Was ist Vollwerternährung?

Was ich an der Vollwerternährung schätze und auch gern immer wieder betone, ist, dass sie keine Diät ist. Diäten sind einschränkend, für Kranke gemacht und in ihrer Einseitigkeit nicht immer hilfreich.

Wer einmal eine Brigitte- oder auch Atkins-Diät gemacht hat und „Weight Watcher“ gefolgt ist, weiß, was ich meine. Der Tag besteht nur noch aus Zählen und Aussortieren. Kann es das sein?

Dasselbe gilt meiner Ansicht nach auch für strikte Rohkost, Forks over Knives, glutenfreie Ernährung und so weiter. Vegetarismus und Veganismus sind ernährungstechnisch für mich nicht überzeugend, da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Sie bleiben eine Sache der Überzeugung.

Sie alle schränken ein, kennen Verbote und sorgfältiges Aufpassen. Für Kranke ist das sicher richtig und wichtig. Wer Rheuma hat und nicht ohne Tiereiweiß auskommen mag, wird seine Schmerzen kaum los, wenn er nicht ständig unter Schmerzmitteln stehen will. Für Kranke ist dieser Beitrag insoweit nicht gedacht.

Was ich an der Vollwertkost so schätze, ist: Hier ist alles erlaubt, es kommt nur auf die Herkunft und die Menge an, eventuell noch auf die Zusammensetzung. Weder Fleisch noch Käse sind verboten.

Wer meinen Blog und meine Entwicklung verfolgt hat, weiß: Ich bin mehr als zehn Jahre lang den „Regeln“ der Vollwertkost nach Bruker 100% gefolgt. Ich habe mindestens zwei Jahre lang auch komplett tiereiweißfrei gelebt, einmal sogar 6 Monate lang reine Rohkost. Gebracht hat mir das keinen echten Fortschritt.

Der Satz „So natürlich wie möglich“ ist für mich der wichtigste Leitsatz überhaupt geworden. Denn er zwängt mich nicht ein: Ich kann essen, was und wann ich will. Ich muss mich nicht zwingen, die Rohkost vor dem Warmen zu essen, ich darf im Restaurant auch mal ein Essen ohne zwanzig Sonderwünsche bestellen und essen (und somit die Gesellschaft mit Freunden usw. genießen) und kann auch mal einen Salat essen, ohne mich beim Kellner fünfmal zu vergewissern, dass auch bestimmt keine Prise Zucker im Salat enthalten ist.

Vollwerternährung ist keine Diät, und ich lasse sie mir auch von einigen „Fanatikern“ nicht dazu machen. 🙂

Morgen mehr…

 

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Was kommt auf mein Tellerchen?

8. Dez. 16: Seit einiger Zeit…

Wer meine Rezepte regelmäßig verfolgt, weiß es bereits – ich habe kleine Mengen Tiereiweiß und Fett (Butter und Öl) erneut in meine Ernährung eingeführt. Die absolute (oder zumindest fast absolute) Streichung dieser Dinge hat mir keine Vorteile gebracht und ich kenne auch niemanden persönlich-überprüfbar, der wirklich einen Nutzen davon hatte. Wer gewisse Krankheiten hat wie Allergien oder Rheuma kommt um die 100%ige Tiereiweißfreiheit nicht herum, wenn er keinen Auschlag oder Schmerzen bekommen möchte, das ist auch klar.

