Verstehe ich das richtig?

Den Newsletter der UGB erhalte ich regelmäßig, ich finde ihn recht interessant. Dennoch stutzte ich bei der letzten Ausgabe. Meine Email an die Redaktion lest Ihr hier:

Sehr geehrter Herr Weigt,

Sie schreiben im Newsletter:

„Keine andere Ernährungsinstitution nimmt es mit der Unabhängigkeit so ernst wie der UGB. Wir verzichten konsequent auf Werbung und Sponsoring“

Die GGB in Lahnstein ist Ihnen sicher bekannt. Für sie gilt meines Erachtens dasselbe, was Sie über sich schreiben. Bei aller Kritik, die man gegenüber der GGB haben kann, würde mich daher doch einmal interessieren, wie Sie diesen Anspruch begründen.

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Irreführung

20. Nov. 2014: Deutschland ist groß

Regionalität wird groß geschrieben. Früher habe ich auch dafür plädiert – heute kotzt mich das Wort fast an. Für die „Regionalität“ bin ich natürlich immer noch, für einheimische Früchte und Gemüse, aber dass jetzt schon alle Hähne mit diesem Wort rumkrähen, nervt. Aber das Beste entdeckte ich letztlich in einer Werbung (Eve, November 2014): Es werden Produkte von Natumi beworden. Oben steht groß „100% Westerwald“. Nix dagegen.

Dann wird ein Bauer zitiert (ich denke eher, da hat die Werbeagentur Bauer gespielt, so blöde kann kein deutscher Bio-Bauer sein), der im Westerwald Hafer anbaut:

„Zu Bio gehört für mich unbedingt auch Regionalität. Bio-Dinkel, der Tausende von Kilometern zum Verbraucher transportiert werden muss, ist für mich kein Bio-Dinkel. Wir müssen wieder zurückkommen zum regionalen Denken.“

Öhm. Ich kenne nur deutschen Dinkel, allenfalls noch österreichischen. Kamut, ja, der kommt von weit her, Quinoa, Amaranth, okay. Aber Dinkel? Oder ich habe vielleicht falsche geographische Vorstellungen von Deutschland. „Unser Land“ ist scheins Tausend von Kilometern lang. Und ich hatte immer gedacht, es seien von Flensburg nach Garmisch-Patenkirchen nur ein paar Hundert. Tja….

Da auf der Werbung übrigens auch Dinkel gezeigt wird, gehe ich mal davon aus, dass dort auch deutscher Dinkel benutzt wird. Umso irreführender finde ich diesen Zitatsatz. Richtig müsste es heißen: „Bio-Hafer, der Tausende von Kilometern….“. Dann ist der Zusammenhang auch klar. Da aber nicht davon ausgegangen werden kann, dass gerade die Eve-Leser wissen, wo Dinkel überhaupt angebaut wird, finde ich das einen miesen Griff in die Werbekiste.

Veganes Plastik

20. Oktober 2014: Teigschaber

Als gute Vollwertlerin backe ich selbstverständlich mit Weinstein Backpulver. Mein Bio-Laden führt die Sorte von der Firma BioVegan. Ich finde zwar nicht das Backpulver einen besonders veganes Produkt ist, aber das ist ja letztendlich egal.

Wobei mir gerade auffällt: dürfen Veganer eigentlich Kuchen mit Hefe backen? Hefen sind ja auch kleine Lebewesen.

Vor einigen Monaten hatte Bio Regalen eine Sonderaktion mit dem Backpulver. Für den Preis von drei Tütchen bekam ich vier. Schade, dass ich das erst so spät bemerkt hätte, sonst hätte ich mir gleich mehr kaufen können und meine Vorräte aufstocken. Ich backe aber nicht sehr oft mit Backpulver, deshalb war mir das erst aufgefallen, als die Aktion schon zu Ende war.

Im Rahmen meiner Pflaumenkuchen-Backphase habe ich dann wieder viel Backpulver benötigt. Und so habe ich Ende September noch mal zwei Dreierpackungen Weinstein-Backpulver bestellt. Diesmal gab es wieder eine Aktion.

