Vollwertfazit

Ist die Vollwerternährung für jeden die beste und gesündeste Ernährung?
Nein, es gibt einfach Menschen, die damit nicht gesünder werden, egal, wie lange sie es versuchen.

Ist die Vollwerternährung eine gute Ernährung?
Ja, ist sie für mich. Vor allem der Satz: „So natürlich wie möglich“.

Gibt es bessere Ernährungsformen als die Vollwertkost?
Meines Wissens nicht (für mich!).

Gibt es schlechtere Ernährungsformen als die Vollwertkost?
Ja, die gibt es tatsächlich in reicher Zahl.

Gibt es Ernährungsformen, die der Vollwerternährung das Wasser reichen können?
Mit Sicherheit.

Was ist das Wichtigste bei der Ernährung überhaupt?
Dass man das Denken nicht beiseite lässt, statt einer einmal erprobten Sache unverändert nachzugehen. Dass man bereit ist, seine eigenen Erkenntnisse immer wieder auf den Prüfstein zu stellen, und für Kritik offen ist.

P.S.
Nicht alle Menschen, die sagen, dass Vollwerternährung ihnen nicht hilft oder sie sie unbekömmlich finden, erzählen Märchen. Sie gehören nicht alle in die Gruppe „Ha, die haben es eben nicht konsequent gemacht!“.

Andererseits lohnt es sich für jeden, sie einmal auszuprobieren.

Namensänderung

Der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt: Dieser Blog heißt nicht mehr Vollwertskandale. Der Grund ist einfach: Ich koche nicht mehr 100 % vollwertig (nach Bruker) und ich habe so viel Kritik an der Vollwertigkeit, wie sie nach Bruker praktiziert wird oder werden soll, dass das für mich nicht mehr passt.

Nach wie vor stehe ich dazu, dass Bruker enorm viel geleistet hat. Das entspricht aber einfach nicht mehr unserer Zeit (sein Frauenbild wurde vor Jahrzehnten schon kritisiert), den wissenschaftlichen Erkenntnissen und last but not least meiner persönlichen Erfahrung.

Da wäre es unredlich, mich weiterhin mit dem Titel „Vollwertlerin“ zu schmücken. Wobei ich mich keineswegs von diesen 15 Jahren distanzieren möchte. Es war eine Zeit mit vielen Entdeckungen, ich konnte in vielen Punkten Althergebrachtes in der Vollwerternährung auf einen modernen Stand bringen und habe auch ein paar Dinge entdeckt, die für Veganer, Vollwertler und Veganer wichtig sind. Da denke ich einmal an die Schokolade, die vor mir in dieser Weise niemals hergestellt wurde, und zum anderen auch an die Wilkesmannsche Formel. Eine Freundin von mir backt immer noch danach, weil sie wegen einer Rheumaerkrankung jegliches Tierweiß meiden muss.

Ich finde es bedauerlich, dass in Lahnstein vermehrt auf die Psychoschiene gesetzt und nicht die Brukerschen Erkenntnis in einen angemessenen zeitlichen Rahmen gesetzt wird. Wissenschaftliches, belegtes Wissen wird einfach negiert – ich erinnere mich noch gut daran, dass vor wenigen Jahren das Buch über die Nichtexistenz von Viren hochgelobt wurde. Hmmm. Auch das Märchen von der Zahngesundheit nur durch vollwertige Ernährung hat sich aufgelöst. Honig ist, das müssen auch die Vollwertler zugeben, schädlich für die Zahngesundheit, genau wie der weiße Zucker. Alternative: Pappkuchen essen. Nee, danke, schmecken soll’s schon.

Interessant da auch Gespräche mit Zahnärzten über die allgemeine Zahngesundheit. Viel mehr alte Menschen benötigen keine dritten Zähne als früher – und das geht auf die professionelle Zahnreinigung zurück – genau wie die gesünderen Zähne von Kindern.

Mein Standpunkt ist heute, dass die Verwendung von vollwertigen Produkten (Mehl, Nudeln, Reis usw.) und ein großer Frischkost- und Gemüseanteil sehr wichtig für unsere Gesundheit sind. Das geht aber auch ohne Tunnelblick. Und ich habe noch nie gehört, dass der Großteil der Über-Hundertjährigen sich strikt nach Bruker ernährt. Wenn ich genau überlege, kenne ich eigentlich keinen Fall, wo das beschrieben wird. 🙂

Getreidemühle ade?