Meine Überzeugung nach reiflichem Austesten und Lesen entsprechender Seiten trifft das „Mittelmaß“, das heißt, dass ich überzeugt bin, dass für klinisch gesunde Menschen eine extreme Ernährung, die bestimmte „natürliche“ Bestandteile komplett ausschließt, nicht erforderlich oder förderlich ist. Für mich heißt das mehr denn je, dass veganes und Rohkost-Essen reine moralische oder sonstige Entscheidungen sind, die aber nicht wirklich von fundiertem Wissen vom Gesundheitsnutzen geprägt sind. Veganer sind gesünder als Nichtveganer – eine These, die immer noch umstritten ist. Aber selbst wenn es so wäre: Wer hat den Gesundheitszustand von Veganern mit dem von Vollwertlern (nicht einmal tiereiweißfrei) verglichen, wirklich fundiert nachgewiesen? Wer hat vegane Vollwertkost mit tiereiweißhaltiger Vollwertkost in nennenswerten Zahlen verglichen? Meines Wissens niemand. Die einzelnen beziehen ihr „Wissen“ aus persönlicher Erfahrung im kleinen Kreis (was leider häufig zur Überzeugung „Nur das ist richtig!“ wird) oder aus Büchern und YouTube-Filmen einzelner Ärzte oder mit Überzeugungskraft auftretenden Laien.

Esselstyn empfiehlt für Herzkranke völlig fettfreie Ernährung, auch ohne Nüsse. Gemüse habe genug Fett. Ach ja? Ich möchte das nicht ausprobieren (bin eh nicht herzkrank). Vor einigen Wochen sah ich im Interview eine deutsche Ärztin, die unbedingt die Zufuhr großer Mengen Kokosöl empfahl, leider habe ich ihren Namen vergessen. Also wer abnehmen wolle, solle das Kokosöl am besten esslöffelweise zu sich nehmen. Auch das möchte ich nicht ausprobieren.

Auch ich habe die Phase durchlaufen, in der ich die tiereiweißfreie Vollwertkost oder auch die sehr stark fettreduzierte Vollwerternährung konsequent verfolgt habe, weil sie mir plausibel erschien. Das tut sie nicht mehr, zu löchrig sind die echten Beweise. Brukers Erkenntnisse sind teils einfach vom Faktenwissen überholt, die Erfolgsbeispiele von FoK rühren einerseits daher, dass Normalesser nach Ernährungsumstellung gesunden – wer würde das von einer solchen Ernährung nicht?, echte Langzeiterfolge sehe ich dort nicht nachprüfbar. Die Beispielgeschichten sind leider teils medizinisch nicht haltbar. Da rückt der Glaube die Ergebnisse vielleicht wieder einmal zurecht, wie das ja leider in der Wissenschaftsgeschichte häufig so ist, was ich auch durchaus bereit bin, Dr. Bruker zu unterstellen.

Auch ich habe diese Phase gehabt, wo ich überzeugt war, dass Menschen, bei denen die Vollwertkost nicht die gewünschten Erfolge bringt, eben nicht „richtig vollwertig“ essen. Ich habe da einmal eine Frau sehr mit vor den Kopf gestoßen. Ich denke nicht, dass sie hier noch mitliest, weil sie sehr verärgert war über meine bohrenden Fragen (die sie nur zu gut kannte), aber wenn ja, so möchte ich mich für diesen leichten Starrsinn entschuldigen. 🙂

Vollwertkost ja, „So natürlich wie möglich“, unbedingt. Ich kehre nicht zu den Fleischtöpfen zurück, nicht zu den Sahne- oder Butterbergen, wie sie teils in der tiereiweißfreien Ernährung zelebriert werden. Ich esse deutlich fettarmer als früher, das finde ich gut. Ich esse nicht sehr viel Tiereiweiß (keine Eier, kein Quark oder Joghurt, weil dies Eiweißschleudern sind, keine Milch), aber kleine Mengen heben die Essensqualität einfach an. Schon ein Esslöffel Sahne im Frischkorngericht macht einen Unterschied, den nur ein gehäufter Esslöffel Cashewnussmus annäherend erreichen kann – vom Geschmack ganz zu schweigen.

So stehe ich heute da. Ich bin gespannt, wie es „mit mir“ weitergeht.

Bruker und ich

Wenn Lahnstein-Anhänger das Kriegsbeil ausgraben… 🙂

In Lahnstein bin ich nicht gut gelitten. Das ist vielen bekannt und ich will die ollen Kamellen auch nicht wieder ausgraben. Nur wundert mich, dass die Anhängerschaft soooo speziell ist, um es mal vorsichtig zu sagen. Ich gebe dafür einen kleinen Austausch aus Facebook hier wieder.