„Sonderaktion“ steht rot auf der Außenfolie der Packungen, „Mit Teigschaber!“

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Ich öffnete neugierig die Packung. Heraus kam ein rot-orangefarbene Teigschaber aus: Kunststoff! Plastik? Nicht, dass vegan Plastik ausschließt. Nicht, dass Bio, das Wort Bio, gar Kunststoff ausschließt. Aber irgendwie finde ich das merkwürdig.

Die Hersteller müssen doch davon ausgehen, dass viele diesen Teigschaber gar nicht haben wollen. Dazu müssen sie auch mit Menschen rechnen wie mir, die zwei oder drei dieser Dreierpackungen kaufen. Das ist doch klar, dass ich nicht alle diese Teigschaber verwahre. D.h., hier wird im Oberbegriff Bio Plastik produziert und zum wegwerfen mitgegeben. Das finde ich wenig gelungen.

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Dann habe ich mir den Teigschaber noch einmal genauer angeschaut. Vielleicht ist es ja ein Plastik aus recyceltem Material? Es sieht nicht so aus. Rechts steht noch der Aufdruck Zenker. Zenker ist eine bekannte Name für Zubehör zum Backen. Sie sind mir aber noch nie durch besonders umweltfreundliche Produkte aufgefallen.

Was soll ich mir dabei denken, wenn eine Firma, die BioVegan als Namen führt, Plastik-Produkte von Zenker als kleine Beigaben gibt? Wo ist da der Biogedanke?

Negative Werbung

14. November 2013: Werbung

Wie gemeinhin bekannt ist, habe ich nach der Schule Grafik-Design studiert, besser gefällt mir als Bezeichnung des Studiums „Visuelle Kommunikation“. Das beschreibt es eher, denn es geht darum, über die Optik als Werkzeug miteinander zu reden, jemandem etwas zu sagen usw. Auch wenn Zeichnen und natürlich Gestaltung Teil des Studiums waren, so war es auch möglich, ohne große zeichnerische Talente, vorwiegend mit Fotografie das Studium zu bestreiten. Computer gab es damals für „normale Menschen“ nicht. Zum Studium gehörten weiterhin Fächer wie Semantik (Wiki: die Theorie oder Wissenschaft von der Bedeutung der Zeichen. Zeichen können in diesem Fall Wörter, Phrasen oder Symbole sein. Die Semantik beschäftigt sich typischerweise mit den Beziehungen zwischen den Zeichen und den Bedeutungen dieser Zeichen; das fand ich damals sterbenslangweilig), Texten und Marketing. Unsere Marketing-Vorlesungen wurden von einem leitenden Mitarbeiter von Krups (die mit den Küchenmaschinen, jawohl!) gehalten, im Nachhinein finde ich das hochspannend, aber damals haben wir eher über den geschniegelten Herren im Anzug und mit Krawatte gelästert. „Wir“ so als Künstler waren da natürlich aus einem alternativeren Holz geschnitzt 😉 Da ich schon damals einen Krups 3Mix besaß (der hat mehr als 20 Jahre seine Dienste getan), war ich dem Fach doch irgendwo zugewandt. Besonders spannend fand ich zwei Stunden über negative Werbung, die sind mir als einzige von den Theoriestunden noch wirklich lebhaft im Gedächtnis.

Was ich lernte, war, grob zusammengefasst: Es ist keine gute Idee, ständig von einem bestimmten Produkt abzuraten, sei es durch scheußliche Bilder oder immer wieder gleiche Slogans. Denn was im menschlichen Gehirn hängenbleibt, ist nicht das Negative, sondern das Produkt. Das fiel mir wieder ein, als Frau Süßmuth (wer erinnert sich noch an sie?) den dümmlichen Slogan prägte „Die Fluppe ist mir Schnuppe“, und jetzt wieder, als es um die Diskussion ging, abschreckende Bilder auf die Zigarettenpackungen zu kleistern. Deshalb ist es auch keine gute Idee, ein vegetarisches Buch „Ganz ohne Fleisch“ zu betiteln – im Gedächtnis bleibt nämlich das „Fleisch“.

