dies scheins unmöglich. Ich kann mir geradezu vorstellen, wie das Management der GGB reagieren würde, wenn Schnitzer, UGB und GGB aufgefordert würden, als eine Kraft mit einem gemeinsamen Slogan einen Internetauftritt zu gestalten. Von der UGB weiß ich es nicht, aber Schnitzer und GGB tun ja geradezu so, als gäbe es sie gegenseitig nicht.

Jeder hat das Heil für sich gepachtet, bums, das war’s.

Wie schade! Klar, ich finde Rohrohrzucker auch nicht richtig. Einen gemäßigten Fleischverzehr oder Tierprodukteverzehr lehne ich für mich (!) ebenfalls ab. Aber hängt meine Gesundheit wirklich davon ab, ob ich Vollkornnudeln aus Gries oder Mehl esse? Bei FoK ist das völlig egal. Ich würde aber sofort meine Rezepte zur Verfügung stellen, wenn es eine solche Dachorganisation gäbe, deren einziges Motto wäre „So natürlich wie möglich“. Unter einem solchen Dach kann ja jede Organisation, die gewisse noch festzulegende Standards erfüllt, wiederum ihren eigenen Weg vorschlagen. Aber nein. Lieber sieht man die eigentlichen Freunde als Feinde und zermürbt sich in solchen Grabenkämpfen.

Komplizierte Regeln

Obwohl Bruker uns ja mit vier Ja und vier Nein ein überschaubares Instrument in die Hand gegeben hat, werden einige Empfehlungen zu starren Regeln mit weitergegeben. Rohkost vor dem Essen muss sein, ist nur ein Beispiel. Ein Vegetarier hat es einfach – er lässt einfach das Fleisch aus seinem Essen. Ein Veganer weiß auch auf den ersten Blick, was er essen kann und was nicht. Dem normalen Rohköstler, der nicht ewig auf der Jagd nach den 42°C ist, geht es genauso. Nur der Vollwertler muss im Restaurant erst eine halbe Stunde mit dem Koch diskutieren, bevor er sich ein Essen bestellt. Das macht die Ernährung unsozial. Ich habe jahrelang diese Regeln strikt befolgt, frage mich aber heute: Ist das wirklich nötig? Wäre es nicht einfacher, mehr Menschen für diese natürliche Ernährung zu gewinnen, wenn man die Regeln vereinfachen würde? Wer stirbt, wenn er einmal Weißmehlnudeln mit Tomatensoße beim Italiener isst? Anders ist das sicher für Menschen, die sehr häufig außer Haus essen müssen. Da ist größere Vorsicht angebracht. Aber wenn ich mein Leben quasi um 10 Jahre Gesundheit verkürze, weil ich einmal im Monat im Restaurant weiße Nudeln, Weißmehl-Pizzabrötchen, weißen Reis oder ähnliches esse, dann fange selbst ich an, mit der Schulter zu zucken und frage mich: Wie kann das sein und soll ich das wirklich glauben?

Wer die Wirkung von Industrieprodukten sofort bemerkt, weil er krank ist – für den gelten selbstverständlich deutlich strengere Regeln. Da die Vollwerternährung mir aber geholfen hat, trotz meiner Gallenerkrankung wieder „normal“ zu essen und ich keine negativen direkten Beschwerden bekomme, wenn ich einmal im Hotel ein „normales“ Brötchen esse, mache ich mir jetzt das Leben deutlich einfacher.

Wobei die natürliche und auch fettarme Ernährung einen großen Vorteil hat: Wir werden ja deutlich empfindlicher. Ich schmecke also durchaus, ob eine konventionelle Mahlzeit mit guten Zutaten hergestellt wurde oder aus dem Fertigbottich aufgetischt wurde. Auch das sehe ich als Erfolg meiner Ernährungsumstellung.

Ich weiß nicht, ob es der Vollwerternährung gelingen wird, eines Tages wirklich wieder ein Standbein in der Allgemeinbevölkerung zu haben. Ich würde es mir wünschen, denn unter Einbeziehung neuer Erkenntnisse (wie z.B. Vermeidung von Tierprodukten außer Honig und deutliche Reduzierung des Fettgehalts) kenne ich persönlich nichts, was logischer und praktisch besser belegt ist.