Das Umfeld der Kommentatorin ist ganz interessant. In Google ist sie nicht zu finden, aber unter ihren „Freunden“ ist der Name des Geschäftsführers der GGB. Wer daraus Schlüsse zieht, bitte schön – ich tue das natürlich nicht.

Anlass war meine Tendenz, Butter und Öle deutlich aus dem Essen zu streichen und das Vorstellen des Fotos zum „Butterkuchen ohne Butter“.

Das erste Mal schrieb sie:

XXX: Warum wurde denn die Butter weggelassen?

Meine Antwort: Weil ich mich an die Empfehlungen von „Forks over Knives“ halte: weil es ein einweißhaltiges tierisches Produkt und ein Fettextrakt ist. Grob zusammengefasst.

Beim nächsten Mal kam es dann etwas klarer:

XXX: Warum willst du ohne Fett backen? Naturbelassene Fette wie Öle sind gesund, unbedingt notwendig und der Körper braucht Fette..

Meine Antwort: Nein, Öle sind nicht gesund. Öle sind ja auch nicht naturbelassen, sondern Extrakte. Der Körper braucht Fette, aber keine Öle und keine Butter, er bekommt genug aus den anderen wirklich naturbelassenen Lebensmitteln (Nüsse, Samen, Getreide). Ich verweise noch mal auf Forks over Knives, wo moderne wissenschaftliche und nachvollziehbare Kenntnisse verarbeitet werden (wo nicht Ergebnisse aus der Mitte des letzten Jahrhunderts wie steingemeißelt als unantastbar gelten 😉 ): http://www.forksoverknives.com/
Ich diskutiere das hier nicht und bitte um Verständnis, weil ich keine Lust habe stundenlang am PC zu sitzen. Wenn dich das Thema interessiert, schau dich einfach mal auf der genannten Webseite um, ich empfehle auch gerne Videos mit Neal Barnard. Und wir können uns auch gerne in meiner Telefonstunde darüber unterhalten, aber schriftlich mache ich das nicht, sorry, bin genug am PC.

XXX: Hallo Ute, du solltest unbedingt “ … Vollwerternährung im Sinne von Dr. Bruker…“ aus deiner Info nehmen (er würde sich im Grabe umdrehen).
FoK scheint eine Bibel für [sic] zu sein, basierend auf einem Film, der interessant aber ganz klar keine ernsthaften wissenschaftlichen Kernaussagen trifft. Aber an irgendeine Theorie muss sich der Mensch klammern und das ist auch gut so.
Die Fettextrakt Aussage kann ich überhaupt nicht stützen, aber auch das ist gut so. Ich hoffe, du siehst es mir nach, dass ich den „Abboniert“ [sic] Haken wieder entferne. Leider gefällt mir deine Seite nicht und auch deine Fotos sind für mich nicht wirklich appetitlich und anregend (warum bekommst du so wenig Like Klicks dafür…)
Trotzdem weiterhin alles Gute, viel Erfolg und bessere Anhänger, als ich das bin.

[sic] ist das Zeichen dafür, dass der Fehler im Original steht.

Meine Antwort: Ich nehme überhaupt nichts heraus und wenn du nur den Film gesehen hast, hast du nichts verstanden. Aber das ist Lahnstein-Manier: Bloß nichts Neues gründlich anschauen 🙂
Das Entfernen des Häkchens stürzt mich natürlich in tiefste Verzweiflung 😉 😉 😉