Morgen wird sich zeigen, ob ich der Getreidemühle endgültig ade sage. In den letzten Monaten habe ich viel experimentiert, die ausgetretenen Vollwertpfade verlassen. Das Gebüsch um mich herum sozusagen gerodet.

Eine 100%ige Vollwertlerin kann mich niemand mehr nennen, das gebe ich zu. Ich sehe manche Dinge heute anders als 2005-2015. Ist gekauftes Vollkornmehl wirklich schlechter als selbstgemahlenes? Ja, es ist schön Getreide selbst zu mahlen – es ist aber auch verdammt viel Arbeit. Mir fehlen einfach die Beweise dafür, dass ich einen wesentlichen Gesundheitsgewinn erreiche, wenn ich stundenlang in der Küche aste.

Mein Flocker führt schon ein kümmerliches Dasein, ich liebe gekaufte Flocken 🙂 Soeben habe ich den ersten Sauerteig mit gekauftem Roggenvollkornmehl angesetzt. Ich bin gespannt! Wenn das Brot gelingt und der Sauerteig wächst, wird auch die Mühle nicht alt in meiner Küche. Flocker, Mühle – sie nehmen Platz weg und machen Arbeit.

Ich kann mir immer noch vorstellen, dass frisch gemahlenes Mehl gesünder ist. Aber die Frage ist doch außerdem, ob der Unterschied minimal oder groß ist. Ob der Unterschied für meine Gesundheit wirklich so wesentlich ist.

Davon bin ich nicht mehr überzeugt. Vieles an der Vollwertkost ist sicher sehr gut – viel Gemüse, mehr Obst, Vollkornprodukte, Fernhalten von Fertigprodukten. Aber der Exzess, mit dem ich die Vollwertkocherei betrieben habe, überzeugt mich nicht mehr.

Ich bin nun mal so, dass ich Dinge austesten muss und das heißt: 100 Prozent machen … und dann schauen, überlegen und abwägen.

Das ist der Stand der Dinge bei mir.

Bruker und Ernährungswissenschaftler

Nur weil Ernährungswissenschaftler heute einhellig etwas empfehlen, ist es nicht unbedingt verkehrt.

Und nur weil ein Schulmediziner etwas sagt, muss das auch nicht per se falsch sein.

Ich finde das merkwürdig, wie es aus bestimmten Ecken immer tönt: „Ach, die sind nur auf Geld aus, die Ärzte“, sobald ein Arzt, vielleicht sogar ein Facharzt etwas sagt, oder „Die Ernährungswissenschaftler haben keine Ahnung!“.

Das heißt nicht, dass ich alles blind glaube, was diese Menschen mir sagen. Aber ich gestehe ihnen erst einmal das bessere Wissen zu. Dass ich kritisch bleibe, ist natürlich – es gibt in jedem Beruf Scharlatane.

Ketzer-Ute sagt:
Und wenn Bruker viel früher gelebt und bewiesen hätte, dass die Welt eine Scheibe ist, würden dann jetzt alle Bruker-Anhänger immer noch überzeugt sein, dass wir über eine flache Erde laufen?

Zweifel sind immer erlaubt, sowohl an etabliertem Wissen als auch an überholtem oder nicht belegtem, nur plausiblem Wissen.

 

Was ist Vollwerternährung?

Was ich an der Vollwerternährung schätze und auch gern immer wieder betone, ist, dass sie keine Diät ist. Diäten sind einschränkend, für Kranke gemacht und in ihrer Einseitigkeit nicht immer hilfreich.

Wer einmal eine Brigitte- oder auch Atkins-Diät gemacht hat und „Weight Watcher“ gefolgt ist, weiß, was ich meine. Der Tag besteht nur noch aus Zählen und Aussortieren. Kann es das sein?

Dasselbe gilt meiner Ansicht nach auch für strikte Rohkost, Forks over Knives, glutenfreie Ernährung und so weiter. Vegetarismus und Veganismus sind ernährungstechnisch für mich nicht überzeugend, da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Sie bleiben eine Sache der Überzeugung.

Sie alle schränken ein, kennen Verbote und sorgfältiges Aufpassen. Für Kranke ist das sicher richtig und wichtig. Wer Rheuma hat und nicht ohne Tiereiweiß auskommen mag, wird seine Schmerzen kaum los, wenn er nicht ständig unter Schmerzmitteln stehen will. Für Kranke ist dieser Beitrag insoweit nicht gedacht.