Verträgliches Vollkornbrot

7. Juni 2014: Was für ein Vollkornbrot wichtig ist

Die HörZu (Nr. 21/2014) hat den Veganismus entdeckt! 800.000 Menschen leben in Deutschland vegan, laut HörZu. „6,88 Millionen Bundesbürger bezeichnen sich nach Angaben des Vegetarierbundes als Vegetarier.“ Schon solche Zahlen finde ich prima. Es soll ja Leute geben, die jede Menge Fisch und Geflügel essen und sich als Vegetarier bezeichnen. Und hat der Vegetarierbund wirklich alle Bundesbürger befragt oder ist das nur eine Hochrechnung aus einer wie immer großen oder kleinen Stichprobe?

Wie viele Menschen vollwertig leben erfahren wir nicht – und wie eng vegan in der Meinung der Befragten gefasst ist, bleibt ebenfalls im Dunkel. Aber mal egal, auf den ersten Blick ist der Artikel gar nicht so schlecht. So wird darauf hingewiesen, dass Veganer sich möglichst nicht einfach nur das Tierische weglassen sollten, sondern eben vernünftig essen. Und natürlich kommt B12 ins Spiel – alle Veganer müssen das supplementieren (= ergänzen). Wobei aber auch darauf hingewiesen wird, immerhin, dass es auch Nichtveganer gibt, die einen solchen Mangel haben.

Als ideale Mahlzeit wird der Speiseteller der amerikanischen Universität Harvard vorgestellt, eine Überarbeitung der Ernährungspyramide. Und natürlich der ewige Fischhinweis, nun das muss wohl sein. Insgesamt aber für einen Mainstream-Artikel nicht schlecht. Dennoch ist das alles nur oberflächlich angelesen, wie ich an einigen Stellen auch beim flüchtigen Lesen feststellen konnte.

So wird zum Beispiel die Atkins-Diät als „Low-Fat-Ernährung“ eingeordnet. Da ich selbst einmal im jugendlichen Leichtsinn diese Diät einige Wochen lang gemacht habe, weiß ich eines: Von wenig Fett kann da keine Rede sein! Eher Low-Carb. Also falsch abgeschrieben, nicht die Originalquelle angeschaut.

Schön sind auch die Ausführungen zur Rohkost. Schon das Foto ist prima, da liegt neben anderem Gemüse eine geschälte Gurke 🙂 Der Text ist von Ernährungsprofi Lemberger…. ich habe gegoogelt. Na endlich mal wieder eine Diplom-Ökotrophologin! Rohkost ist laut HörZu „geeignet für gesunde Menschen mit gutem Immunsystem, denn rohe Lebensmittel können Erreger enthalten, die Infekte auslösen“. Ich hoffe, die Rohköstler wissen das 😉 Einen Alltagstipp gibt es auch – Rohköstler sollten sich gleich einen Entsafter kaufen, weil der die Zubereitung gesunder Smoothies erleichtert. Ach ja.

Aber auch für uns, die wir gerne Vollkornbrot essen, gibt es eine gute Lehre, die uns sagt, dass magenfreundliches Essen eigentlich nur mit einer besonderen Art von Mühle oder einen Vitamix möglich ist:

„Für die meisten Menschen leicht bekömmlich sind etwa Salz- und Pellkartoffeln sowie magerer Fisch […] und fein gemahlenes Vollkornbrot.“ 🙂

Vollwertkost: Wohin gehst du?

22. August 2013 (Do)  Vollwertkost und „Gabel statt Skalpell“

Vor etlichen Monaten schon habe ich ja meine Bedenken in einem Artikel geäußert, was die Gewichtsabnahme unter Brukescher Kost betrifft. Ich bin ja der Meinung, kurz und knapp, dass nicht nur die Qualität, sondern durchaus auch die Quantität des Essens etwas mit dem Gewicht zu tun hat, die Kalorien zwar nicht unser Leben diktieren sollten, aber schon auch nicht völlig am Wegesrand verkümmern. Dazu erhielt ich jetzt per Email einen kleinen Erfahrungsbericht von Daniela. Daniela ist schon lange Gast auf diesem Blog und auch eifrig an Aktionen auf dem „Menüblog“ beteiligt. Sie ernährt sich seit einigen Wochen nach den Grundsätzen, die im Film (und Buch) „Forks over Knives (FoK)“ (deutsch: Gabel statt Skalpell, vorgestellt auf diesem Blog hier) vorgelegt werden. Dies ist eine vegane Kost mit möglichst geringem oder zumindest sehr kleinen Fettanteil. Hier also Danielas Bericht. Außerdem, und das ist für uns alle sehr spannend, denke ich, wird sie ebenfalls in den nächsten Wochen immer Dienstag auf dem „Menüblog“ ein Rezept vorstellen, VWK mit FoK.

