Backen vor dem Umzug

30. Juli 2014

30. Juli 2014: Rezept Pfannenbrötchen

Der Umzug bedingte, dass ich meinen Herd/Ofen schon drei Wochen vor dem Umzug verkauft hatte. Macht ja nix – ich habe ja eine Induktionsplatte. Brot hatte ich auf Vorrat gebacken und eingefroren. Aber dann dachte ich: Jetzt habe ich endlich mal die Gelegenheit, etwas auszuprobieren, was ich schon seit Jahren mal machen wollte – Brötchen in der Pfanne backen. Gesagt, getan – und sie sind lecker geworden. Und das heißt, ich werde sie euch nicht vorenthalten. Wer weiß, wer bald in Urlaub fährt und keinen Backofen vorfindet :-)

Dabei habe ich dann auch gleich eine Reiscreme ohne Vitamix ausprobiert – es geht auch so!

Maulige Bärenbrötchen aus der Pfanne

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Reiscreme

  • 25 g Naturreis
  • 25 g Cashewnüsse
  • 1 Prise Salz
  • 40 g Honig
  • 175 g Wasser

Teig:

  • 200 g Dinkel
  • 5 g Trockenhefe (etwa 1/2 Päckchen)
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 20 g Honig
  • 125 g Reiscreme (s.o.)
  • 20 g Wasser
  • 25 g schwarze Maulbeeren (oder Rosinen o.ä.)

Reis in der Mühle, Cashewnüsse im Magic fein mahlen. Mit den anderen Reiscremezutaten in einem Topf aufkochene lassen. Rühren oder warten, bis die Masse nicht mehr kochend heiß ist. 150 g im Magic, flaches Messer, schlagen. Dann ist die Masse fast zu glatt wie aus dem Vitamix.

Dinkel fein mahlen. mit den anderen Zutaten (Wasser erst nach und nach zugeben) außer den Maulbeeren gründlich verkneten. Der Teig ist etwas feucht. Zu einer Kugel unter Spannung formen,

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in einer abgedeckten Schüssel 30 Minuten gehen lassen.

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Maulbeeren unterkneten

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und nochmals 30 Minuten gehen lassen.

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Durchkneten, in 6 gleichmäßige Teiglinge schneiden (je etwa 62-68 g) und mit Hilfe von Streumehl zu flachen Brötchen formen.

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Mit Mehl bestäuben und unter Folie mit Handtuch 15 Min. gehen lassen.

Eine 24 cm-Pfanne mit wenigen Tropfen Öl bestreichen, auf 15 (von 15) erhitzen. Teiglinge nebeneinander in die Pfanne setzen, Deckel auflegen

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und auf jeder Seite bei Stufe 6 (von 15) 7 Min. und dann auf Stufe 4 (von 15) nochmals 7 Min. braten.

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Ich fand sie erstaunlich locker!

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Sanfte Titel – Fortsetzung

29. Juli 2014

29. Juli 2014: Musik für den Sommer, Teil 2

Auch dieser Titel gefällt mir gut…

Terra Incognita von Michel Pépé 

Pépé ist Franzose, in Wikipedia steht nichts über ihn. Wer des Französischen mächtig ist, kann auf seiner Webseite über ihn nachlesen: hier

Erzeuger oder Händler?

28. Juli 2014

28. Juli 2014: Ein Appell an meine Leser

Der Trend in der Vollwertkost geht zum Großhandel. Grauenhaft. Warum ist das so? Das ist Bequemlichkeit und Sparsamkeit an der falschen Stelle, so meine Meinung.

Gerade letztlich berichtete mir eine Leserin, dass sie früher von einem benachbarten Bauern Getreide gekauft hat, wunderbar keimenden Nackthafer. Nun muss sie ihr Getreide bei einer größeren Mühle kaufen, denn der Bauer hat wegen Rückgängen beim Getreideverkauf den Anbau eingestellt. Die Keimfähigkeit des Getreides von der Mühle (verschiedene Bauern aus der Region beliefern sie) ist schlecht.

Ich sehe in der Biobewegung durch die vielen Veganer, denen in vielen Fällen leider die Lebensmittelqualität an sich völlig egal ist, und das “hipp” sein von bio, eine große Gefahr für die Vollwertigkeit unseres Essens.

Wieso das? wird der eine oder andere sich fragen. Je beliebter die Vollwertkost wird, umso besser für uns. Jetzt gibt es schon richtig preiswertes Getreide beim dm, bei dennree, bei Davert.

Dazu verweise ich noch einmal auf den Gastbeitrag zu dem Nackthafer von Davert. Genau dahin geht der Trend, das ist nämlich derselbe, der zur Einführung des Auszugsmehls geführt hat: Massenherstellung muss sein, Lagerfähigkeit muss erhöht werden usw. Aus der Perspektive des Handels völlig nachvollziehbar. Wichtig ist großer Ausstoß, guter Verkauf. Ich nehme das dem Handel nicht übel.

Habt ihr denn alle schon vergessen, wie Auszugsmehl zustande kam? Und genau derselbe Weg steht uns bevor, wenn dieser Trend sich fortsetzt.

Jeder, der sein Getreide nicht vom Erzeuger selbst kauft, macht sich schuldig. Ja, ich formuliere das so hart. In 30 Jahren reuig zurückzuschauen und zu sagen: Meine Güte, es gibt überhaupt kein keimfähiges Getreide mehr! hilft dann nicht.

Mein Bioladen kauft das lose Getreide bei einem Demeterbauern. Wie lange wird das noch sein?