Was ich an der Vollwertkost so schätze, ist: Hier ist alles erlaubt, es kommt nur auf die Herkunft und die Menge an, eventuell noch auf die Zusammensetzung. Weder Fleisch noch Käse sind verboten.

Wer meinen Blog und meine Entwicklung verfolgt hat, weiß: Ich bin mehr als zehn Jahre lang den „Regeln“ der Vollwertkost nach Bruker 100% gefolgt. Ich habe mindestens zwei Jahre lang auch komplett tiereiweißfrei gelebt, einmal sogar 6 Monate lang reine Rohkost. Gebracht hat mir das keinen echten Fortschritt.

Der Satz „So natürlich wie möglich“ ist für mich der wichtigste Leitsatz überhaupt geworden. Denn er zwängt mich nicht ein: Ich kann essen, was und wann ich will. Ich muss mich nicht zwingen, die Rohkost vor dem Warmen zu essen, ich darf im Restaurant auch mal ein Essen ohne zwanzig Sonderwünsche bestellen und essen (und somit die Gesellschaft mit Freunden usw. genießen) und kann auch mal einen Salat essen, ohne mich beim Kellner fünfmal zu vergewissern, dass auch bestimmt keine Prise Zucker im Salat enthalten ist.

Vollwerternährung ist keine Diät, und ich lasse sie mir auch von einigen „Fanatikern“ nicht dazu machen. 🙂

Morgen mehr…

 

Was kommt auf mein Tellerchen?

8. Dez. 16: Seit einiger Zeit…

Wer meine Rezepte regelmäßig verfolgt, weiß es bereits – ich habe kleine Mengen Tiereiweiß und Fett (Butter und Öl) erneut in meine Ernährung eingeführt. Die absolute (oder zumindest fast absolute) Streichung dieser Dinge hat mir keine Vorteile gebracht und ich kenne auch niemanden persönlich-überprüfbar, der wirklich einen Nutzen davon hatte. Wer gewisse Krankheiten hat wie Allergien oder Rheuma kommt um die 100%ige Tiereiweißfreiheit nicht herum, wenn er keinen Auschlag oder Schmerzen bekommen möchte, das ist auch klar.

Meine Überzeugung nach reiflichem Austesten und Lesen entsprechender Seiten trifft das „Mittelmaß“, das heißt, dass ich überzeugt bin, dass für klinisch gesunde Menschen eine extreme Ernährung, die bestimmte „natürliche“ Bestandteile komplett ausschließt, nicht erforderlich oder förderlich ist. Für mich heißt das mehr denn je, dass veganes und Rohkost-Essen reine moralische oder sonstige Entscheidungen sind, die aber nicht wirklich von fundiertem Wissen vom Gesundheitsnutzen geprägt sind. Veganer sind gesünder als Nichtveganer – eine These, die immer noch umstritten ist. Aber selbst wenn es so wäre: Wer hat den Gesundheitszustand von Veganern mit dem von Vollwertlern (nicht einmal tiereiweißfrei) verglichen, wirklich fundiert nachgewiesen? Wer hat vegane Vollwertkost mit tiereiweißhaltiger Vollwertkost in nennenswerten Zahlen verglichen? Meines Wissens niemand. Die einzelnen beziehen ihr „Wissen“ aus persönlicher Erfahrung im kleinen Kreis (was leider häufig zur Überzeugung „Nur das ist richtig!“ wird) oder aus Büchern und YouTube-Filmen einzelner Ärzte oder mit Überzeugungskraft auftretenden Laien.

Esselstyn empfiehlt für Herzkranke völlig fettfreie Ernährung, auch ohne Nüsse. Gemüse habe genug Fett. Ach ja? Ich möchte das nicht ausprobieren (bin eh nicht herzkrank). Vor einigen Wochen sah ich im Interview eine deutsche Ärztin, die unbedingt die Zufuhr großer Mengen Kokosöl empfahl, leider habe ich ihren Namen vergessen. Also wer abnehmen wolle, solle das Kokosöl am besten esslöffelweise zu sich nehmen. Auch das möchte ich nicht ausprobieren.

Auch ich habe die Phase durchlaufen, in der ich die tiereiweißfreie Vollwertkost oder auch die sehr stark fettreduzierte Vollwerternährung konsequent verfolgt habe, weil sie mir plausibel erschien. Das tut sie nicht mehr, zu löchrig sind die echten Beweise. Brukers Erkenntnisse sind teils einfach vom Faktenwissen überholt, die Erfolgsbeispiele von FoK rühren einerseits daher, dass Normalesser nach Ernährungsumstellung gesunden – wer würde das von einer solchen Ernährung nicht?, echte Langzeiterfolge sehe ich dort nicht nachprüfbar. Die Beispielgeschichten sind leider teils medizinisch nicht haltbar. Da rückt der Glaube die Ergebnisse vielleicht wieder einmal zurecht, wie das ja leider in der Wissenschaftsgeschichte häufig so ist, was ich auch durchaus bereit bin, Dr. Bruker zu unterstellen.