Dies ist gute 35 Jahre her. Das Wissen, das uns damals vermittelt wurde, war sicher nicht uralt, aber genauso sicher nicht brandneu. Und vor einigen Tagen nun schlug ich die Oktober (B)-Ausgabe der Apotheken-Umschau auf und las auf Seite 70 „Wer warnt, wirbt“. Und was hat da einmal wieder mehr eine Studie (Universität Tel Aviv) bewiesen? „Zunächst dämpfte eine Warnung die Kauflust. mit zeitlichem Abstand aber wollten gerade jene Testpersonen das Produkt, die den Warnhinweis gesehen hatten. Der Hinweis bleibe als Zeichen von Seriosität im Gedächtnis, folgerten die Forscher.“

Ich war wieder einmal platt. Erneut wurde in einer Studie (die kostet Geld!, meist der Steuerzahler) etwas bewiesen, das schon jahrzehntelang bekannt ist und vermutlich auch damals schon in Erhebungen untermauert wurde. Als ob es nicht genug Probleme auf der Welt gäbe, um dies es sich einmal zu mühen lohnte, statt die ollen Kamellen in neuer Soße aufzuwärmen.

Plumpe Werbung, pfui

17. August 2013:  Betreff: Eine Kooperationsanfrage

Es scheint bei Firmen teils die Meinung weit verbreitet zu sein, dass Blogger ein bisschen dämlich, weltfremd und ganz heiß auf Berühmtheit sind. Und die Berühmtheit erlangen sie natürlich nur, wenn sie sich mit großen Firmennamen schmücken können. Oder wie soll ich mir sonst die Mail einer Mitarbeiterin von Zalando (im folgenden: Firma ABC) erklären? Ich gebe hier extra keinen Link zu Firma ABC, weil ich ausdrücklich für eine solche Firma KEINERLEI Werbung machen möchte.

Ich bekam also folgende Mail, die ich hier veröffentliche, weil sie nicht unter das Briefgeheimnis fällt, denn ich hatte sie unangefragt erhalten und persönlich ist sie auch nicht.

Hallo Ute,
mein Name ist Silke Holzschuher und ich arbeite im Onlinemarketing bei Firma ABC.
Auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern bin ich auf Deine Seite gestoßen und war sofort begeistert von den tollen Rezeptideen, aber auch von den kritischen Texte, die Du über verschiedenste Themen schreibst. Jetzt habe ich mich gefragt, ob du Lust hast mit Firma ABC zusammenzuarbeiten? Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir eine ähnliche Zielgruppe ansprechen.
Bei der Zusammenarbeit habe ich an so etwas wie einen Shoptest gedacht oder vielleicht könntest Du auch unserem Home Bereich vorstellen, wo es zahlreiche Küchenutensilien zu kaufen gibt und das dann mit einer leckeren Rezeptidee verbinden. Schau dich doch mal bei uns um: (hier stand ein Link)
Was hältst Du davon? Vielleicht hast Du ja auch ein tolle Idee? Lass sie mich hören!
J
Ich würde mich sehr freuen bald von Dir zu hören.
Viele Grüße,
Silke Holzschuher
Onlinemarketing
Firma ABC

Also ich fasse zusammen: Ich soll für lau = unbezahlt nicht nur Werbung für eine Firma machen, sondern auch noch Ideen für sie entwickeln? Lustig… Aber vielleicht wollte man mir ja doch was anbieten? Ich schrieb zurück:

Hallo Frau Holzschuher,
ich dutze mich zwar gerne mit Blogkommentatoren und privaten Online-Kontakten, aber im Geschäftsbereich bevorzuge ich das Sie. Sorry 🙂
Ich freue mich ja sehr, dass Ihnen meine kritische Seite so gut gefällt. Wunderbar, dass Firma ABC sich die Mühe macht, einen Blog so gründlich durchzulesen. Wobei ich immer dachte, Firma ABC steht für Schuhe? Wohl nicht mehr.
Faszinierend finde ich auch die gemeinsame Zielgruppe. Darüber wüsste ich gerne mehr, was nämlich Ihre Zielgruppe ist und wo Sie meine sehen.
Wenn ich das jetzt also richtig sehe, soll ich durch Tests auf meinem Blog Werbung für Firma ABC machen, dies noch mit Rezepten verbinden, möglichst tolle Ideen entwickeln und alles aus Spaß an der Freud‘, weil Firma ABC so wunderbar ist? Wenn ich da einen Strich ziehe und zusammenzähle, sehe ich feine Vorteile für Firma ABC und keine für mich.
Oder sehe ich da irgend etwas falsch? 🙂
Viele Grüße
Ute-Marion Wilkesmann

