Schrot & Korn: Neues Layout

Kommentar vom 6. September 2009: Schrot & Korn im neuen Gewand

Schrott & Korn kündigte ja schon seit längerem an, dass sie sich äußerlich wandeln werden. Das haben sie getan. Die Werbung ist jetzt noch erschlagender als vorher, da kräftig in der Farbe im Kontrast zu den blässlichen Zeitschriftenartikeln. Da freuen sich die Anzeigenkunden sicherlich.

Nun gut, ohne Anzeigen kann heute keine Zeitschrift mehr leben. Aber muss es gleich so heftig sein, dass ich vor lauter Anzeigen-Farbe (knall-knall) nichts mehr lese? Was andererseits auch kein Verlust ist. Schrott & Korn sollte sich wirklich auch mal einen neuen Namen zu legen. Dieses „Korn“ im Namen muss ihnen doch weh tun, wo sie sich doch schon fast zu einer Wellness-Zeitschrift gemausert haben. Die Rezepte sind jetzt auch alle durchweg mit Zucker. HALT! Ich möchte nicht lügen: In einem Rezept wird eine Salatsoße mit einer Spur Honig angerührt.

Was unterscheidet die Schrott & Korn denn jetzt noch von einer Essen & Trinken? Nun, durch ihre Anzeigenkunden natürlich, die sich mit Beinamen wie Bio usw. schmücken. NOCH.

Wo sie sich in der Thematik (noch?) unterscheiden ist der vehemente Aufschrei gegen Gentechnik in Lebensmitteln. Das wird groß herausgestellt. Das wird sich ändern, sobald es ein „Gentechnik mit Biozeichen“ gibt. Oder wenn die Gentechnik-Hersteller endlich so viel Geld fließen lassen wie die Zuckerindustrie…. oh pfui, welch böser Gedanke 😉

Werbung

Die UGB Gießen – eine überflüssige Gesellschaft

Kommentar vom 13. Juli 2009: Die Weisheiten der UGB

Als ich mich anfänglich mit der Vollwerkost auseinandersetzte, habe ich im Internet nach Gesellschaften recherchiert, die den Vollwertgedanken vertreten. Dabei stieß ich auf die UGB (Unabhängige Gesundheitsberatung e.V.). Ein führendes Mitglied ist Professor Leitzmann.

Als ich dann auf den UGB-Seiten ein wenig herumstöberte, fiel mir die Verwendung von Vollrohrzucker auf. Daraufhin schrieb ich eine Mail an die UGB und erhielt auch eine Antwort: Ja, sie würden Rohrzucker verwenden. Hmpf. Die Gesellschaft war daraufhin für mich „gestorben“.

Im Laufe der Zeit erfuhr ich auch einige Dinge über Prof. Leitzmann, dass er z.B. bei Bruker gelernt hat. Dass er enge Verknüpfungen zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat, die – s. hierzu die Bücher von Hans-Ulrich Grimm – wiederum (viel zu) enge Kontakte mit der Nahrungsmittelindustrie hat.

In der Juli-Ausgabe der MAHLZEIT steht ein Artikel über die Mai-Tagung der UGB in Gießen. Ich las mir das durch, und mein Eindruck von der UGB wurde wirklich nicht besser. Public Relations – ja, die beherrschen sie. Ansonsten? Leeres modisches Gewäsch. Das lässt sich z.B. leicht an dem Passus zum Übergewicht erkennen (Seite 17, mittlere Spalte).

„Immer mehr Menschen haben Übergewicht und wollen schnell und leicht abnehmen“. (Große Erkenntnis!) Dipl. oec. troph. Wiebke Franz, UGB-Akademie, kam nach einem Vergleich der Diäten zu dem Schluss „Der Vergleich von Diäten unterschiedlichster Nährstoffzusammensetzung zeigt langfristig keinen Unterschied in der Gewichtsreduktion.“ Hat Frau Franz nicht Brukers Buch „Wer Diät ißt, wird krank: Wunderdiäten genauer betrachtet. Über Sinn und Unsinn einseitiger Ernährungsformen“ gelesen? Da hätte sie sich viel neues Erstaunen sparen können. Weiter geht’s: „Außerdem bleibe eine Kalorie eine Kalorie!“ Das macht mich ja manchmal wirklich giftig, wie der  überalterte Kalorienbegriff immer noch durch die Literatur schwirrt, und wie man sieht nicht nur in den Köpfen von magersüchtigen Modells.

„Aber es lohne sich, auf die Qualität von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen zu achten.“ Eine unsäglich neue Erkenntnis. Ich überspringe nun ein paar ähnlich gewichtige Sätze. Jetzt kommt für mich der Knüller: „‚Slow carb‘ mit mehr Vollkornprodukten, weniger Süßigkeiten und süßen Getränken sei vorteilhafter als ‚low carb‘.

  • Mehr Vollkornprodukte – des Normalbürgers Gewissen wird mit zwei Scheiben Vollkornbrot statt einer beruhigt.
  • Weniger Süßigkeiten – kein Wort darüber, dass Zucker ein raffiniertes Industrieprodukt und für den Körper gleich in welcher Menge schädlich ist. Also statt einer halben Tafel Schokolade nur noch ein Riegel am Tag? Das macht das Leben natürlich (auf den ersten Blick) für den Normalesser einfacher – und vor allem, hui, was denke ich da Böses? – tut es der Zuckerindustrie nicht weh. Offensichtlich hat Leitzmann eines aus dem Kontakt mit Bruker gelernt: sich nicht mit der Zuckerindustrie anzulegen (äh, wie war das mit dem „unabhängig???“).
  • Weniger süße Getränke – auch hier keine Abkehr von der Cola, also demnächst nur noch 1 Glas Cola am Tag statt einer ganzen Flasche und schon sind wir auf der sicheren Seite?

Auch die anderen Themen werden modisch abgearbeitet, ohne irgendwo wirklich anzuecken.

UGB? Daumen nach unten!