Auch ich habe diese Phase gehabt, wo ich überzeugt war, dass Menschen, bei denen die Vollwertkost nicht die gewünschten Erfolge bringt, eben nicht „richtig vollwertig“ essen. Ich habe da einmal eine Frau sehr mit vor den Kopf gestoßen. Ich denke nicht, dass sie hier noch mitliest, weil sie sehr verärgert war über meine bohrenden Fragen (die sie nur zu gut kannte), aber wenn ja, so möchte ich mich für diesen leichten Starrsinn entschuldigen. 🙂

Vollwertkost ja, „So natürlich wie möglich“, unbedingt. Ich kehre nicht zu den Fleischtöpfen zurück, nicht zu den Sahne- oder Butterbergen, wie sie teils in der tiereiweißfreien Ernährung zelebriert werden. Ich esse deutlich fettarmer als früher, das finde ich gut. Ich esse nicht sehr viel Tiereiweiß (keine Eier, kein Quark oder Joghurt, weil dies Eiweißschleudern sind, keine Milch), aber kleine Mengen heben die Essensqualität einfach an. Schon ein Esslöffel Sahne im Frischkorngericht macht einen Unterschied, den nur ein gehäufter Esslöffel Cashewnussmus annäherend erreichen kann – vom Geschmack ganz zu schweigen.

So stehe ich heute da. Ich bin gespannt, wie es „mit mir“ weitergeht.

Bruker und ich

Wenn Lahnstein-Anhänger das Kriegsbeil ausgraben… 🙂

In Lahnstein bin ich nicht gut gelitten. Das ist vielen bekannt und ich will die ollen Kamellen auch nicht wieder ausgraben. Nur wundert mich, dass die Anhängerschaft soooo speziell ist, um es mal vorsichtig zu sagen. Ich gebe dafür einen kleinen Austausch aus Facebook hier wieder.

Das Umfeld der Kommentatorin ist ganz interessant. In Google ist sie nicht zu finden, aber unter ihren „Freunden“ ist der Name des Geschäftsführers der GGB. Wer daraus Schlüsse zieht, bitte schön – ich tue das natürlich nicht.

Anlass war meine Tendenz, Butter und Öle deutlich aus dem Essen zu streichen und das Vorstellen des Fotos zum „Butterkuchen ohne Butter“.

Das erste Mal schrieb sie:

XXX: Warum wurde denn die Butter weggelassen?

Meine Antwort: Weil ich mich an die Empfehlungen von „Forks over Knives“ halte: weil es ein einweißhaltiges tierisches Produkt und ein Fettextrakt ist. Grob zusammengefasst.

Beim nächsten Mal kam es dann etwas klarer:

XXX: Warum willst du ohne Fett backen? Naturbelassene Fette wie Öle sind gesund, unbedingt notwendig und der Körper braucht Fette..

Meine Antwort: Nein, Öle sind nicht gesund. Öle sind ja auch nicht naturbelassen, sondern Extrakte. Der Körper braucht Fette, aber keine Öle und keine Butter, er bekommt genug aus den anderen wirklich naturbelassenen Lebensmitteln (Nüsse, Samen, Getreide). Ich verweise noch mal auf Forks over Knives, wo moderne wissenschaftliche und nachvollziehbare Kenntnisse verarbeitet werden (wo nicht Ergebnisse aus der Mitte des letzten Jahrhunderts wie steingemeißelt als unantastbar gelten 😉 ): http://www.forksoverknives.com/
Ich diskutiere das hier nicht und bitte um Verständnis, weil ich keine Lust habe stundenlang am PC zu sitzen. Wenn dich das Thema interessiert, schau dich einfach mal auf der genannten Webseite um, ich empfehle auch gerne Videos mit Neal Barnard. Und wir können uns auch gerne in meiner Telefonstunde darüber unterhalten, aber schriftlich mache ich das nicht, sorry, bin genug am PC.