Außerdem möchte ich mich bei Daniela für ihren Mut bedanken, dass ich ihren Erfahrungsbericht – der ja eigentlich nur für mich bestimmt war – mit ihrem Namen veröffentlichen darf. Wenn man gerade einen neuen Weg beschreitet, von dem man überzeugt ist, ist es nicht immer einfach, das auch nach außen zu zeigen. Vor allem, wenn man zwei nicht völlig überlappende Ernährungsformen in abgeänderter Form zusammenführt – da ist immer die Gefahr, dass beide „Lager“ über einen herfallen.

Natürlich ist das hier der beste Ort für diese Veröffentlichung, denn es ist ja ein Sammelplatz für die nettesten Blogleser und Blogleserinnen, die es überhaupt gibt 🙂


Ich wollte dir mal einen kurzen Erfahrungsbericht schreiben, ich dachte, vielleicht interessiert dich das, auch, wenn ich natürlich weiß, dass du vielleicht manches anders beurteilen wirst und du ja die Bruker´sche Vollwertkost vertrittst, Ute. Es gibt bei der Art, wie ich mich seit einigen Wochen ernähre, einige Unterschiede zur Brukerschen Kost, aber auch viele Gemeinsamkeiten.Ich ernähre mich ja seit einiger Zeit aus hauptsächlich gesundheitlichen Gründen (Asthma, zunehmende Allergien,  starke Probleme mit Gelenken und dem Rücken) wieder vollwertig nach Bruker, seit einigen Wochen nun auch vegan nach dem Gabel-statt-Skalpell-Prinzip. Das heißt, ich esse zwar weitgehend weiter vollwertig, aber mein Fokus liegt seit einiger Zeit zudem noch auf den Ernährungsregeln von Esselsyn und Campell nach dem Film Gabel statt Skalpell, also „plant-based“, fettarm und mit vielen Hülsenfrüchten. Ich bin, was zugesetztes Fett betrifft, nicht ganz so strikt, wie von Esselstyn gefordert, hab ja keine Herzerkrankung, verwende also hin und wieder etwas zugesetztes Öl, aber nur Teelöffelweise und auch Saaten und Nüsse esse ich in geringeren Mengen als vorher. Manches, das da Verwendung findet, ist nicht ganz vollwertig nach Bruker, aber mir geht es seither erstaunlicher Weise so gut, wie lange nicht mehr.  Diese Art der Ernährung tut mir gesundheitlich tatsächlich noch besser, als die Vollwertkost mit Sahne und Butter oder eben sehr vielen Saaten oder Nüssen, die ja in der veganen Vollwertkost oft als Ersatz für Milchprodukte verwendet werden. Ich hab die letzten Monate, die ich vollwertig erst mit Sahne, Butter, dann vegan mit viel Öl und Nüssen gegessen hab, recht schnell einige Kilos zugenommen, das hat mich doch erstaunt, da es ja immer heißt, man würde in jedem Fall mit der Vollwertkost nach Bruker zum Idealgewicht kommen und Kalorien oder Fett würden keine Rolle spielen – also vom Idealgewicht bin ich nach wie vor noch einiges entfernt und ich war wirklich die letzten Monate für meine Verhältnisse sehr konsequent, hab aber vom Erlaubten viel gegessen, hatte auch immer viel Hunger. Seit ich nun meine Ernährung nach dem Forks over Knives (engl. Version von Gabel statt Skalpell) oder Engine 2 Prinzip, das ja gleich mehrere Herzspezialisten und Ärzte in dne USA propagieren (auch Bill Clinton isst seit seiner Herzerkrankung seit einiger Zeit nach Esselstyns Konzept) und interessante Erfolge damit aufweisen können, ernähre und weiterhin auch weitgehend auf Vollwertigkeit achte, das mach ich jetzt seit gut 4 Wochen, hab ich drei Kilo abgenommen, ich habe auch, seit ich so esse, erstaunlicher Weise weniger Hunger als vorher.Auch mein Allgemeinbefinden hat sich gebessert, erst seit dieser fettarmen veganen Kost kann ich komplett auf Kortison verzichten. Kurzum, ich mach weiter so und es geht mir jetzt schon, nach kurzer Zeit, deutlich besser. Ich dachte, vielleicht interessiert es dich, das zu lesen. Ich weiß selbstverständlich, dass das meine rein subjektiven Erfahrungen sind und diese keinerlei Bedeutung für andere Menschen haben. Dr. Bruker hat zig tausend Patienten mit seiner Art der Vollwertkost heilen können, das will ich überhaupt nicht schmälern, aber mir persönlich haben Sahne und Butter, wie größere Mengen Fett wohl anscheinend nicht so gut getan, das merke ich jetzt, seit ich es weg lasse und den Unterschied erlebe. Ich bin doch überrascht, was das für mich persönlich ausgemacht hat. Dagegen schaden mir die paar nicht so ganz vollwertigen Dinge, die ich jetzt hin und wieder benutze, wie z.B. ab und an Bio Agavendicksaft, bisher nicht merklich. Vielleicht ist das für mich persönlich ein guter Weg, ich beobachte es einfach weiter, ich mache das ja erst seit kurzer Zeit, sagt also noch nicht so viel aus. Ich beschäftige mich halt grad mit dieser Art zu essen und recherchiere dazu viel und drum dachte ich, ich schreib dir das mal.Vermutlich könnte man mir entgegnen, dass ich nach zu kurzer Zeit schon Rückschlüsse ziehe, aber es war wirklich für mich subjektiv eine deutliche Vebesserung meines Befindens spürbar, auch schon in den paar Wochen. Vor allem auffällig war, dass ich, als ich noch Butter und Sahne verwendet hab, zwar das Kortison schon etwas reduzieren konnte nach einiger Zeit, aber immer noch regelmäßig welches gebraucht hab, mit fettarmer veganer Ernährung hab ich es jetzt seit kurzem ganz absetzen können und fühle mich deutlich besser. Vermutlich hab ich aber auch deutlich mehr Fett gegessen, als Bruker für gut befunden hätte, das heißt, Sahne hab ich wenig gegessen, aber kaltgepresste Öle und Butter doch recht viel, was nach seiner Auffassung ja ziemlich unproblematisch ist, was sich nicht unbedingt mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Monate und Wochen deckt.
Ich denke, gegen Honig spricht an sich nichts, ich verwende den auch sicher bald wieder, ich hab nur halt mal eine komplett vegane Ernährung und den Agavendicksaft probieren wollen, der da unter anderem auch hin und wieder verwendet wird, die verwenden auch Rohrohrzucker in geringen Mengen oder Ahornsirup das mache ich aber nicht. Ich hab aber beim Agavendicksaft immerhin bisher keine negativen Effekte bemerkt, wie ich das bei weißem Zucker sofort merke! Honig ist sicher weit weniger verarbeitet. Ungezuckerte Trockenfrüchte verwende ich seither zum Süßen sparsam auch wieder und mir bekommen sie gut.

