Eröffnung der Reihe mit Gastbeiträgen

Kommentar vom 18. März 2010: „Gastbeitrag: Ein Fastenbuch“

Petra, die sich neu ins Fasten eingelesen hat, begeistert sich für ein Buch, das sie mit der Bezeichung „Perlen am Wegesrand des Vollwertlers“ lobt:

Aus aktuellem Anlass durchstöberte ich die Bestände meiner örtlichen Bücherei zum Thema „Gönne doch auch deinem Körper mal einen Frühjahrsputz.“ Mein Fund, der sich als Schatz entpuppte:  Rüdiger Dahlke/Doris Ehrenberger „Wege der Reinigung. Vom Apfelessig, Grapefruitkernextrakt, Schwarzkümmelöl bis zum Fasten“, TB 2000, Originalausgabe 1998.

Im ersten Teil geht es um die Geschichte und den gesundheitlichen wie geistigen, also ganzheitlichen Sinn des Fastens. Dabei erfährt der Leser beispielsweise auch etwas über die Geschichte des Fastens innerhalb der katholischen Kirche. Zunächst galt eine reine Fastenzeit von 40 Tagen vor Ostern für alle Gläubigen. Dann wurde dieses Gebot auf die Kirchenangehörigen beschränkt. Bald hieß es, dass die lediglich zugelassenen Getränke doch zumindest nahrhaft sein sollten. So wurde kurzerhand Bier als passend erkoren und in der Folge das Starkbier entwickelt, dessen saisonaler Höhepunkt übrigens noch heute in der Fastenzeit liegt. Anekdoten wie diese machen die Lektüre neben aller Information spannend und sehr unterhaltsam. Bereits auf S. 57 der knapp 300 Seiten stieß ich dann auf einen Abschnitt, der mich aufhorchen ließ. „Eines der größten Probleme in diesem Zusammenhang ist sicher die heute übliche „Eiweißmast“. ‚Keine Mahlzeit ohne Fleisch’, ist zum Leitsatz unserer Überflussgesellschaft geworden. Der Preis dafür ist hoch. Eiweiß ist der am schwersten zu verdauende Grundstoff unserer Nahrung und neigt schon von daher am ehesten dazu, sich abzulagern.“  In der Folge wird die schädliche Wirkweise der Eiweiß-Diäten erklärt. Auch von Arteriosklerose bei 20jährigen ist die Rede und das, so die Autoren, wo unsere Zellen genetisch ein Alter von 130 – 140 Jahren ermöglichen könnten!

Funde wie dieser, die den Vollwertler nachdrücklich nicken lassen, sind in diesem Buch noch einige zu machen. So äußern sich die Autoren gegen die heute üblichen „Vitaminorgien mit Südfrüchten“ und stellen die Behauptung auf, in jeder Region wachse das, was der Mensch, der dort lebe, dann jeweils brauche. Man solle im Winter lieber einen Weißkohlsalat verzehren als eine Mango. Auch Vollkorn und der Frischkornbrei (!) werden positiv erwähnt.

Im zweiten Teil des Buches gibt es dann den umfassender Methodenüberblick. Wer sich wie ich schon immer fragte, was denn an diesen seltsamen Spirulina-Algen so Tolles dran ist, worum es sich bei Yerba-Lapacho-Tee handelt oder was sich gar hinter „Padma 28“ verbirgt – hier ist es auf erfrischend unkomplizierte Weise zu erfahren. Die Darstellung der „Getränkescheibe“, die Wasser energetisch auflädt, war so überzeugend, dass ich doch tatsächlich überlege, ob ich nicht … Zu allem der Rat, es doch einfach auszuprobieren, wenn man es für interessant befände. Nett auch, wenn Ansätze wie die „Colon-Hydro-Therapie“ (wiederholte Darmspülungen durch den Fachmann) mit Anmerkungen zur Amortisierung teuerer Geräte ergänzt werden. Bei der Semmel & Milch-Kur nach Mayr, die als echter Klassiker in keinem Buch zum Thema fehlt, fand ich bislang nur hier den Hinweis auf die Alternative Dinkelbrötchen & Basensuppe. Zur Abrundung gibt es eine wahre Fülle von Hausmittelchen, die ein jeder problemlos und preiswert zu Hause nachvollziehen kann.

Fazit: Sehr lesenswert. Erfüllt den eigenen Anspruch einer Entscheidungshilfe, ersetzt jedoch nicht eine konkrete Fastenbegleitlektüre. Kauftipp: Nach einer Auflage aus 1998 oder 2000 suchen, bei der Neuauflage 2005 (Entschlacken, Entgiften, Entspannen: Natürliche Wege zur Reinigung, TB 9,95 €) wurde stark gekürzt

Werbung

Ein Gedanke zu “Eröffnung der Reihe mit Gastbeiträgen

  1. Ines 18. März 2010 / 22:50

    Und wer schon nach den alten Auflagen fahndet, sollte sich auch unbedingt „Bewußt fasten“ ebenfalls von Dahlke notieren.
    Dieses ist allerdings ein ‚Fastenanleitungs- und Begleitbuch‘ für echtes Heilfasten.

    Mithilfe dieses Buches habe ich mein erstes Heilfasten gleich über 14 Tage völlig selbstständig ohne menschlichen Fastenbegleiter durchgeführt.

    Und wenn man minimale Änderungen vornimmt, empfiehlt sich für die Aufbautage nach dem Fasten
    „Richtig essen nach dem Fasten“ von Lützner/Million.
    Das war damals meine erste Begegnung mit der (fast) Vollwertkost und ich nutze bis heute gerne verschiedene Rezepte daraus.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.