Diäten 4. und letzter Teil

Kommentar vom 28. Juni 2009: Welche Diät passt zu mir (4. Teil und letzter Teil) (Fortsetzung vom 2., 14. und 25. Juni)

Im Grunde geht das in dem besprochenen Artikel genauso weiter, wie es angefangen hat – die sogenannten Experten geben Urteile über Ernährung ab, die nicht wirklich begründet werden. Auch wird polemisch argumentiert. Dafür nehme ich als letztes Beispiel dieser Serie die Trennkost nach Hay. Ich selbst bin als Vollwertlerin natürlich kein Fan dieser Ernährung. Aber gerade darum kann ich sachlich beobachten, denn ich muss ja hier nichts „verteidigen“. Wie aber wird in diesem Artikel argumentiert?

Die Überschrift lautet „Für Systematische“, was an sich schon emotional ist. Da klingt immer so ein bisschen mit „kein Spaß, Langweiler, Beamte“. Dann wird das Grundprinzip vorgestellt, letzter Satz „Kalorien werden hier erst gar nicht gezählt.“ Warum diese Formulierung? Ich hätte ganz neutral geschrieben „Kalorien werden hier nicht gezählt“. Dieses „erst gar nicht“ macht die Trennkost gleich dubios – als ob das Kalorienzählen wirklich wertvoll und die Krönung des Abnehmens überhaupt ist. Am Rande: Kalorien sind ein überholter Begriff im Rahmen von Ernährung, der dennoch leider nicht auszumerzen ist.

Dann der Praxis-Check. „Verwirrend und nicht jedermanns Geschmack.“ Aha, ich dachte das sei die Diät für Systematische? Das widerspricht dem „verwirrend“ sofort und zeigt auf, was die Experten wollen: Nicht informieren, sondern manipulieren!

Unter Nachteile und Risiken dann „Die Grundidee … ist wissenschaftlich nicht haltbar: Denn Eiweiß und Kohlenhydrate können problemlos zusammen verdaut werden.“ Das erinnert mich an die Gegner der Vollwertkost, die behaupten, sie vertragen kein Vollkorn, weil sie nicht wissen, dass Zucker, Auszugsmehl etc. die Vollwertkost unverträglich MACHEN. Und was heißt „wissenschaftlich nicht haltbar“? Wer sagt das? Wo kann ich das nachlesen? Ist das nur die Wissenschaft dieser hier versammelten Experten oder einhellige Wissenschaftsmeinung? Und vor allem: Wie begründet Hay, der Erfinder der Trennkost, denn seine Trennung? Sicher wurde er schon zu seiner Zeit mit solchen Argumenten konfrontiert und hat etwas dazu zu sagen.

Experten-Urteil: „Langfristige Erfolge sind aber noch immer nicht wissenschaftlich belegt [s. Anm. 1] und es bleibt die Frage, ob man derart komplizierte [s. Anm. 2] (und nicht immer nachvollziehbare [s. Anm. 3] Regeln braucht – es geht ja auch einfacher [s. Anm. 4]

Anm. 1:
Für welche Diät sind denn überhaupt wissenschaftliche langfristige Erfolge belegt? Für keine! Deshalb sind ja Diäten so gefährlich. Und warum stand dieser Satz nicht bei der Atkins-Diät?

Anm. 2:
„derart komplizierte“ ist wieder Manipulation der Leser. Wir sind jetzt mit so vielen negativen Begriffen bombardiert worden, dass wir ja kaum noch wagen werden, dieser Ernährungsform auch nur eine Chance einzuräumen. Mein Bruder hat vor ein paar Jahren einmal Trennkost gemacht, daraufhin habe ich mir zum Anlass seines Geburtstags ein kleines Büchlein über Trennkost gekauft, um ihm einen passenden Kuchen zu backen. Ich kann mich nicht erinnern, Kopfschmerzen auf der Suche nach einem Rezept bekommen zu haben. Dies sind alles „Experten“-Unterstellungen. Und interessant ist dann, was die „Experten“ zu Weight Watchers sagen – was ich sehr kompliziert finde: „Erfahrungsgemäß kommen die Teilnehmer mit dem ausgefeilten Punktekonzept sehr gut zurecht.“ Ausgefeiltes Punktesystem RIECHT für mich förmlich nach kompliziert.

Anm. 3:
Was heißt denn das nun, dass die Regeln nicht nachvollziehbar sind? Unbegründet? Oder schlecht in die Praxis umzusetzen? Und warum sind sie schlechter nachvollziehbar als eine Atkins-Diät? Manipulation!

Anm. 4:
Es geht ja auch einfacher. Das ist schön, gell? Wichtig ist beim Gesamturteil nicht, ob eine Ernährungsform gut, gesund und  jetzt plötzlich auch nicht mehr, ob sie wissenschaftlich ist. Einfach(er) muss sie sein. Da kenne ich übrigens eine supereinfache Variante: Nix essen. Das ist am einfachsten.

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