Das Rezept für Lecker-Kuchen

Kokos-Rhabarberkuchen

1 Springform 26 cm

  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • 2 Eier
  • 175 g Rohrohrzucker
  • 1 TL Vanillekonzentrat
  • 225 g Weizenmehl 1050
  • 100 g Weizenmehl 550
  • 1 P Weinsteinbackpulver
  • 1 Prise Salz

Belag

  • 300 g Rhabarber
  • 1 Ei
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 50 g Kokosraspel

Inhalt der Dose in eine kleine Kunststoffdose geben, durchrühren und 1 Min. bei 440 Watt in der Mikrowelle erwärmen.

2 Eier mit dem Zucker schaumig rühren (Handrührgerät), Vanillekonzentrat unterrühren. Erwärmte (aber nicht heiße) Kokosmilch einarbeiten. Trockene Zutaten mischen und einrühren. Den Boden einer Springform mit Backpapier überspannen und den Teig darauf verteilen.

Für den Belag den Rhabarber in Stücke schneiden und auf den Teig legen.

Ei mit Zucker schaumig schlagen, Kokosraspeln unterrühren. So gut es geht, auf dem Rhabarber verteilen.

Form in den auf 160°C (Heißluft) vorgewärmten Ofen schieben und 55 Min. backen.

Ernährungsexpertise beim Weihnachtsbacken

Sondermeldung

Heute Morgen schlug ich die Tageszeitung (Remscheider Generalanzeiger) auf und bald verschlug es mir den Atem. Die Autorin H. wird als Ernährungsexpertin vorgestellt und gibt Tipps zum Backen. Ich habe ihr daraufhin spontan eine Email geschickt, weil ich das so einfach nicht stehen lassen konnte:

Guten Morgen Frau H.,

mit Erstaunen habe ich heute Morgen Ihre Kolumne zu leichten Plätzchen gelesen.

Woher haben Sie die Dinge, die Sie dort vertreten? Aus praktischer Erfahrung sicher nicht, so wie sich das liest. Leider ist es so, dass viele angebliche Ernährungserkenntnisse unüberprüft weitergegeben werden.

1. „Das (Backen mit …Öl statt mit Butter/Margarine) klappt bei Rührteigen … beim Mürbeteig hingegen gar nicht.“
Das stimmt so einfach nicht! Wenn Sie die Gewichtsverhältnisse richtig ausloten, bekommen Sie phantastische Mürbeteige. Ich verweise hier gerne auf meine Website.

2. Sie schreiben „Auch beim Mehl können Sie auf eine gesunde Mischung [von Vollkorn- und Auszugsmehl] achten und einige Teile von Weizenmehl durch Vollkorn- oder Dinkelmehl ersetzen“. Nicht nur ich backe seit vielen Jahren ausschließlich mit Vollkornmehl. Leider verrät schon die Formulierung „Vollkorn- oder Dinkelmehl“ Unkenntnis. Die Bezeichnung „Vollkornmehl“ umfasst sämtliche Getreide, egal ob Weizen oder Dinkel – und viele andere mehr; Dinkelmehl kann genauso gut ein Auszugsmehl sein wie ein Weizenauszugsmehl. Vollkorn heißt: Es ist das ganze Korn vorhanden, egal von welchem Korn; Dinkel ist eine Sortenbezeichnung.

3. Bei feinen Gebäcken eignet sich Ihrer Meinung nach Vollkornmehl nicht, weil im Auszugsmehl Gluten ist? Ja, glauben Sie denn, im Vollkornmehl ist kein Gluten? Woher soll das Gluten im Auszugsmehl denn kommen? Das Mehl 405 ist nur ein armer Rest vom vollen Korn, bei der Herstellung wurde kein Gluten zugesetzt. Gluten kommt aus dem ehemals vollen Korn!
Da widersprechen Sie sich allerdings in den nächsten Zeilen selbst, weil Sie dem Weizenvollkornmehl Gluten zusprechen. Fragen Sie mal einen Allergiker, der wird Ihnen gerne erklären, wo noch überall Gluten enthalten ist! Für Ihre feinen Teig empfehle ich übrigens Einkorn, fein gemahlen aus dem ganzen Korn. Das gibt Vanillekipferl, dass sich, wer gerne isst, die Finger danach schleckt.

4. „Wird dem Mehl Wasser zugegeben, bildet Gluten eine elastische Masse und hat für die Backeigenschaften von Mehl somit eine zentrale Bedeutung.“ Die Wassergabe alleine reicht keineswegs aus, um die Wirkung von Gluten zu erzeugen. Kräftiges Kneten ist ebenfalls angesagt. Das wird Ihnen gerne jeder bestätigen, der schon einmal einen Kuchen gebacken hat, egal aus welchem Mehl.

5. Und wieder folgt eine Verwirrung von Begriffen „Weizen- und Vollkornmehl“. Das ist so als wenn Sie sagen „Bier und alkoholische Getränke“.

6. Letzter Satz: „Bei vielen Rezepten können Sie außerdem statt normaler Butter Joghurtbutter oder Diätmargarine nehmen.“ Ihr Satz verrät es schon: Joghurtbutter ist unnormale Butter 🙂 Und Diätmargarine, öhm, haben Sie sich schon einmal mit der Herstellung von Margarine beschäftigt? Dann Margarine, und auch noch gepanschte, zu empfehlen, ist ein Hohn auf die Gesundheit.

Meinen Brief an Sie werde ich in meinen Blog setzen. Ich bin gespannt, was meine Leser dazu sagen.

Danke fürs Lesen.
Frohe Festtage & Gruß
Ute-Marion Wilkesmann

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Zu diesem Beitrag gab es 6 Jahre (!) später eine Fortsetzung. Die findet Ihr: hier