Spamanrufe

Wer wie ich, ein bisschen Spaß hat, wenn mir am Telefon jemand etwas andrehen möchte, für den habe ich noch ein paar hübsche Tipps.

Sehr schön ist es, die Reaktion zu beobachten, wenn man sich mit einer nicht ganz so alltäglichen Sprache meldet. Ich bevorzige das Türkische „Effendim?“. Manchmal hänge ich dann noch ein oder zwei Sätzchen an, die sicher keinen Sinn machen, aber so klingen, als wenn ich die türkische Sprache wirklich beherrsche. Reaktion: Auflegen oder verzweifelte Versuche, mich zum Deutschen zu bringen.

Meine Telefonnummer war früher Erics Nummer. Da kommt schon mal der eine oder andere Anruf für ihn. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Ich antworte in sehr gebrochenem Deutsch, dass ich leider gar kein Deutsch verstehe. Oder aber ich frage, was denn der oder die Anrufer bzw. Anruferin von Herrn Charlton möchte.

„Ist Herr Charlton da?“
„Warum wollen Sie das wissen?“
„Ich möchte mit ihm reden!“
„Worum geht es denn?“
„Das möchte ich ihm selbst sagen“
„Tja, das wird aber nichts, wenn Sie mir das nicht sagen.“
„Er hat sich bei einem Gewinnspiel registriert“.
Alles klar, tschööööö“.

Manche haben auch nicht meinen Sinn für Humor (das ist aber nicht nur beim Telefonieren so).

Da ich keinesfalls meine Lebenszeit mit diesen Anrufen verschwenden möchte – eine immer drohende Gefahr – protokolliere ich die Gespräche jetzt mit und schreibe darüber eine Doktorarbeit. Mit psychologischen und statistischen Auswertungen.

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Maskenhysterie

Was haben eigentlich die Leute alle mit den Masken?

Ich habe zwei Ärzte in meinem Verwandten- und Freundeskreis, beide sagen: Die Maske bringt nichts gegen Viren, Atemschutzmasken schützen im medizinischen Bereich die Patienten vor den Ärzten. Nicht umgekehrt.

Richtig, hat jemand schon mal ein Krankenhaus gesehen, in dem die Patienten Atemschutzmasken tragen, die Ärzte aber nicht?

„In der Diskussion um eine Maskenpflicht in der Corona-Krise hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, differenziert geäußert. „Wenn die Masken im öffentlichen Leben, im Nahverkehr und beim Einkaufen dazu dienen können, den Infektionsgrad zu reduzieren, ist das für einen gewissen Zeitraum sinnvoll“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). Dennoch sei er kein ausgesprochener Verfechter einer Maskenpflicht: „Denn die Maske wird feucht und kneift. Der Träger fasst sich dann unter Umständen häufiger ins Gesicht“, sagte der Ärztepräsident.“ (Aus: hier)

Vor etwa einer Woche sagte der Leiter des Robert-Koch-Instituts, es sei wissenschaftlich zwar nicht erwiesen, dass Masken helfen, aber es sei ja plausibel. (ZDF-Nachrichten)

Ja, genau. Lassen wir doch all den Aufwand mit der Wissenschaft, halten wir uns an das, was plausibel ist.

Eine Maske hält sicher Staub auf. Aber ein Staubkorn ist dick im Vergleich mit einem Virus.

Abstand halten – ja, das ist nicht nur plausibel, sondern auch nachgewiesenermaßen hilfreich. Das kann zur Normalität werden.

„Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Susanne Schneider, sagte: „Die Maske wird bei der schrittweisen Öffnung unserer Gesellschaft, die wir uns sehr wünschen, im Straßenbild sicherlich zur Normalität werden. Zumal es immer mehr Angebote auch modisch ansprechender Stoffmasken gibt.““

Das ist keine Satire aus dem Postillon!

Erst Toilettenpapierhysterie, dann Maskenhysterie. Wobei – von mir aus kann eine  Maske tragen, wer will. Es ist psychologisch nachvollziehbar, dass viele sich beim Shoppen dann sicherer fühlen.  Freiwillig, empfohlen – bitte schön. Woher kommt aber dieser unsägliche Drang, dass alle nach Maskenpflicht schreien?

„Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg, spricht sich gegen eine allgemeine Maskenpflicht wie in Österreich aus. Wichtiger sei es, dass sich in der Öffentlichkeit alle konsequent an die Abstandsregeln halten und sich oft die Hände waschen. (Zitat aus: hier)“

Vermutlich gibt es eine psychologische Erklärung dafür, genau wie für das Horten von Toilettenpapier. Erstaunlich, dass es keine Toilettenpapierkaufpflicht gibt.

So war das, als ich diesen Beitrag schrieb. Mittlerweile hat dann NRW auch Maskenpflicht ab 27.4. Ehrlich – die spinnen allesamt.

 

 

Einfluss des Gehirnsitzes auf die Wissenschaft

Wissenschaftler sind auch nur Männer…

und womit die denken, wissen wir alle….

In der Apotheken-Umschau, Oktober-A-Ausgabe wird mal wieder eine Studie kurz vorgestellt. Überschrift „Hormongesteuerte Einkaufslust“. Das lässt aufhorchen, gell? Die Wissenschaftler der John Molson School of Businness (Business = Geschäft!, also keine Mediziner) aus Montreal (Kanada) haben nämlich das Einkaufsverhalten von 59 Studentinnen (weniger gab’s nicht?) untersucht, die keine hormonellen Verhütungsmittel einnamen. Und dabei haben sie festgestellt: in der fruchtbaren Phase des Zyklus latschen die Frauen häufiger in Boutiquen und Drogerien als sonst.

Darf ich hier schon anmerken, dass die Zahl der Studentinnen sehr gering ist für Aussagekraft? Und dass Studentinnen nicht repräsentativ für alle Frauen sind, unabhängig von Alter und Bildungsstufe? Und warum werden nicht Männer gleichzeitig studiert? Alles schon… hübsch einseitig.

Aber die Schlussfolgerung ist wirklich zum Schenkelklopfen: „Unbewusst versuchen Frauen während ihrer fruchtbaren Tage, sexuell möglichst attraktiv zu sein.“

Nur Männer können sich so was an den Haaren herbeiziehen. Klar, denn Männer können sich nur eins vorstellen: Dass Frauen mit ihren Gedanke und allem Tun nur auf eins abzielen, nämlich auf diese herrlichen Geschöpfe der Natur (wie wir wissen, zeichnen sich gerade Wirtschaftswissenschaftler durch einen hohen Attraktionsgrad aus, oder verwechsel ich da jetzt was?). Und damit Frau das gar nicht erst abstreitet, setzen wir den Alleskiller „unbewusst“ dazu. Ha! Da soll jetzt mal eine Frau versuchen, DAS wegzudiskutieren.

Ich hatte eigentlich gedacht, die „Wissenschaft“ sei dem Zeitalter dieser Primitiverklärungen entwachsen. Es gibt so viele Erklärungen, die möglich sind… aber wie gesagt, womit denken alle Männer? 🙂

Mein Blick auf Wissenschaft (Teil 1)

Kommentar vom 15. September 2009: Wissenschaft (Teil 1)

Wer heute etwas auf sich hält, führt gerne wissenschaftliche Studien an. Jede Tageszeitung, ja fast jedes Boulevardblättchen schmückt sich mit den Ergebnissen irgendwelcher Untersuchungen. Das ist natürlich verständlich, ich fühle mich auch wohler, wenn ich etwas vertreten kann, das bewiesen ist. Die Frage ist nur: Was beweist Wissenschaft?

Leider hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder gezeigt, dass Dinge, die vor wenigen Tagen noch als hieb- und stichfest nachgewiesen galten, auf einmal wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Ich erinnere hier an die Wissenschaft von der Erde als Scheibe. Wir schauen da heute ein wenig arrogant drauf zurück, ach wie konnten diese dummen Leute das nur glauben…. Die Leute waren auch nicht dümmer als wir heute, denn so schnell schreitet die Evolution nicht voran 🙂 Es fehlten ihnen die technischen Mittel, die theoretischen Grundlagen und das entsprechende Weltbild, um andere Erkenntnisse zu gewinnen und zu akzeptieren. Vor allem das Weltbild ist ungeheuer wichtig für das, was wir glauben oder nicht und was auch Wissenschaftler glauben oder nicht.