*** Ende des Austauschs ***

Ich finde das immer wieder bedauerlich, wenn auf Argumente Gefühle kommen, lasche Aussagen und keine stichhaltigen Gegenargumente. Ob Bruker sich im Grabe herumdreht, weil seine Lehre wie ein starrer Stein behandelt wird oder weil es Menschen gibt, die versuchen seine Lehre zu verbessern – nicht umzustürzen -, sei dahin gestellt. Die Behauptung, dass die FoK auf einem Film basiert, ist lustig. FoK basiert auf der China Study und anderen wissenschaftlichen und medizinischen evidenz-basierten Erkenntnissen und hat dazu eine Art Trailer gedreht. Eine solche Aussage zeugt daher von … sehr einfacher Recherche. Dass die Kommentatorin mein Fettaussage nicht stützen kann, mag sein, aber wäre ein sachliches Argument nicht hilfreicher gewesen? 😉

Und die kleinen Seitenhiebe über das Nichtgefallen und die fehlende Appetitlichkeit meiner Fotos ist nun wirklich unterste Schublade. Es ist mir auch ein Rätsel, wieso man eine Seite mit Fotos, die einem nicht gefallen, überhaupt erst abonniert.

Nein, ich bin nicht auf Facebook gegangen, weil ich Likes sammeln wollte. Ich bin dort, weil ich Menschen mit gleichen Ernährungsinteressen kennen lernen und ihnen mein Wissen anbieten möchte. Mein Wissen über FoK geht übrigens durchaus über einen Demo-Trailer hinaus 😉

Und zu den Likes: Wer glaubt, die Qualität einer Facebook-Seite ist an der Zahl der Likes abzulesen, hat mein Mitgefühl. Abgesehen davon, dass ich noch nie mein Fähnchen nach irgendeinem Wind gehängt habe, um ein „Like“ zu erhalten. Und zumindest da sehe ich mich doch voll auf einer Linie mit einem uns bekannten Arzt, der sich aus Überzeugung mit so allerlei Menschen angelegt hat. 😉

Und wenn wir schon die Likes für eine Seite vergleichen: Die GGB als Organisation und länger in Facebook als ich hat heute 1126 Likes. Ich, als Privatperson, die alles in Sachen Ernährung alleine stemmt und erst seit Anfang 2015 in Facebook bin, habe für meine Seite 532 Likes. Tja….

Vollwertkost mit Forks Over Knives

27. Juli 2015: Vollwertkost und Forks over Knives

Wie lassen sich Vollwertkost und FoK (Forks over Knives – Gabel statt Skalpell) voneinander abgrenzen, wo decken sie sich? Wie sieht eine Kombination sinnvollerweise aus? (Beitrag in der entsprechenden Facebook-Gruppe)

Vollwertkost (Grundlage: Max Otto Bruker) (Abkürzung: VWK)

  • Wichtig: So natürlich wie möglich, keine industriell verarbeiteten Nahrungsmittel, d.h. kein Zucker (zum Süßen nur Honig und Trockenfrüchte), kein Auszugsmehl, keine Sojaprodukte usw.
  • Verwendung ausschließlich hochwertiger Zutaten
  • Hauptgewicht liegt hier auf der Vermeidung von Industriezucker und Auszugsmehl, die als Auslöser der Zivilisationskrankheiten gelten. Gute Fette und Öl sowie Sahne und Konsorten sind – reichlich – erlaubt.
  • Ein hoher Rohkostanteil ist wichtig.

Schwachpunkt: Der hohe Fettverbrauch, für manche auch die fehlende Abgrenzung zum Tierprodukteverzehr

Vorteil: Die Erkenntnisse sind in unserer Region gewonnen worden und die Ernährungsratschläge sind daher auch auf diese Region und die Menschen, die in ihr wohnen, ausgerichtet.

Das große Nein heißt: kein Zucker, kein Auszugsmehl

Gabel statt Skalpell (Grundlage: Colin T. Campbell / Neal Barnard) (Abkürzung FoK von Forks over Knives)

  • Wichtig: Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte stehen im Vordergrund.
  • Komplett zu meiden sind alle tierischen Produkte und alle Fette – tierische und pflanzliche -, die als „Extrakte“ bezeichnet werden können. Nüsse und Avocados sind wegen ihres hohen Fettgehaltes nur in kleinen Mengen zulässig.

