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Dreieckstuch (Teil 3)

Gestern hatte ich nicht nur das erste Knäuel verbraucht, es war auch Zeit auf die Rundstricknadel (80 cm) überzugehen.

Das ist einfach – statt die zweite Nadel zu verwenden, nimmt man die Rundstricknadel als zweite Nadel. Ist die Reihe abgestrickt, schiebt man das Gestrickte in Richtung des Nadelendes, wo der Faden herunterhängt. Dann zieht man das zweite Nadelende nach vorn und strickt weiter wie gewohnt. Einzig auf den Faden muss man hier ein wenig achten, sonst wird er in die Mitte des offenen „Schlauchs“ gezogen, das ist lästig.

Brötchen für geduldige Anfänger

Diese Brötchen sind den Brötchen, die ich vor ein paar Tagen vorgestellt habe, sehr ähnlich. Die beiden wesentlichen Unterschiede sind, dass der Teig zu Beginn mehrere Stunden im Kühlschrank gegangen ist und dass ich nach dem ersten Kneten den Teig nur noch gefaltet habe. Das Ergebnis ist phänomenal, oder?

Zutaten:

300 g Wasser *
1 Päckchen Dr. Oetker-Trockenhefe
1 TL Rohrohrzucker (oder Honig / Zucker)
1 EL Sonnenblumenöl
500 g Dinkelmehl (Typ 630) **
2 gestr. TL Salz

* In diesem Fall Nudelkochwasser – ich sammle das und verwende es für diverse Zwecke
** Das Mehl ist nicht so wichtig, Weizenmehl 550 dürfte genauso gut funktionieren.

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten mischen. Öl und Wasser zugeben und mit dem Handrührgerät (Knethaken) kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst.

Noch einmal mit der Hand durchkneten, eine Kugel unter Spannung formen. Kugel in eine verschließbare Dose geben,

gut verschlossen und evtl. noch in einer Plastiktüte mehrere Stunden (bei mir 5 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Der Teig war bei mir soweit gegangen, dass der Deckel der Pengdose abgesprungen war.

Teig nicht kneten, sondern falten (Rechteck einmal von oben und unten zusammenfalten, um 90° drehen und nochmals falten. Zwischen den Händen zu einer Kugel unter Spannung formen.)

Teig in der verschlossenen Dose bei Raumtemperatur aufbewahren (bei mir 2 Stunden).

Nochmals zusammenfalten und eine Rolle bilden (nicht zu lang).

Teigstück wiegen, Gewicht durch 8 dividieren. Das ergibt das Zielgewicht der einzelnen Brötchen. Die Rolle halbieren, die Hälften halbieren und noch einmal halbieren, das ergibt 8 etwa gleichgroße Stücke.

Die einzelnen Stücke auf das ausgerechnete Gewicht hin auswiegen. Einzelstücke zusammenfalten und zwischen den Händen zu einer Kugel unter Spannung formen. Jede Kugel flach drücken und etwas in die Länge ziehen. Nebeneinander auf ein Backblech legen (ich habe ein Lochblech, das ich nicht einfetten muss).

Den Ofen auf 220°C (Heißluft) vorheizen. In dieser Zeit gehen die Brötchen, locker abgedeckt mit einer Plastiktüte. Brötchen mit einem scharfen Messer längs einschneiden, mit Wasser einsprühen.

Eine ofenfeste Schüssel mit Wasser in den Backofen stellen. Brötchen einschieben und insgesamt 20 Min. backen. Nach 15 Minuten mit Wasser einsprühen. Nach 20 Minuten müssen sie hohl klingen, wenn man von unten klopft.

Mit Wasser einsprühen, auf ein Gitterrost setzen und auskühlen lassen.

Dreieckstuch – Teil 2

Wie versprochen, heute das neue Dreieckstuch, soweit ich gestern gekommen bin. Es ist wirklich das Einfachste bisher. Immer rechts stricken, am Anfang der Reihe eine rechts, dann ein Umschlag, rechts weiter. Die vorletzte Masche der Reihe ist immer ein Umschlag, diesen verschränkt rechts abstricken, dann die letzte Masche rechts. Dadurch, dass ich immer am Anfang der Reihe die Masche zunehme, muss ich am Ende nicht ans Zunehmen denken.

Wichtig ist auch, vor bzw. nach dem Umschlag noch eine rechte Masche zu stricken, sonst wird der Rand ungleichmäßig. Was mir auch so gefällt ist, dass ich vorher nicht planen muss. Ich stricke, bis ich keine Lust mehr habe, oder bis die Wolle aufgebraucht ist. Wie oft friert man, aber eine Jacke ist so lästig? Da ist doch so ein Tuch phantastisch.