Die Antwort fand ich herrlich…. oh wie doof muss die Bloggerwelt sein – oder ist die Dummheit auf der anderen Seite? 😉

Hallo Frau Wilkesmann,
ich möchte  mich erst einmal bei Ihnen entschuldigen, dass ich Sie geduzt habe. Es war auf keinen Fall meine Absicht Sie nicht mit dem nötigen Respekt anzusprechen. Ich habe mich wahrscheinlich  schon zu sehr an unsere eigene Unternehmenskultur gewöhnt, bei der sich alle direkt duzen. Das tut mir leid.
Wie ich aus Ihrer Email heraushören kann, stehen Sie einer möglichen Zusammenarbeit mit Firma ABC sehr kritisch gegenüber. Ich bin mir unsicher, ob ich Sie vom Gegenteil überzeugen kann. Falls ich Ihre Email missverstanden habe, möchte ich Sie bitten sich noch einmal bei mir zu melden.
Vielen Dank für Ihre Zeit und die Rückmeldung.
Viele Grüße,
Silke Holzschuher

Ein Geschenk und eine Werbung

6. April 2013: Warum Mitte April ein Video unter fremder Flagge?

Wer als Koch etwas auf sich hält, verkauft irgendwann seine Seele. So ein bisschen Einkommen nebenbei durch Werbung, ey, von irgendwas müssen wir doch alle leben. Entweder verkaufen wir unseren wohlgestählten Körper in Zusammenhang mit Pülverchen, Büchern oder Turngeräten, oder wir lassen unser mehr oder weniger mageres Konterfei eine Dosensuppe, eine Küchengerätepackung oder ein Fertiggericht als Empfehlung zieren. Wir können natürlich auch Videos drehen, wo wir ein Produkt vorstellen und wo irgendwo ein dickes Emblem klebt. Manche machen es offensichtlich – andere durch die Hintertür (was ich persönlich eher „bäh“ finde).

Ja, und jetzt…. jetzt habe ich ein Video für den PGS (Perfekte Gesundheit-Shop) gemacht. Hui, bin ich auch unter die Wanderkochhuren gegangen? (Man verzeihe mir den derben Ausdruck, aber ich glaube, meine Leserschaft ist in der Mehrzahl eher volljährig :-)).
Nein, bin ich nicht. Ich bekomme nichts dafür, dass der PGS sein Emblem auf das Video von mir setzt und in seinem Kanal veröffentlicht. Ja, das ist sicher Werbung für den PGS und da habe ich auch nichts dagegen. Es hat mich auch niemand darum gebeten, ich habe es Simon sogar von mir aus angeboten.

Warum mache ich das? Ich kann’s euch sagen: Ich gehöre noch zu den Dinosauriern, die es wahrhaftig fertigbringen, sich gelegentlich ein „Danke schön!“ abzuringen. Und wenn jemand einfach nett zu mir ist, sage ich danke. Und wenn jemand sich für meine Leser immer extra bemüht, nimmermüde berät, kulant ist und bei Preisausschreiben stets großzügig aufrundet: Da finde ich ein schlichtes schriftliches DANKE einfach nicht mehr genug.

Daher konntet Ihr vor wenigen Tagen ein Rezept von mir auf dem PGS-Blog und in Kürze ein Video im PGS-Kanal von YouTube finden (am 24. April kommt das dann hier als Monatsfilm): Das Video zeigt ein besonderes Frühstück. Dass der Vitamix dabei im Mittelpunkt steht, hat seinen Grund: Ich habe bisher noch kein anderes Gerät testen können, dass gerade bei diesen beiden Herstellungen dem Vitamix das Wasser bzw. Eis reichen könnte. Manche Testgeräte, räusper, wurden mir angekündigt – und sind bis heute nicht eingetroffen.