XXX: Hallo Ute, du solltest unbedingt “ … Vollwerternährung im Sinne von Dr. Bruker…“ aus deiner Info nehmen (er würde sich im Grabe umdrehen).
FoK scheint eine Bibel für [sic] zu sein, basierend auf einem Film, der interessant aber ganz klar keine ernsthaften wissenschaftlichen Kernaussagen trifft. Aber an irgendeine Theorie muss sich der Mensch klammern und das ist auch gut so.
Die Fettextrakt Aussage kann ich überhaupt nicht stützen, aber auch das ist gut so. Ich hoffe, du siehst es mir nach, dass ich den „Abboniert“ [sic] Haken wieder entferne. Leider gefällt mir deine Seite nicht und auch deine Fotos sind für mich nicht wirklich appetitlich und anregend (warum bekommst du so wenig Like Klicks dafür…)
Trotzdem weiterhin alles Gute, viel Erfolg und bessere Anhänger, als ich das bin.

[sic] ist das Zeichen dafür, dass der Fehler im Original steht.

Meine Antwort: Ich nehme überhaupt nichts heraus und wenn du nur den Film gesehen hast, hast du nichts verstanden. Aber das ist Lahnstein-Manier: Bloß nichts Neues gründlich anschauen 🙂
Das Entfernen des Häkchens stürzt mich natürlich in tiefste Verzweiflung 😉 😉 😉

*** Ende des Austauschs ***

Ich finde das immer wieder bedauerlich, wenn auf Argumente Gefühle kommen, lasche Aussagen und keine stichhaltigen Gegenargumente. Ob Bruker sich im Grabe herumdreht, weil seine Lehre wie ein starrer Stein behandelt wird oder weil es Menschen gibt, die versuchen seine Lehre zu verbessern – nicht umzustürzen -, sei dahin gestellt. Die Behauptung, dass die FoK auf einem Film basiert, ist lustig. FoK basiert auf der China Study und anderen wissenschaftlichen und medizinischen evidenz-basierten Erkenntnissen und hat dazu eine Art Trailer gedreht. Eine solche Aussage zeugt daher von … sehr einfacher Recherche. Dass die Kommentatorin mein Fettaussage nicht stützen kann, mag sein, aber wäre ein sachliches Argument nicht hilfreicher gewesen? 😉

Und die kleinen Seitenhiebe über das Nichtgefallen und die fehlende Appetitlichkeit meiner Fotos ist nun wirklich unterste Schublade. Es ist mir auch ein Rätsel, wieso man eine Seite mit Fotos, die einem nicht gefallen, überhaupt erst abonniert.

Nein, ich bin nicht auf Facebook gegangen, weil ich Likes sammeln wollte. Ich bin dort, weil ich Menschen mit gleichen Ernährungsinteressen kennen lernen und ihnen mein Wissen anbieten möchte. Mein Wissen über FoK geht übrigens durchaus über einen Demo-Trailer hinaus 😉

Und zu den Likes: Wer glaubt, die Qualität einer Facebook-Seite ist an der Zahl der Likes abzulesen, hat mein Mitgefühl. Abgesehen davon, dass ich noch nie mein Fähnchen nach irgendeinem Wind gehängt habe, um ein „Like“ zu erhalten. Und zumindest da sehe ich mich doch voll auf einer Linie mit einem uns bekannten Arzt, der sich aus Überzeugung mit so allerlei Menschen angelegt hat. 😉

Und wenn wir schon die Likes für eine Seite vergleichen: Die GGB als Organisation und länger in Facebook als ich hat heute 1126 Likes. Ich, als Privatperson, die alles in Sachen Ernährung alleine stemmt und erst seit Anfang 2015 in Facebook bin, habe für meine Seite 532 Likes. Tja….

Vollwertkost mit Forks Over Knives

27. Juli 2015: Vollwertkost und Forks over Knives

Wie lassen sich Vollwertkost und FoK (Forks over Knives – Gabel statt Skalpell) voneinander abgrenzen, wo decken sie sich? Wie sieht eine Kombination sinnvollerweise aus? (Beitrag in der entsprechenden Facebook-Gruppe)

Vollwertkost (Grundlage: Max Otto Bruker) (Abkürzung: VWK)

  • Wichtig: So natürlich wie möglich, keine industriell verarbeiteten Nahrungsmittel, d.h. kein Zucker (zum Süßen nur Honig und Trockenfrüchte), kein Auszugsmehl, keine Sojaprodukte usw.
  • Verwendung ausschließlich hochwertiger Zutaten
  • Hauptgewicht liegt hier auf der Vermeidung von Industriezucker und Auszugsmehl, die als Auslöser der Zivilisationskrankheiten gelten. Gute Fette und Öl sowie Sahne und Konsorten sind – reichlich – erlaubt.
  • Ein hoher Rohkostanteil ist wichtig.