Man kann auch kleine Muster einarbeiten, z.B. in Abwechslung mit Patentstricken. Das hat den Vorteil, dass die Reihen gleich hoch und die Maschen genauso breit sind wie beim einfachen Rechtsstricken. Es eignen sich alle Muster, die rechts wie links gleich aussehen.

Ich vermute, dass das beim Häkeln ähnlich ist. Ich stricke nur lieber, weil ich dabei nicht die ganze Zeit aufs Strickzeug gucken muss. Beim Häkeln muss ich immer hinsehen.

Ein Dreieckstuch stricken

Dreieckstücher haben den großen Vorteil, dass wir stricken können, bis die Wolle zu Ende ist – wenn wir an der Spitze anfangen. Man kann sie als Halstuchersatz, aber auch als eine Art wärmende Stola planen. In letzter Zeit habe ich bereits zwei gestrickt, eines groß wie ein Halstuch, eines als Jackenersatz. Gerade habe ich ein Neues angefangen, das noch einfacher zu stricken ist. Und Ihr könnt mitmachen!

Das obere Foto zeigt eines in Halstuchgröße, das zweite einen Jackenersatz (Breite oben ca. 150 cm). Die Wolle war schon auf dem Knäuel verschiedenfarbig, ich muss also nicht allzu viele Fäden vernähen.

Anfangen kann man mit zwei Nadeln. Wird das Tuch breiter und liegen die Maschen zu eng nebeneinander, empfiehlt sich der Umstieg auf eine Rundnadel.

Zur Info: Ich verwende jetzt Alta Moda Fine, von Lana Grossa, Baby Alpaca, in dunkelblau. Nadelstärke 5. Ich habe die Wolle von einer Freundin geschenkt bekommen, die keine Lust mehr zum Stricken hat.

  1. Drei Maschen aufschlagen.
  2. Drei Maschen rechts stricken.
  3. Dritte Reihe: Randmasche, 1 Umschlag, zwei rechte Maschen.
  4. Vierte Reihe: Randmasche, 1 Umschlag, den Rest rechts stricken.

Die vierte Reihe wird quasi immer wiederholt. (Der Umschlag aus der letzten Reihe sollte verschränkt rechts gestrickt werden, d.h. man sticht in das hintere Maschenglied ein.) Dadurch ergibt sich ein breites Dreieck, wie in der breiten Ausführung. Bei der schmaleren Ausführung würde man nur in jeder zweiten Reihe zunehmen.

Das erste Foto ist von der 3. Reihe und das zweite einige Reihen später.

Morgen zeige ich euch dann, wie weit ich an einem Abend gekommen bin. Es ist Zeit, die alte verhasste Wolle aus der Ecke zu holen. Ideal beim Fernsehen oder hören von längeren Sprachnachrichten. 🙂

Brötchen für Anfänger

Nicht jeder muss gleich Vollwertler werden, um gesünder leben zu wollen. Manches ist einfach gesünder als fertig Gekauftes, weil wir selbst bei z.B. Weißmehlgebäck immer noch weniger Zusätze verwenden als die Durchschnittsbäckerei.

Daraufhin habe ich für eine Freundin ein reich bebildertes Rezept erstellt. Ihr ist es hiermit als Backlaie gelungen, Brötchen zu backen, die ihr besser schmecken als Bäckerbrötchen – obwohl sie nur einen Minibackofen hat.

Das folgende Rezept ist sehr ausführlich. In den nächsten Tagen stelle ich ein Rezept in „Kurzschreibweise“ für ebenfalls ähnlich einfache Brötchen vor.

Weißmehlbrötchen – 8 Stück

Zutaten

300 g Wasser
1/2 Würfel Bio-Hefe (21 g) (oder ein Päckchen Dr. Oetker-Trockenhefe*)
1 TL Rohrohrzucker (oder Honig / Zucker) (bei Weißmehl erforderlich, damit die Hefe genug Nahrung hat)
1 EL Sonnenblumenöl
500 g Weizenmehl (Typ 550)
2 gestr. TL Salz (Salz ist wichtig für den Hefeteig, daher die Menge nicht unterschreiten)

Ich verweise hier auf die Marke Dr. Oetker weil sie in meiner Erfahrung diejenige Trockenhefe ist, die am besten funktioniert. Mit Bioware habe ich (und nicht nur ich) keine guten Erfahrungen gemacht.