Schwachpunkt: Zucker und Auszugsmehl werden zwar theoretisch nicht gerne gesehen, in Rezepten tauchen sie aber immer wieder auf. Ein großes Manko ist auch der Versuch von Massentauglichkeit, der auf die katastrophalen Ernährungsverhältnisse in den USA aufbaut. Daher auch häufig Verwendung von Teilfertigprodukten (Pizzaböden, Ketchup usw.).

Vorteil: Die Vermeidung von Extrakten auch in Form von Fetten ist konsequent.

Das große Nein heißt: keine tierischen Produkte, keine Fette (auch nur wenige Nüsse)

Da an der FoK unterschiedliche Individuen maßgeblich beteiligt sind, gibt es auch Variationen – manche lehnen Nüsse komplett ab, manch einer bevorzugt vor allem stärkehaltige Lebensmittel, der eine baut Sojaprodukte in die Ernährung ein, der andere lehnt sie ab – allen gemeinsam ist der Veganismus.

VWK plus FoK

Die großen Neins sind:

  • Kein Zucker
  • Kein Auszugsmehl
  • Keine Fertigprodukte
  • Keine Tierprodukte
  • Keine „isolierten“ Fette

Stattdessen:

  • Honig und Trockenfrüchte zum Süßen
  • Ausschließlich Verwendung von Vollkorngetreide
  • Fertigprodukte werden selten und nur in Gewürzmengen (1 EL Tomatenmark usw.) verwendet.
  • Pflanzliche Ernährung, abgesehen vom Honig
  • Fette nur in kleinen Mengen, besser in „natürlicher“ Umgebung; Beispiel: Nüsse nicht mehr als ca. 10 g/Person in einer Mahlzeit, maximal (!) 20-30 g/Tag/Person (Maßgabe von Neal Barnard)
  • Ein deutlicher Rohkostanteil

Was ist meine Mission?

23. März 2015: Mission Impossible

Eine Erkenntnis, die ich nicht alleine für mich gewonnen habe, ist: Keine Mission in Sachen Vollwertkost! Die Leute wollen es nicht hören und wir machen uns damit keine Freunde. Wir werden lästig.

Das ist so. Ich selbst gebe schon mal einen kleinen Hinweis – einmal, zweimal, dann ist gut. Wenn kein Interesse besteht, sage ich nicht mehr: Du könntest dein Rheuma mit tiereiweißfreier Kost völlig beseitigen. Nein, ich halte das für mich.

„Wir“ schütteln darüber den Kopf. Wir meinen es doch so gut, wir wissen es besser, warum nur wollen die Kranken nicht lernen?

Ein Grund, den viele auch schon erkannt haben, ist, dass manche ihre Krankheit schätzen. Sie brauchen sie. Wobei ich das jetzt nicht so plump meine in dem Sinne von „Sie wollen sich interessant machen, sie wollen dadurch Zuneigung erzwingen“. Nein, ganz so einfach ist es nicht, auch wenn es diese Fälle natürlich gibt. Krankheit ist auch ein Weg, sich selbst auszudrücken, um sich selbst etwas zu vermitteln. Krankheit ist eine Diskussion mit sich selbst. Krankheit kann ein Lehrmeister sein. Wobei wir mit der Interpretation bei anderen vorsichtig sein sollten 😉 Ich finde auch nicht, dass es immer anzuwenden ist. Denn die Frage, warum ein 4-jähriges Kind an Leukämie erkrankt, lässt sich kaum damit beantworten. Wann immer wir krank werden, lohnt aber die Frage: Warum jetzt und warum gerade das?

Warum noch können Menschen „verbohrt“ bei ihrer Ernährung bleiben? Eine interessante These ist, dass gerade Männer in der Entfernung von der gewohnten Ernährung eine Abwendung von der eigenen Mutter sehen und sie daher irrational verteidigen.