Schwachpunkt: Der hohe Fettverbrauch, für manche auch die fehlende Abgrenzung zum Tierprodukteverzehr

Vorteil: Die Erkenntnisse sind in unserer Region gewonnen worden und die Ernährungsratschläge sind daher auch auf diese Region und die Menschen, die in ihr wohnen, ausgerichtet.

Das große Nein heißt: kein Zucker, kein Auszugsmehl

Gabel statt Skalpell (Grundlage: Colin T. Campbell / Neal Barnard) (Abkürzung FoK von Forks over Knives)

  • Wichtig: Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte stehen im Vordergrund.
  • Komplett zu meiden sind alle tierischen Produkte und alle Fette – tierische und pflanzliche -, die als „Extrakte“ bezeichnet werden können. Nüsse und Avocados sind wegen ihres hohen Fettgehaltes nur in kleinen Mengen zulässig.

Schwachpunkt: Zucker und Auszugsmehl werden zwar theoretisch nicht gerne gesehen, in Rezepten tauchen sie aber immer wieder auf. Ein großes Manko ist auch der Versuch von Massentauglichkeit, der auf die katastrophalen Ernährungsverhältnisse in den USA aufbaut. Daher auch häufig Verwendung von Teilfertigprodukten (Pizzaböden, Ketchup usw.).

Vorteil: Die Vermeidung von Extrakten auch in Form von Fetten ist konsequent.

Das große Nein heißt: keine tierischen Produkte, keine Fette (auch nur wenige Nüsse)

Da an der FoK unterschiedliche Individuen maßgeblich beteiligt sind, gibt es auch Variationen – manche lehnen Nüsse komplett ab, manch einer bevorzugt vor allem stärkehaltige Lebensmittel, der eine baut Sojaprodukte in die Ernährung ein, der andere lehnt sie ab – allen gemeinsam ist der Veganismus.

VWK plus FoK

Die großen Neins sind:

  • Kein Zucker
  • Kein Auszugsmehl
  • Keine Fertigprodukte
  • Keine Tierprodukte
  • Keine „isolierten“ Fette

Stattdessen:

  • Honig und Trockenfrüchte zum Süßen
  • Ausschließlich Verwendung von Vollkorngetreide
  • Fertigprodukte werden selten und nur in Gewürzmengen (1 EL Tomatenmark usw.) verwendet.
  • Pflanzliche Ernährung, abgesehen vom Honig
  • Fette nur in kleinen Mengen, besser in „natürlicher“ Umgebung; Beispiel: Nüsse nicht mehr als ca. 10 g/Person in einer Mahlzeit, maximal (!) 20-30 g/Tag/Person (Maßgabe von Neal Barnard)
  • Ein deutlicher Rohkostanteil

Was ist meine Mission?

23. März 2015: Mission Impossible

Eine Erkenntnis, die ich nicht alleine für mich gewonnen habe, ist: Keine Mission in Sachen Vollwertkost! Die Leute wollen es nicht hören und wir machen uns damit keine Freunde. Wir werden lästig.

Das ist so. Ich selbst gebe schon mal einen kleinen Hinweis – einmal, zweimal, dann ist gut. Wenn kein Interesse besteht, sage ich nicht mehr: Du könntest dein Rheuma mit tiereiweißfreier Kost völlig beseitigen. Nein, ich halte das für mich.

„Wir“ schütteln darüber den Kopf. Wir meinen es doch so gut, wir wissen es besser, warum nur wollen die Kranken nicht lernen?

Ein Grund, den viele auch schon erkannt haben, ist, dass manche ihre Krankheit schätzen. Sie brauchen sie. Wobei ich das jetzt nicht so plump meine in dem Sinne von „Sie wollen sich interessant machen, sie wollen dadurch Zuneigung erzwingen“. Nein, ganz so einfach ist es nicht, auch wenn es diese Fälle natürlich gibt. Krankheit ist auch ein Weg, sich selbst auszudrücken, um sich selbst etwas zu vermitteln. Krankheit ist eine Diskussion mit sich selbst. Krankheit kann ein Lehrmeister sein. Wobei wir mit der Interpretation bei anderen vorsichtig sein sollten 😉 Ich finde auch nicht, dass es immer anzuwenden ist. Denn die Frage, warum ein 4-jähriges Kind an Leukämie erkrankt, lässt sich kaum damit beantworten. Wann immer wir krank werden, lohnt aber die Frage: Warum jetzt und warum gerade das?