Außerdem, und da kommt Ihr ins Spiel, habe ich mich bereit erklärt, mit einem kleinen Spruch und einem Foto von mir auf der PGS-Seite zu erscheinen. Das ist Werbung. Wobei ich nichts sage, was ich nicht sowieso immer sage. Dennoch ist es eine Art Werbung. Und die mache ich natürlich nicht umsonst…. ich habe mit Simon ausgehandelt, dass es beim nächsten Preisausschreiben, wenn wir wieder einen Vitamix zusammen haben, als zweiten Preis wahlweise ein Sedona-Dörrgerät oder einen weiteren Vitamix gibt. Nicht schlecht, gell? Und bin ich jetzt völlig selbstlos und profitiere gar nicht davon? Doch natürlich…. es gibt dann dort auch einen Link auf meine Webseite. Mehr Leser, mehr Interessenten, mehr Austausch – und vielleicht auch mehr Buchverkäufe. Für alle drei (Simon, euch und mich) also eine sogenannte Win-Win-Situation 🙂

 


Nicht vergessen – in eurem eigenen Interesse: Für alles, was ihr über den PGS-Link auf meiner Webseite kauft, gibt’s eine Provision, die in einen großen Topf für das nächste Preisausschreiben geht. Telefonisch geht das natürlich auch… aber bitte an eins denken: Wer über meinen Link kauft und dann noch versucht, den Preis herunterzuhandeln ist in meinen Augen link. (Ich habe dazu vor einer Weile bereits einmal einen Artikel über eine Freundin mit einem Online-Shop geschrieben.) Deshalb habe ich Simon gebeten, dass das Preisausschreiben keine Provision bekommt, wenn jemand über meinen Link geht und dann nochmal einen Preisnachlass heraushandeln will. Beides geht nicht und wenn Simon seine Produkte zum Selbstkostenpreis verkaufen soll, wird es bald keinen Perfekte Gesundheit-Shop mehr geben.

Quo vadis, Blog?

7. Oktober 2012: WordPress

(Die Bedeutung von „Quo vadis“ wird in Wikipedia erklärt.)

Dieser Blog wird von WordPress zur Verfügung gestellt. Da gab es bisher eine kostenlose Version und ein „Upgrade“. Das Upgrade gab ein paar zusätzliche Dinge wie mehr Speicherplatz, eine eigene Domain und die Möglichkeit, Werbung einzubinden. Das war für mich völlig uninteressant. Geld gespart 🙂 Die 25 Dollar kann ich für etwas anders ausgeben.

Vor ein paar Tagen nun schaute ich auf meinen Blog und entdeckte mit etwas Irritation eine Werbung unter einem Beitrag. Hä? Spam? Sobald ich mich eingeloggt hatte, war die Werbung nicht mehr zu finden. Ich habe dann nachgeforscht und festgestellt: WordPress setzt jetzt Werbung ein. Das ist neu!

Aber ich kann natürlich meine Seite auch weiterhin werbefrei halten: Ich muss nur haha 30 Dollar im Jahr bezahlen.

Ja, bin ich denn bekloppt? (Bitte hier NIEMAND antworten 😉 ) Da mache ich mir Tag für die Tag die Arbeit, Artikel zu schreiben und somit ja auch kostenlos Werbung für WordPress. Und jetzt soll ich dafür zahlen, damit es auf meiner Seite nicht blinkt? Nein, ich bin dazu nicht bereit. Also bitte ich euch, die Werbung hier einfach zu übersehen und vor allem zu wissen: Von mir kommt dieser Käse ganz gewiss nicht! Ich werde die Augen offen halten, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt, diese lästige Werbung loszuwerden. Sonst sammel ich bei euch… und wenn 30 Euro zusammengekommen sind, nehme ich das Upgrade 🙂

Was ist Kunst?

22. Juni 2012: Ketzerisches zur bildenden Kunst

Wenn ich mir heute so ansehe, was uns alles so als „große Kunst“ verkauft werden soll, könnte mir ein Brechreiz entstehen. Mag sein, dass ich da in ein Altertümlich-Töpfchen gestopft werde: Aber bei mir kommt Kunst immer noch von Können. Mir ist auch klar, dass die darstellende Kunst in eine Krise gestürzt wurde, als die Fotografie erfunden wurde. Denn das ehemalige Ziel der Kunst – die Umwelt darzustellen – kann ein Foto tausend Mal besser. So entstanden Kunstrichtungen. Die großen Künstler des Impressionismus, Expressionismus oder anderer Richtungen beherrschten immer noch ihr Fach. Heute gelten Installationen als schick: Der Normalbürger macht sich meiner Ansicht nach zu Recht darüber lustig: Rostiges Fahrrad neben drei vergammelten Käsestücken. Äh ja.