Es gibt aber noch einen Grund, der ist ganz einfach: Egal, was wir einem Kranken sagen, er hält seine Ernährung für wichtiger als alles andere. Wie kann das sein? Nun, es gibt für jeden einen Punkt, an dem er sagt: Nee, also da kann ich mit diesem Essen so gesund sein, wie ich will – das ist es mir einfach nicht wert. Das kannst du dir nicht vorstellen? Dann überlege einmal, was du sagen würdest, wenn herausgefunden würde, dass man die beste Gesundheit dadurch bekommt, dass man jeden Tag 3 Liter Weizensaft trinkt, in den mindestens 20 Ameisen verarbeitet wurden. Ich persönlich würde wohl auf die blendende Gesundheit verzichten und die zweitbeste Gesundheit wählen 😉

Dann gibt es auch Leute, die gerade einen Ernährungsstil für sich gefunden haben und nun uns missionieren wollen. Und diese sind das beste Beispiel dafür, wie überaus nervig das ist. Diese Freunde oder Bekannten sind von ihrem Wissen genauso überzeugt wie wir von unserem. Und nun erzählen sie uns beispielsweise dreimal am Tag, dass eine eiweißreiche Kost wirklich Wunder für die Gesundheit tut. Wir „wissen“, das ist Blödsinn… aber sie „wissen“ das auch. Denn dank Internet gibt es heute quasi für jede Behauptung auch Belege aus mehr oder weniger wissenschaftlicher Hand.

Da auch die beste Ernährung kein absoluter Garant für ewige Gesundheit ist, werden diese Missionare sich sofort bestätigt fühlen, wenn wir mal ein Zipperlein bekommen. „Das wäre dir mit 10 Eiern zum Frühstück nicht passiert!“ Und dabei strahlen sie gesund (noch gesund?), denn das Trickreiche und Wunderbare am menschlichen Körper ist ja, dass er gelegentlich auch malträtiert extrem gesund daher kommt. Ich sage nur – Helmut Schmidt und rauchen.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die tiereiweißarme Vollwertkost – ob mit oder ohne FoK – eine der besten Ernährungsformen ist, weil sie mir (!) geholfen und für mich (!) die besten Argumente hat. Deshalb versuche ich Interessierten auf dem Weg zu helfen. Aber genauso wie ich nicht mit der Eierschlacht bedrängt werden möchte, bin auch ich zurückhaltend geworden – mehr denn je.

Wie kann ich Fett reduzieren?

9. März 2015: Der Weg weg vom Fett

Viele, die von der „normalen tiereiweißfreien Vollwertkost“ auf eine fettreduzierte Ernährung umstellen wollen, stellen dann fest: Hmm, so ein kleiner Stich Butter, ein Löffelchen Öl…. das fehlt mir sehr.

Das verwundert aus drei Gründen nicht: Erstens sind Fette genau wie Salz Geschmacksträger, die den Eigengeschmack verstärken. Außerdem können wir nicht innerhalb von einer Woche umstellen von einer lebenslangen Erfahrung, die heißt: Oh, Sahne, oh Butter, wie lecker… Speziell wenn wir aus der Brukerschen Vollwertkost kommen, wo diese Fette teils sehr großzügig verwendet werden. Außerdem brauchen unsere Geschmackspapillen eine Weile, um sich an neue Dinge zu gewöhnen, in der Regel können wir da von 6 Wochen ausgehen.

Bei Fetten empfehle ein schrittweises Vorgehen.

Schritt 1:
Ich überlege, wo ich Fett weglassen kann, ohne dass ich es merke. Zum Beispiel geben viele etwas Öl ins Nudelwasser. Das ist gar nicht nötig. Merke ich den Unterschied? Nein. Es gibt auch Teige wie Nudel- oder Brötchenteig, den viele mit etwas Öl herstellen. Auch das ist nicht nötig.. Ich gehe also meine normalen Rezepte im Kopf durch und streiche dort. Damit habe ich den Anfang gemacht.