Bei mir schrillen immer die Alarmglöckchen, wenn ich lese „das ist wissenschaftlich erwiesen“. Weil über die ganze Wissenschaftlichkeit häufig die Empirie vergessen wird. Wikipedia: „Unter Empirie […] wird in der Wissenschaft eine im Labor oder im Feld durchgeführte Sammlung von Informationen verstanden, die auf gezielten Beobachtungen beruhen. Der Begriff Empirie wird auch im Zusammenhang mit den Ergebnissen solcher Beobachtungen, nämlich den empirischen Daten, verwendet.“ Häufig lassen sich empirische Daten dann auch mit theoretischen Erklärungen untermauern, aber nicht immer. Brukers Erkenntnisse sind ein schönes Beispiel dafür, wie theoretische Überlegungen und praktisch gesammelte Erkenntnisse (die empirischen Daten) einander ergänzen. Eine solche Kombination finde ich persönlich sehr überzeugend.

Leider ist das blinde Vertrauen in die Wissenschaft so groß, dass einmal als gesichert geltende Erkenntnisse kaum noch aus den Köpfen ausgerottet werden können, selbst wenn sie widerlegt sind, hier seien als Beispiel die willkürlich gewählten Cholesterinhöchstwerte und der Begriff der Kalorie erwähnt (dazu hat auch Bruker viel geschrieben). Nur ganz allmählich hat sich herumgespochen, dass der angeblich hohe Eisengehalt von Spinat auf einen Schreibfehler zurückgeht. Und es gibt viele Menschen, die immer noch überzeugt sind, dass Spinat wegen seines Eisengehalts so wertvoll ist.  Und leider ist Wissenschaft auch heute so mächtig, dass praktisch gewonnene Erkenntnisse und Beobachtungen als wertlos beiseite gelegt werden – nur weil man vielleicht HEUTE die Theorie noch nicht kennt. Darunter leider vor allem auch die Homöopathie. Wer weiß denn, ob nicht in 200 Jahren die Art und Weise, wie homöopathische Mittel wirken, genauso gut „naturwissenschaftlich“ erklärt werden können, wie heute die Wirkung der Vitamine?

Dazu kommt, dass  Wissenschaftler nicht besonders gute und ehrliche Menschen sind – sie sind einfach Menschen. Auch unter ihnen gibt es Lügner, Betrüger und Ehrgeizlinge. Und leider werden diese nicht immer entlarvt, manchmal auch deshalb nicht, weil sie von einer finanzstarken oder auch anderen Lobby unterstützt werden, denen diese Erkenntnisse gut in den Kram passen.

Was können wir denn noch glauben? Das allerdings frage ich mich auch manchmal. Im Grunde hilft nur eins: Erkenntnisse erst einmal in Frage stellen, vor allem wenn sie nur von einem Team oder einer Studiengruppe auch noch als Ergebnis einer Studie vorgestellt werden. Die Ergebnisse mit dem gesunden Menschenverstand abgleichen – wobei wir natürlich auch offen für Neues bleiben wollen: Da werden die Wissenschaftler weinen, aber ich finde das ein probates Mittel, das mir durchs Leben hilft. Wichtig ist natürlich auch, dass wir nicht nur die Ergebnisse „zerpflücken“, die unseren Ansichten und Überzeugungen widersprechen. Auch das, was wir gerne glauben, sollten wir mit Misstrauen analysieren. Und wir sollten immer offen dafür sein, dass auch unsere Überzeugungen falsch sein können.

Die Vollwertigkeit – an sich ja keine Wissenschaft – ist ein schönes Beispiel, weil wir den Wert der Theorie am eigenen Körper nachprüfen können. So überzeugt ich auch von ihr bin, so kommen mir doch an gewissen Punkten immer wieder Zweifel. Das war z.B. der Grund, warum ich vor 2 Jahren zwei Testwochen mit Tierweiß begonnen habe – die ich nach einer Woche abgebrochen habe, weil es mir so schlecht ging. Das neben meinen theoretischen Kenntnissen und auch meinen sonstigen positiven Erfahrungen mit der tiereiweißfreien Ernährung reichen mir (erst einmal <g>).

Ganz wichtig ist mir auch immer, dass ich weiß: Was auch immer heute als bewiesen gilt, mag das vielleicht nur heute sein. Wenn die Menschheit mehr weiß, andere Wissensgebiete erschließt, mögen manche Dinge, die heute als Zufall oder unerklärbar gelten, plötzlich verständlich und logisch sein. Wissenschaftliche Beweise werden nämlich immer nur – selbst wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen gewonnen werden – den heutigen Blickwinkel widerspiegeln.

Weitere Teile, die ich momentan zu diesem Thema in lockerer Folge geplant habe:

  • Korrelationen und Kausalzusammenhänge
  • Tierversuche
  • Geld und Wissenschaft