Vorteig
Das Wasser sollte lauwarm sein. Hefe in einer kleinen Dose in 100 g Wasser und den Zucker bröseln, mit einem Löffel rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. 4 EL Mehl einrühren, bis ein glatter Brei entstanden ist. Dose schließen oder eng in eine Plastiktüte stecken. 15 Minuten auf einer warmen Fensterbank o.ä. gehen lassen. Auf der Oberfläche müssen sich ein paar Blasen gebildet haben. Auf keinen Fall in einem ungeheizten Raum gehen lassen.

Hauptteig
Mehl mit Salz mischen. Alle Zutaten mit dem Vorteig in eine Rührschüssel geben und mit den Knethaken solange kneten (auf höchster Stufe), bis der Teig eine Masse ist, die nicht mehr fest am Rand klebt. Fachsprache: „Bis sich der Teig von der Schüssel löst.“ Vorsicht, auch nicht überkneten! Das heißt, wenn der Teig sich von der Wand löst, ohne größere Rückstände zu hinterlassen, nicht weiter kneten. Im folgenden Foto könnt Ihr sehen, wie der Teig im Thermomix aussieht:

Ideal zum Gehen des Teigs ist eine sogenannte Pengdose. Ersatzweise nimmt man eine Schüssel mit etwa doppeltem Volumen des Teigs, legt den Teig hinein und knetet noch einmal mit der Hand durch. Stell dir vor, der Teig ist eine Hand mit dem Handrücken nach unten. Dann knickst du die Finger (und die anderen Ränder) nach innen und drückst zusammen, dass quasi eine oben geschlossene Faust entsteht. Das wiederholst du zwei bis drei Mal. Der Teig war bei mir etwas klebrig, löst sich aber dennoch leicht von den Händen. Sonst die Hände ein ganz wenig einölen. Dann die „Faust“ aus der Schüssel heben und so umdrehen, dass die Rundung oben ist. Nochmals die Ränder unten ein wenig nach innen drücken (= einen Teig unter Spannung formen). Es liegt jetzt eine Runde Kugel Teig in der Schüssel.

Die Schüssel in eine Plastiktüte stecken. Mit Stoff abdecken ist nicht so gut! Diese Schüssel an einen warmen – aber nicht heißen – Ort stellen. Nach 45 Minuten den Teig anschauen. Er sollte sich sehr deutlich vergrößert haben (Fachsprache „bis der Teig sich verdoppelt hat“).

Nun nochmals mit der Hand durchkneten: Die Außenränder der Kugel oben in die Mitte drücken, und das von allen Seiten. Ziel: Luft rausdrücken. Die dann entstandene Kugel wieder umdrehen.

Schüssel erneut gut abdichten und weitere 15 Minuten stehen lassen.

Bei mir war der Teig zwar etwas klebrig, aber ich konnte ihn auf der Arbeitsplatte verarbeiten, ohne dass er klebte. Einen Teller auf die Waage stellen, Waage einschalten, sie zeigt „Null“. Mit den Händen ein Stück Teig von der Kugel abzupfen (oder mit einem Teigschaber abschneiden). Wiegen. So lange zupfen und zugeben, bis 100-101 g auf der Waage liegen. (Wer noch nie Teigstücke abgewogen hat, macht am besten eine dicke Rolle aus dem Teig und schneidet sie in der Mitte durch. Jedes entstandene Stück nochmals mitteln und das Ganze noch einmal – dann hat man bereits acht etwa gleiche Stücke.) Das 100-g-Teigstück auf die Arbeitsfläche geben (gut lässt sich auf Silicon arbeiten). Flachdrücken. Dann aus dem kleinen Teigstück eine kleine Kugel unter Spannung formen. Diese Kugel in die eine gebogene Handfläche setzen, die andere Hand „hohl“ darüber legen. Die Hände mit dem Teig so gegeneinander drehend bewegen, dass leichter Druck auf die Teigkugel ausgeübt wird. Nicht quetschen! Es bildet sich eine lockere Kugel, die unten einen Teigschluss hat (Fachsprache dieses Vorgangs: „Schleifen“).
Ein Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen. Ich habe ein Backblech, das nicht eingefettet werden muss und das außerdem Löcher hat. Das ist günstig zum Backen. Die kleine Teigkugel etwas länglich formen und so auf das Backblech setzen, das noch 7 weitere Kugeln auf das Blech passen (bei mir: links drei, in der Mitte versetzt zwei und rechts drei).

Mit einer Schere von oben einschneiden oder mit einem scharfen Messer einen Schnitt machen.