Auch heute noch muss, wer an einer Kunstakademie oder ähnlichem aufgenommen werden möchte, etwas können, eine Mappe einreichen. Wenn ich in die modernen Museen schaue, könnte ich den Eindruck gewinnen, das ist nicht mehr so. Verschiedentonige graue Rauten nebeneinander. Oh große Kunst, hochbezahlt. Nee klar. Der Künstler hat uns nämlich etwas zu sagen.

Quatsch 🙂 Der Künstler hat uns gar nichts zu sagen, er fühlt sich nur dazu genötigt, weil er gefragt wird. Das Kunstwerk ist alleiniger Sprecher für die Kunst, und wenn der Künstler sein Kunstwerk erst erklären muss, dann hat er – für mich – schon verloren. Zur darstellenden Kunst gehören Kenntnisse von Farben, Perspektiven, Licht und Schatten. Daher nenne ich gerne immer Dürer als ein großes Vorbild. DER konnte noch wirklich zeichnen und malen.

Schön auch ein anderes Werk – ich sehe so etwas immer in den Zeitungen – wo ein paar geschlängelte Linien über einen Farbverlauf rinnen. Ohne jedes Können. Grusel. Der Normalbürger hat im Übrigen meist dank des gesunden Menschenverstands ein gutes Gespür dafür, was Kunst ist – selbst wenn es von den Kunstkennern als „Kitsch“ gerühmt wird. Kunsthistoriker, ein anderer Lieblingsspruch von mir, sind Menschen, die gerne Maler/Bildhauer geworden wären, bei denen die Fähigkeiten aber einfach nicht ausreichen.

Moderne Kunst hängt selten in den Museen. Dort hängen irgendwelche hochbezahlten gesponserten Krampfwerke einer kleinen Clique, die es versteht, öffentliche Gelder in ihre Taschen zu wirtschaften.

Was ist denn heute noch Kunst für mich? Künstler früher waren nicht „frei“, sie waren Auftragsmaler. Sie haben Porträts von Herrschern, reichen Kaufleuten usw. gemalt. Sie haben meist auch versucht, von ihren Werken zu leben, selbst wenn es keine direkten Auftragswerke waren. Das machen heute eher Fotografen. Und wo sehe ich heute noch die Kunst? Manchmal gibt es tolle Straßenzeichnungen. Und auch heute noch gibt es Künstler, die Auftragsarbeiten leisten, und da sehe ich auch die Kunst unserer Tage: In der Werbung. Nicht, dass alle Werbung Kunst ist. Aber einige dieser „Auftragsarbeiten“ haben viel künstlerisches Können in sich vereinigt, ob es nun tolle Musikvideos sind (ich meine nicht die, wo eigentlich nur halbnackte Damen und Herren mit dem Hintern wackeln …), eine gelungene Website, ein Zeichentrickfilm oder ein gekonnter Werbespot. Hier kann sich unsere Zeit mit ihren künstlerischen Mitteln ausdrücken.

Kunst hat für mich daher auch immer etwas mit Geld zu tun. Freizeitmaler sind Hobbyisten, manchmal auch Künstler. „Freie Kunst“ ist eine Luxuserscheinung unserer Tage, und dementsprechend schlecht ist sie auch. Wenn ich wählen müsste zwischen dem berühmten röhrenden Hirsch oder einer dieser modernen Museumskrampfstücke aus Fäden, Binsen und Schwachsinn: An meiner Wand hinge der Hirsch 🙂

Viele Dinge über Kunst habe ich nicht einfach aus der Luft gegriffen. Ich habe eine künstlerische Ausbildung, die selbstverständlich auch mein Denken geprägt hat. Daher weiß ich auch, dass Künstler vieles intuitiv machen (den roten Punkt vielleicht nach rechts oben setzen), ohne sich dessen bewusst zu sein, was die Regel dahinter ist. Und es ist einfach ätzend, diesen Künstler zu befragen und ihm dann noch im Interview zu glauben, wenn er dann behauptet, er habe ihn dorthin gesetzt um ein Zeichen für die Ungerechtigkeit dieser Welt zu setzen. Ha ha ha.