Schritt 2:
Ich ersetze – auch hier Schritt für Schritt – das Fett durch Nüsse. Mache dir anfangs keine Sorgen, dass du nun zu viel Nüsse isst. Es ist ein Übergangsstadium. Meiner Ansicht nach ist eine Nuss (= ein komplettes Lebensmittel) immer einem Fett wie Öl oder Butter (= Extrakt) überlegen.
So habe ich das zum Beispiel mit meinem Salatdressing gemacht. Da kamen in das Vorratsdressing immer 100 g Öl. Ich habe gerechnet: 1 g Öl = 2 g Nüsse und dann im ersten Schritt (ganz mutig) 50 g des Öls durch 100 g Nüsse ersetzt. Mittlerweile nehme ich gar kein Öl mehr, das Dressing ist dennoch cremig und lecker. Nun werde ich in kleinen Schritten weiter ausprobieren, mit wie wenig Nüssen ich auskomme, ohne dass das, was ich am Dressing so liebe, verloren geht.
Pizzabelag mit Nüssen statt Öl, Soßen mit Nüssen statt Öl – das schmeckt alles wunderbar.

Schritt 3:
Ich ersetze Nüsse durch gekochte Hülsenfrüchte. Womit ich meine: Nüsse, die „früher“ verwendet wurden, nicht die Nüsse in Schritt 2. Ein Dressing mit Hülsenfrüchten macht sonst aus jeder einer Rohkost eine Kochkost. Bei der Regel „Nüsse durch Hülsenfrüchte ersetzen“ denke ich speziell an Aufläufe, Füllungen, Soßen und Pizzabelag.

Schritt 4:
Beim Backen ersetze ich Fett teilweise (und in alten Rezepten die Eier) durch Reis- oder andere Stützcremes. Auch dies bitte nur Schritt für Schritt! Ich habe letztlich Kekse mit 30 g Kokosöl auf 250 g Mehl gebacken. Da sie lecker waren, habe ich nun alle Zutaten verdoppelt – bis auf das Kokosöl. Also 500 g Mehl und 50 g Kokosöl. Mittlerweile bin ich bei 500 g Mehl und 40 g Kokosöl (immer ist eine Reiscreme dabei), sie schmecken unvermindert lecker.

Das Fett völlig aus dem Gebäck eliminieren gelingt nur in den wenigstens Fällen.  Ganz wichtig hier: Langsam anfangen! Kaum jemandem wird es gelingen, eine Buttercremetorte gleich im ersten Schritt erfolgreich mit nur 50 g Fett herzustellen. Im Übrigen ersetze ich Butter möglichst durch Kokosöl oder ein anderes pflanzliches Öl.

Schritt 5:
Überall da, wo ich (flüssige Sahne) zugegeben habe, nehme ich Stützcremes (süß und herzhaft) oder cremig geschlagene Hülsenfrüchte (eher bei herzhaften Speisen).

Wie weit man nun gehen will, ob bis zur kompletten Ausschaltung des Fetts oder nur einer starken Reduzierung, bleibt jedem selbst überlassen. Ich persönlich finde ein bisschen Fett zumindest aus Nüssen wichtig, damit meine Ernährung ausgewogen bleibt.

Wie immer bei jeder Ernährungsumstellung gilt: Es kann nicht das Ziel sein, den Geschmack des alten Essens genau zu treffen. Ziel ist es vielmehr, eine Alternative zu schaffen, die mindestens genauso gut schmeckt wie die alte Variante, im besten Fall sogar noch besser.

Das Original schmeckt nun mal immer am meisten wie das Original. Daher ist es ein recht sinnloses Unterfangen zu versuchen, die alten Dinge nachzuahmen. Statt einer herkömmlichen Lasagne kann ich mir eine Lasagne mit einem Hülsenfruchtbelag herstellen. Das ist sehr lecker, solange ich nicht erwarte, dass meine Lasagne jetzt wie „die alte“ schmeckt. Und wenn ich eine Kaki esse oder frische Erdbeeren – so werden sie nie wie Erdbeerjoghurt schmecken, dass aus Stroh (so heißt es gelegentlich) hergestellt wird und nie eine Erdbeere gesehen hat.