Bruker hat Enormes geleistet, daran besteht kein Zweifel. Aber es gibt kaum Etwas, was nicht noch zu verbessern wäre. Vielleicht ist hier für viele, die sich mit ihrem Gewicht quälen oder auch mit Allergien, Asthma usw. und die Vollwertkost nicht als 100% heilsam empfunden haben, eine Variante, die es einmal auszuprobieren gilt?

Ketzerisches zur Verdauungsleukozytose

6. Mai 2013: Verdauungsleukozytose – Teil 1/2

Verdauungsleukozytose in der Praxis

Die Verdauungsleukozytose ist ein ganz wichtiger Baustein der Brukerschen Vollwertkost und bedeutet, dass wir die Rohkost vor der Kochkost essen sollen. Begründung: Wenn wir direkt die Kochkost essen, wird in unserem Verdauungssystem eine Leukozytenreaktion ausgelöst, die der entspricht, wenn unser Körper eine Infektion bekämpfen möchte. Mehr dazu könnt Ihr in Wikipedia lesen, ein Zitat: „Unter Verdauungsleukozytose wird eine vorübergehende Zunahme der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) nach der Nahrungsaufnahme bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen physiologischen Vorgang.“

Es ist also offenbar, so können wir das auch woanders lesen, eine allgemein anerkannte Tatsache, dass die weißen Blutkörperchen zunehmen. Interessant ist der letzte Satz, dass dies nämlich physiologisch ist = normal, beim gesunden Menschen auftretend, nicht krankhaft.