Linke Tricks

20. Januar 2012: Aus dem Leben einer Preisausschreiben-Veranstalterin

Hinter den Kulissen meiner Preisausschreiben stehen ja immer diverse Verhandlungen mit Herstellern oder Händlern, bei denen ich um gesponsorte Preise bitte. Manche reagieren gar nicht, was ich sehr bedauerlich finde. Ich erwarte von NIEMANDEM, dass er uns etwas schenkt, ich bin da nicht sauer – aber eine Antwort dürfte das doch wert sein? Ich käme zum Beispiel nie auf die Idee, Namen zu veröffentlichen von Firmen, die nicht reagiert oder sich vielleicht auch geweigert haben. Das ist meines  Erachtens unfair. Manche mögliche „Sponsoren“ bleiben in Kontakt. Und so erhielt ich vor ein paar Tagen den Anruf eines entsprechenden Mitarbeiters. Sie wollten sich ja immer regelmäßig erkundigen, was sich bei mir so tut. Als wir vor einem halben Jahr miteinander gesprochen hatten, hatte mein Gegenüber behauptet, er verfolge meinen Blog regelmäßig. Wie peinlich – im Gespräch stellte sich heraus, dass er wohl offenbar zwei Preisausschreiben völlig verschwitzt hatte. Da meine Preisausschreiben ja immer über mehrere Wochen laufen, muss man schon SEHR SELTEN lesen, um da nichts mitzubekommen.

Und ob er was für mich tun könne? Ich: „Na, wenn sie so fragen… mein Frühlingspreisausschreiben hat noch nix.“ Er machte dann ein saisonal gebundenes Angebot, was sofort hätte starten müssen. Ich kann aber ein Preisausschreiben nicht aus dem Ärmel schütteln, das bedarf des Nachdenkens für eine schöne Aufgabe und überhaupt viel Vorbereitung. Vor Ende Februar/März ist da nichts drin. Was mir denn vorschwöbe, wollte er wissen. Ich nannte frech ein sehr hochpreisiges Produkt. Ja, dann wollte die Firma eine Gegenleistung. (Was ich verstehe, keine Frage). Werbung auf dem Blog. Darf ich nicht, habe ich ihm gesagt. Er wandt sich, naja, ein Link. Ein Link? Also nicht echt ein Link, wie ich ihn manchmal zu Produkten bringe, die ich vorstelle oder erwähne, sondern quasi ein eingeschmuggelter Link. Dabei setze ich doch im  Preisausschreiben immer einen Link, das ist dann offen und für mich fair.

Ein solcher Link wie gewünscht wäre Schleichwerbung, und die mache ich nicht. Meine Glaubwürdigkeit ist für meine Leser das A und O, und für mich selbst auch. Und auf der Website, sagte ich, kann ich keinen Link setzen, da steht schon zweimal Werbung und das ist für mich die Obergrenze.

Auf eine andere Idee kam er nicht. Er wollte dann von mir erst hören, was ich denn für ein Preisausschreiben machen wolle. Herrgott!! (Das habe ich nicht gesagt, nur gedacht). Ich kann mir erst etwas Nettes einfallen lassen, wenn ich einen Preis und eine Firma habe. So etwas nennt man Kreativität, was ich natürlich auch nicht gesagt habe 🙂 Ich mache ja hier die Preisrätsel nicht als Produktwerbung, sondern weil wir, Ihr und ich, Spaß daran haben und ein schöner Preis natürlich auch noch weiter motiviert.

Nun denn, seine Begeisterung nahm laufend ab. Ich solle mich dann melden, wenn ich auf ihrer Website, die ich doch sicher regelmäßig besuche (habe nur was gebrummelt, bin nämlich kaum auf der Seite), etwas entdeckte, was passt. Ach nee, ich kann auch ohne dieses teure Produkt als Preis leben. Meine Seele verkaufe ich dafür nicht. Wobei ich WIRKLICH nicht sauer bin, dass sie mir ohne Gegenleistung sowas Teures nicht geben. Wenn es dann weniger aalglatt wäre…

Morgens checke ich immer den Spam im Blog. Am Tag nach dem Anruf fand ich einen freundlichen Eintrag zu einem zwei Tage alten Artikel. Wer sich bei mir einloggt, erinnert sich vielleicht an die ersten Fragen: Name (Nickname), Email-Adresse und Homepage. Wer eine Homepage angibt, erhält automatisch einen Link. Wer das nicht kennt: Schaut mal bei den Kommentatoren: Alle, deren Nickname blau gedruckt und beim Darüberfahren mit der Maus unterstrichen ist, sind anklickbar und führen zum Blog oder zur Website des entsprechenden Kommentators.