Wir müssen uns auch klarmachen, was „fettarm“ bedeutet: Eine Buttercreme für einen ganzen Kuchen, die nur 50 g Fett enthält ist fettarm. Ein Brötchenteig, der 35 g Fett, enthält, ist dies nicht – denn für Brötchenteig braucht es gar kein Fett.

Eine gute Küchenausstattung

6. Feb. 2015: Ausstattung

Diesen Text hatte ich als Beitrag in meiner Vollwert-FoK-Gruppe veröffentlicht. Dort steht er auch immer noch als Datei zur Verfügung.

Ausstattung für eine Vollwertküche

(VWK = Vollwertkoch; FoK = forks over knives / Gabel statt Skalpell)

Was braucht der Vollwertler? Eine Mühle und ein Messer.
Was braucht der FOKler? Ein Messer und drei Päckchen Pacos 🙂

Damit will ich sagen: Grundsätzlich kann jede vernünftige Ernährungsform mit geringem technischen Aufwand betrieben werden. Es gibt ein paar Dinge, die das Leben durchaus einfacher machen. Die Geräte, die ich im folgenden als „notwendig“ bezeichne, sind ganz klar notwendiger Luxus. Beispiel: Ein Bauer kann mit Pferd und Egge sein Kornfeld pflügen oder mit einer modernen Maschine. Getreide wächst auf beiden Feldern, ist eben nur die Frage, welcher Aufwand betrieben wurde.

Wer Vollwertkost mit FoK Einfluss leben möchte, hat ein paar andere Ansprüche als ein normaler Vollwertler und erst recht als ein „normaler“ FoKler, was die Küchenausstattung betrifft.

Ich setze eine „normale“ Küche voraus und erwähne Herd/Backofen und Handrührgerät nicht noch in der Liste.

  • Eine Mühle ist auf jeden Fall auf der Pflichtliste
  • Weiterhin empfehle ich einen Magic Maxx / Mr. Magic. Diesen kleinen Mixer (bitte darauf achten, dass im Set 18 Teile, vor allem 2 Messer enthalten sind) gibt es immer wieder einmal als Angebot, und
  • einen Schnellkochtopf. Für viele Dinge werden Hülsenfrüchte gebraucht. Selbst mit Einweichen kochen Kichererbsen noch sehr lange und müssen beaufsichtigt werden. Es gibt auch Schnellkochtöpfe für kleine Mengen, bei denen die Mindestwassermenge nur 150 g beträgt, sonst sind das 250 g. Es gibt auch immer wieder Sonderangebote, so habe ich z.B. einen zusätzlichen 6-Liter-Topf im Sommer 2014 für 40 Euro erworben;

Zur gehobenen Ausstattung, die aber sehr nützlich ist, zähle ich:

  • einen Hochleistungsmixer. Er ist „nicht nötig“, aber erleichtert doch die Arbeit erheblich und macht viele Dinge einfach schöner als sie im Kochtopf möglich sind. Mit einem Hochleistungsmixer lassen sich die von mir gerne genutzten „Stützcremes“ einfacher herstellen als mit einem Topf, aber es geht auch alles ohne und bei Gelegenheit werde ich dann auch Beispiele geben, wie es anders funktioniert.
  • Börner-Hobel für geschickte Menschen, aber mir ist das Teil zu scharf 🙂

Diese Dinge sind wie gesagt nicht lebensnotwendig, es geht auch ohne – aber sie geben manchmal eben diesen kleinen Kick.

  • Küchenmaschine, Thermomix, Speedy und Flocker sind nett – aber wer keine schöne große Küche hat, muss eben gut überlegen. Eine Küchenraspel brauche ich ganz selten, ein Messer tut’s auch. Das sagte mir auch vor kurzem die Mutter einer 6-köpfigen Familie.