Unbestritten ist auch, dass sie nicht auftritt, wenn wir ausschließlich oder als Vorspeise Rohkost essen, wie viel Rohes das sein muss, habe ich nicht herausfinden können. Die Interpretation dieser Tatsache kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Ich habe mich lange Zeit mit der Brukerschen Idee gut identifizieren können, dass ich die Verdauungsleukozytose vermeiden muss, um „richtig“ zu essen.

Mittlerweile habe ich eine praktische Entdeckung gemacht, die vielleicht nur Menschen nachempfinden können, die einmal eine Essstörung in Richtung Übergewicht hatten bzw. zu viel diätet haben. Ich möchte dazu ein paar Jahrzehnte zurückgreifen.

Bis zu meinem 20. Lebensjahr hatte ich ein völlig normales Sättigungsverhalten. Ich habe manchmal zu viel gegessen. Zu Weihnachten bekamen wir von den Großeltern immer eine große Tüte mit Süßigkeiten geschenkt. Die hielt bei mir bis Ostern, meine Freundinnen freuten sich – bei mir gab’s immer was zu Knabbern.

Eine Weile in der Pubertät war ich zu pummelig. Dies wurde mir quasi als Schild an den Kopf genagelt, und selbst als ich dann ab 14 Jahren eigentlich normal war, vermittelte mir meine schlanke Mutter immer, dass ich doch ein wenig zu viel auf den Rippen hätte. Mit diesem Gefühl bin ich durch die Welt gegangen, denn es war auch die Zeit, in der Frauen nur noch hager und mager sein durften. Also entschloss ich mich mit 21 Jahren, eine Brigitte-Diät zu machen – eigentlich, wie ich das heute weiß, überflüssig, denn ich hatte eine normale Figur. Es war die erste Diät in einem Reigen von Diäten, die allesamt nur dazu führten, dass mein Sättigungsgefühl zerstört wurde. Selbst mit der Vollwert ist das nicht ganz behoben worden.

Parallel dazu habe ich gelernt, dass mein Hunger umso größer wird, je mehr ich esse. Für Essgesunde klingt das unglaublich, ähnlich Entwickelte werden das vermutlich nachempfinden können. Beispiel: Wenn man abends zu einem üppigen Mahl eingeladen ist. Normalesser essen den ganzen Tag über wenig, um Platz zu haben. Ich fange in so einem Fall lieber gleich morgens mit einem reichlichen Frühstück an, da passt mehr.

Vor etwa 20 Jahren bekam ich Probleme mit der Galle, wie sich herausstellte, habe ich Gallensteine. Im Zuge dieser Probleme habe ich deutlich an Gewicht verloren. Ich hatte mittlerweile auch genug Selbstbewusstsein, um als erwachsene Frau meine dann normale Figur als eine solche zu akzeptieren. Das war der Zeitpunkt, als ich die Vollwert kennen gelernt habe. Mit Beginn des vollwertigen Essens habe ich am Anfang langsam, später dann etwas schneller zugenommen. Und ich war brav! Ich habe mich auf drei Mahlzeiten beschränkt, habe die Regeln befolgt. Meine Gesundheit nahm auch einen enormen Aufschwung, keine Frage. Aber mein Gewicht wuchs ständig, selbst Rohkost konnte das nur geringefügig korrigieren bzw. halten. Der Kommentar in Lahnstein „Was wollen Sie denn, Sie sehen doch völlig normal aus“, half mir nicht weiter. Ich weiß selbst am Besten, was für mich „normal“ ist – und das war es nicht. Das Kochbuch-Schreiben hat mein kleines Sättigungsgefühl leider wieder komplett ruiniert – an erster Stelle hier das „Hartz IV in aller Munde“. Ich musste in diesem Buch ja große Portionen kochen und dann auch essen, weil ich mich sonst hätte dem Vorwurf aussetzen müssen, mit so kleinen Portionen könne jede(r) sparen.

Bitte heute nicht kommentieren – der Artikel ist erst am 9. Mai vollständig.