Dieser neue Kommentator mit einer Fantasie-Emailadresse hatte auch eine Website angegegeben: Genau die Website des Unternehmens, mit dessen Mitarbeiter ich am Vortag telefoniert habe. Ich kann bei Blogeinträgen auch die Uhrzeit sehen: Gesetzt war dieser Kommentar etwa 30 Minuten nach meinem Telefonat.
Hahaha. Mache ich einen solch vertrottelten Eindruck? 🙂 Offenbar – wer heutzutage ehrlich ist, muss vertrottelt sein. Theoretisch kann das natürlich völliger Zufall sein. Nee klar 🙂

Da die Firma ja angeblich meinen Blog regelmäßig verfolgt, wird sie sicher auch diesen Beitrag lesen. Dann denken wir uns beide unseren Teil 🙂

Eine Studie hat bewiesen…

Kommentar vom 27. März 2011: Eine neue Studie 🙂

Ich liebe Studien. Vor allem, wenn sie uns etwas wissenschaftlich präsentieren, was wir sowieso vorher schon wussten. Das aber bitte im streng wissenschaftlichen Gewand! Es gibt dazu ein neues Exemplar, dank an die Leserin, die mir den Link dazu schickte.

Sensationellerweise konnten zwei Forscher, Professor Dr. Annette Becker und Professor Dr. Nobert Donner-Banzhoff, beweisen, dass medizinische Gratiszeitschriften nicht unabhängig berichten. Und wieder mal ein dicker „Potzblitz“ von mir! Ich hätte gedacht, je mehr Anzeigen so ein Gratisheft finanzieren, umso neutraler sei die Darstellung. So naiv war ich bis zum Erscheinen dieser welterschütternden Studie. Das Ergebnis dieser Studie ist übrigens so wichtig, dass uns die beiden Wissenschaftler per Foto vorgestellt werden, was in diesem Bereich ansonsten recht selten ist. Beide strahlen auch richtig glücklich, nein, nicht wegen einer tollen Zahncreme, sondern weil sie ja die Wissenschaft so weit nach vorn gebracht haben.

Die Art, wie die Studie durchgeführt wurde, finde ich eh schon wieder wenig beweiskräftig. Es wurden nämlich nicht wirklich Verkaufszahlen mit Verbreitung von Zeitschriften verglichen, sondern die Einschätzung durch Testpersonen. Egal, wie „ärztlich“ diese Testpersonen waren: Das ist ja schon mal wieder ein rechter Schmarren. Die Schlussfolgerung ist auch prickelnd, es heißt nämlich:

“Ärzte sollten sich über die Alternative im Klaren sein, entweder für Zeitschriften mit objektiver Berichterstattung zu bezahlen, oder auf die tendenziöse Berichterstattung in Gratis-Zeitschriften zu vertrauen“, resümieren die Autoren der aktuellen Untersuchung“

Ähm, wie bitte? Woher wissen die Autoren denn, dass anzeigenfreie Zeitschriften objektiv sind? DAS wäre nämlich ein Sache, die es wirklich zu untersuchen lohnen würde. In den anzeigenfreien Zeitschriften erscheinen nämlich häufig Artikel zu Studien, die von Firmen gesponsert werden. Im Gegensatz zu den Autoren habe ich da so meine Zweifel an der Unabhängigkeit der Zeitschriften, nur weil sie keinen Anzeigenplatz verkaufen.

Genaueres könnt Ihr selbst lesen: hier

Ich möchte übrigens schon jetzt auf den April-Film in Utes Vollwertecke hinweisen, in der ich auch eine Studie vorgestelle, die sich aber wohltuend von all dem abhebt, was ich hier sonst leider immer wieder zerpflücken muss.