Locker eine Plastiktüte über die Brötchen legen.
Auf den Boden des Ofens eine feuerfeste (!) Form stellen und mit Wasser füllen. Den Ofen auf 220°C (Heißluft) oder 240° Ober- und Unterhitze vorheizen. Sobald die Temperatur erreicht ist, die Brötchen mit Wasser einsprühen (Blumenspritze, die nur für diesen Zweck verwendet wird). Notfalls mit Wasser einpinseln. Blech einschieben und Zeit auf 20 Minuten einstellen. Nach 15 Minuten Wasser in den Ofen sprühen oder nochmals schnell einpinseln, ohne sich die Hände zu verbrennen. Die Brötchen sind fertig, wenn sie hohl klingen, wenn man auf die Unterseite klopft. Eine andere Weise zu prüfen, ob die Brötchen gar sind: Wiegen. Sie müssen jetzt 10 bis 15 % weniger wiegen als die Teiglinge, also ca. 90 g.

Getreidemühle ade?

Morgen wird sich zeigen, ob ich der Getreidemühle endgültig ade sage. In den letzten Monaten habe ich viel experimentiert, die ausgetretenen Vollwertpfade verlassen. Das Gebüsch um mich herum sozusagen gerodet.

Eine 100%ige Vollwertlerin kann mich niemand mehr nennen, das gebe ich zu. Ich sehe manche Dinge heute anders als 2005-2015. Ist gekauftes Vollkornmehl wirklich schlechter als selbstgemahlenes? Ja, es ist schön Getreide selbst zu mahlen – es ist aber auch verdammt viel Arbeit. Mir fehlen einfach die Beweise dafür, dass ich einen wesentlichen Gesundheitsgewinn erreiche, wenn ich stundenlang in der Küche aste.

Mein Flocker führt schon ein kümmerliches Dasein, ich liebe gekaufte Flocken 🙂 Soeben habe ich den ersten Sauerteig mit gekauftem Roggenvollkornmehl angesetzt. Ich bin gespannt! Wenn das Brot gelingt und der Sauerteig wächst, wird auch die Mühle nicht alt in meiner Küche. Flocker, Mühle – sie nehmen Platz weg und machen Arbeit.

Ich kann mir immer noch vorstellen, dass frisch gemahlenes Mehl gesünder ist. Aber die Frage ist doch außerdem, ob der Unterschied minimal oder groß ist. Ob der Unterschied für meine Gesundheit wirklich so wesentlich ist.

Davon bin ich nicht mehr überzeugt. Vieles an der Vollwertkost ist sicher sehr gut – viel Gemüse, mehr Obst, Vollkornprodukte, Fernhalten von Fertigprodukten. Aber der Exzess, mit dem ich die Vollwertkocherei betrieben habe, überzeugt mich nicht mehr.

Ich bin nun mal so, dass ich Dinge austesten muss und das heißt: 100 Prozent machen … und dann schauen, überlegen und abwägen.

Das ist der Stand der Dinge bei mir.

Gendern im Alltag

Vor wenigen Tagen begegnete ich dem Genderwahn mal wieder im Alltag. Eric und ich wollten im Weltladen (früher: Erste- oder Dritteweltladen) eine Fußmatte kaufen. Ich stolperte quasi über ein Schild an der Tür „Bitte nur 4 Kund:innen auf einmal“. Bei sowas kriege ich selbstverständlich Brechreiz.

Ich betrat den Laden, der von Ehrenamtlichen geführt wird. Was dazu führt, dass die Mitarbeiter meist die 70 weit überschritten haben. Was soll diese Anrede, wollte ich wissen, das ist doch Quatsch!

Aber nein, die Nachrichtensprecher machen doch schon den Gender Gap (er sagte: „… verwenden Verbraucher….innnen“). Ja, und? war meine Gegenfrage, das ist doch Humbug. Er wandt sich. „Nun ja, daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen!“

Das ist so ein Satz, da geht mir echt die Hutschnur hoch. Diese sprachenfremde Genderisierung ist nicht in irgendeinem Gesetz verordnet, sondern entspringt den Hirnen von Menschen, die Sprache nicht verstehen. Und wird dann von Mitläufern mitgetragen, die sich „nicht blamieren“ oder „modern“ sein wollen oder behaupte, dass ihre Karriere es verlangt.

Es gibt Dinge, an die muss ich mich gewöhnen, auch wenn es mir schwerfällt. Das sind Preiserhöhungen, Verordnungen, die mir nicht sinnvoll erscheinen und einiges andere mehr. Aber an etwas, das mir nicht vorgeschrieben wird, sondern nur von Dummen (sorry!) durchgesetzt werden soll, muss ich mich weder gewöhnen noch mich an sie anpassen.

Mitläufer sein ist schlimm genug, und ich dachte, in diesem Land wüsste man davon genug. Aber offensichtlich ist der vorauseilende Gehorsam fest in der deutschen Seele verankert. Selbst dann, wenn es nichts kostet, Widerstand zu leisten. 🙂