Warum noch können Menschen „verbohrt“ bei ihrer Ernährung bleiben? Eine interessante These ist, dass gerade Männer in der Entfernung von der gewohnten Ernährung eine Abwendung von der eigenen Mutter sehen und sie daher irrational verteidigen.

Es gibt aber noch einen Grund, der ist ganz einfach: Egal, was wir einem Kranken sagen, er hält seine Ernährung für wichtiger als alles andere. Wie kann das sein? Nun, es gibt für jeden einen Punkt, an dem er sagt: Nee, also da kann ich mit diesem Essen so gesund sein, wie ich will – das ist es mir einfach nicht wert. Das kannst du dir nicht vorstellen? Dann überlege einmal, was du sagen würdest, wenn herausgefunden würde, dass man die beste Gesundheit dadurch bekommt, dass man jeden Tag 3 Liter Weizensaft trinkt, in den mindestens 20 Ameisen verarbeitet wurden. Ich persönlich würde wohl auf die blendende Gesundheit verzichten und die zweitbeste Gesundheit wählen 😉

Dann gibt es auch Leute, die gerade einen Ernährungsstil für sich gefunden haben und nun uns missionieren wollen. Und diese sind das beste Beispiel dafür, wie überaus nervig das ist. Diese Freunde oder Bekannten sind von ihrem Wissen genauso überzeugt wie wir von unserem. Und nun erzählen sie uns beispielsweise dreimal am Tag, dass eine eiweißreiche Kost wirklich Wunder für die Gesundheit tut. Wir „wissen“, das ist Blödsinn… aber sie „wissen“ das auch. Denn dank Internet gibt es heute quasi für jede Behauptung auch Belege aus mehr oder weniger wissenschaftlicher Hand.

Da auch die beste Ernährung kein absoluter Garant für ewige Gesundheit ist, werden diese Missionare sich sofort bestätigt fühlen, wenn wir mal ein Zipperlein bekommen. „Das wäre dir mit 10 Eiern zum Frühstück nicht passiert!“ Und dabei strahlen sie gesund (noch gesund?), denn das Trickreiche und Wunderbare am menschlichen Körper ist ja, dass er gelegentlich auch malträtiert extrem gesund daher kommt. Ich sage nur – Helmut Schmidt und rauchen.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die tiereiweißarme Vollwertkost – ob mit oder ohne FoK – eine der besten Ernährungsformen ist, weil sie mir (!) geholfen und für mich (!) die besten Argumente hat. Deshalb versuche ich Interessierten auf dem Weg zu helfen. Aber genauso wie ich nicht mit der Eierschlacht bedrängt werden möchte, bin auch ich zurückhaltend geworden – mehr denn je.

Wie kann ich Fett reduzieren?

9. März 2015: Der Weg weg vom Fett

Viele, die von der „normalen tiereiweißfreien Vollwertkost“ auf eine fettreduzierte Ernährung umstellen wollen, stellen dann fest: Hmm, so ein kleiner Stich Butter, ein Löffelchen Öl…. das fehlt mir sehr.

Das verwundert aus drei Gründen nicht: Erstens sind Fette genau wie Salz Geschmacksträger, die den Eigengeschmack verstärken. Außerdem können wir nicht innerhalb von einer Woche umstellen von einer lebenslangen Erfahrung, die heißt: Oh, Sahne, oh Butter, wie lecker… Speziell wenn wir aus der Brukerschen Vollwertkost kommen, wo diese Fette teils sehr großzügig verwendet werden. Außerdem brauchen unsere Geschmackspapillen eine Weile, um sich an neue Dinge zu gewöhnen, in der Regel können wir da von 6 Wochen ausgehen.

Bei Fetten empfehle ein schrittweises Vorgehen.

Schritt 1:
Ich überlege, wo ich Fett weglassen kann, ohne dass ich es merke. Zum Beispiel geben viele etwas Öl ins Nudelwasser. Das ist gar nicht nötig. Merke ich den Unterschied? Nein. Es gibt auch Teige wie Nudel- oder Brötchenteig, den viele mit etwas Öl herstellen. Auch das ist nicht nötig.. Ich gehe also meine normalen Rezepte im Kopf durch und streiche dort. Damit habe ich den Anfang gemacht.

Schritt 2:
Ich ersetze – auch hier Schritt für Schritt – das Fett durch Nüsse. Mache dir anfangs keine Sorgen, dass du nun zu viel Nüsse isst. Es ist ein Übergangsstadium. Meiner Ansicht nach ist eine Nuss (= ein komplettes Lebensmittel) immer einem Fett wie Öl oder Butter (= Extrakt) überlegen.
So habe ich das zum Beispiel mit meinem Salatdressing gemacht. Da kamen in das Vorratsdressing immer 100 g Öl. Ich habe gerechnet: 1 g Öl = 2 g Nüsse und dann im ersten Schritt (ganz mutig) 50 g des Öls durch 100 g Nüsse ersetzt. Mittlerweile nehme ich gar kein Öl mehr, das Dressing ist dennoch cremig und lecker. Nun werde ich in kleinen Schritten weiter ausprobieren, mit wie wenig Nüssen ich auskomme, ohne dass das, was ich am Dressing so liebe, verloren geht.
Pizzabelag mit Nüssen statt Öl, Soßen mit Nüssen statt Öl – das schmeckt alles wunderbar.

Schritt 3:
Ich ersetze Nüsse durch gekochte Hülsenfrüchte. Womit ich meine: Nüsse, die „früher“ verwendet wurden, nicht die Nüsse in Schritt 2. Ein Dressing mit Hülsenfrüchten macht sonst aus jeder einer Rohkost eine Kochkost. Bei der Regel „Nüsse durch Hülsenfrüchte ersetzen“ denke ich speziell an Aufläufe, Füllungen, Soßen und Pizzabelag.

Schritt 4:
Beim Backen ersetze ich Fett teilweise (und in alten Rezepten die Eier) durch Reis- oder andere Stützcremes. Auch dies bitte nur Schritt für Schritt! Ich habe letztlich Kekse mit 30 g Kokosöl auf 250 g Mehl gebacken. Da sie lecker waren, habe ich nun alle Zutaten verdoppelt – bis auf das Kokosöl. Also 500 g Mehl und 50 g Kokosöl. Mittlerweile bin ich bei 500 g Mehl und 40 g Kokosöl (immer ist eine Reiscreme dabei), sie schmecken unvermindert lecker.

Das Fett völlig aus dem Gebäck eliminieren gelingt nur in den wenigstens Fällen.  Ganz wichtig hier: Langsam anfangen! Kaum jemandem wird es gelingen, eine Buttercremetorte gleich im ersten Schritt erfolgreich mit nur 50 g Fett herzustellen. Im Übrigen ersetze ich Butter möglichst durch Kokosöl oder ein anderes pflanzliches Öl.

Schritt 5:
Überall da, wo ich (flüssige Sahne) zugegeben habe, nehme ich Stützcremes (süß und herzhaft) oder cremig geschlagene Hülsenfrüchte (eher bei herzhaften Speisen).

Wie weit man nun gehen will, ob bis zur kompletten Ausschaltung des Fetts oder nur einer starken Reduzierung, bleibt jedem selbst überlassen. Ich persönlich finde ein bisschen Fett zumindest aus Nüssen wichtig, damit meine Ernährung ausgewogen bleibt.

Wie immer bei jeder Ernährungsumstellung gilt: Es kann nicht das Ziel sein, den Geschmack des alten Essens genau zu treffen. Ziel ist es vielmehr, eine Alternative zu schaffen, die mindestens genauso gut schmeckt wie die alte Variante, im besten Fall sogar noch besser.

Das Original schmeckt nun mal immer am meisten wie das Original. Daher ist es ein recht sinnloses Unterfangen zu versuchen, die alten Dinge nachzuahmen. Statt einer herkömmlichen Lasagne kann ich mir eine Lasagne mit einem Hülsenfruchtbelag herstellen. Das ist sehr lecker, solange ich nicht erwarte, dass meine Lasagne jetzt wie „die alte“ schmeckt. Und wenn ich eine Kaki esse oder frische Erdbeeren – so werden sie nie wie Erdbeerjoghurt schmecken, dass aus Stroh (so heißt es gelegentlich) hergestellt wird und nie eine Erdbeere gesehen hat.

Wir müssen uns auch klarmachen, was „fettarm“ bedeutet: Eine Buttercreme für einen ganzen Kuchen, die nur 50 g Fett enthält ist fettarm. Ein Brötchenteig, der 35 g Fett, enthält, ist dies nicht – denn für Brötchenteig braucht es gar kein Fett.