Gut, Getreide beim Erzeuger ist nicht immer billiger, ist anfälliger für Befall (auch Mehlmotten essen lieber gutes Getreide), kostet Porto und belastet die Umwelt durch Transporte. Vor allem das letzte Argument ist ein wenig lächerlich, denn nur weil ich zu Fuß zum dm gehe, kriegt der seine Lieferung trotzdem nicht mit Handkarren serviert.

Und wer sich drei Pullover zur Auswahl vom Versand schicken lässt schon in dem sicheren Wissen, dass er ja nur einen behalten will, dann aber sagt: Nein, das Getreide mit der Post ins Haus liefern lassen, das ist umweltschädlich, hat das meiner Ansicht nach mit der Umwelt nicht ganz verstanden :razz:

Sauerteig und Stützcreme

27. Juli 2014

27. Juli 2014: Ein neues Brot

Die Stützcreme wird ja hier im Vollwertnetzwerk und deren Lesern eifrig verwendet. Ich nehme sie besonders gerne für Rührkuchen, Muffinluff hat sehr viel mehr mit Hefeteig gearbeitet. Nun dachte ich: Wie wär’s denn mal mit einem Sauerteigbrot? Das heißt auf Risiko spielen…. aber auch das war ein Erfolg! Eric, der nichts vom Experiment wusste, wurde befragt. Im Blindversuch – er meinte, das Brot sei irgendwie in der “texture” noch schöner gewesen als sonst, “springy somehow, but not too much”. Ahhhh gut :-) Außerdem beschleunigte sie wohl das Gehen des Teigs, denn sonst brauche ich als Gehzeit bei 1/4 Würfel Hefe 2 Stunden – diesmal reicht 60 Minuten und im Ofen ging es auch noch weiter.

Erst einmal zu der von mir verwendeten Stützcreme. Es muss nicht diese sein; wer die Mungbohnen weglässt, kann den Honig auf 25 g und das Wasser auf 350 g reduzieren.

Herbe Stützcreme

Im Vitamix zum Stocken schlagen (ca. 4 Min.):

  • 100 g Sonnenblumenkerne
  • 50 g Naturreis
  • 25 g Mungbohnen
  • 50 g Honig
  • 400 g heißes Leitungswasser

Sauerteigbrot mit Stützcreme

scheibe

Stufe 1 (12 Stunden vorher):

  • 500 g Roggen
  • 500 g Wasser
  • 150 g Sauerteig

Roggen fein mahlen, mit Wasser und altem Sauerteig mischen. In einer Plastiktüte ca. 12 Stunden stehen lassen. 150 g von der Stufe 1 abnehmen und in einem gut schließenden Schraubglas in den Kühlschrank stellen für das nächste Backen.

Stufe 2 (Backen, bei mir ein Morgen)

  • 1/4 Würfel frische Hefe (10 g)
  • 160 g lauwarmes Wasser
  • 100 g Roggen
  • 200 g Dinkel
  • 1 EL Bode Brotgewürz
  • 1 gestr. EL Salz
  • 100 g Herbe Stützcreme (s.o.)
  • 75 g Sonnenblumenkerne
  • 1000 g Sauerteigansatz
  • 15 g Butter für die Form

Hefe im Wasser auflösen. Getreide mischen, fein mahlen. Mit Salz, Brotgewürz und Sonnenblumenkernen mischen. Mit Hefewasser und Stützcreme zum Sauerteig geben und mit einem großen Löffel gründlich verrühren, bis kein Mehl mehr sichtbar ist. Eine 30-cm-Brotform, Profi-Email von Dr. Oetker, einfetten. Teig hineingeben, mit der nassen Hand herunterdrücken und glattstreichen. Mit einem scharfen Messer mehrmals schräg einschneiden. Form in eine große Plastiktüte geben und 60 Minuten gehen lassen.

Ofen 15 Min. vorheizen auf 230 °C (Heißluft), 10 Min. bei 230°C, 45 Min. bei 200 °C backen.

brot

Eine neue Scheußlichkeit

26. Juli 2014

26. Juli 2014: Tolle Backrezepte mit… Proteinpulver

Vielleicht ist dieses Pülverchen ja nur für mich neu und für den einen oder anderen schon eine bekannte Gruseltat ;-) Ich entdeckte es letztlich in Chefkoch-Rezepten

Proteinpulver

Das klingt schon so lecker, was? Dass Body Builder alles Mögliche essen, um übernatürliche Muskeln anzusetzen und dabei gleichzeitig ihre Gesundheit zu ruinieren, ist ja bekannt.

Liest man sich im Internet um, ist Proteinpulver – vor allem Whey Protein (Molkenprotein) – der Stein der Weisen in Sachen Eiweißversorgung. Mir schaudert…. ein aus der Molke gefiltertes Protein. Natürlich kann ich unter Molke (bereits ein Extrakt) vermutlich nicht einfach einen Haushaltsfilter hängen und dann bleibt das urgh-leckere Protein im Sieb zurück, das ich dann noch trockne.

In den Massen, in denen das verkauft wird, kann ich davon ausgehen, dass die Herstellung ein ganz klein wenig industrialisierter vor sich geht :twisted:

Ich zitiere mal eine Werbung: “Hochwertig, lecker und preiswert. Mit 92-95% Eiweiß ideal für Muskelaufbau geeignet”.

Was ich jetzt aber den absoluten Hammer finde, ist, dass jetzt schon damit gebacken wird… so ganz normale Kuchen und Plätzchen. Zu finden bei Chefkoch in reicher Zahl, vermutlich auch an anderen Stellen. Die Pülverchen gibt’s auch in Vanille und Erdbeergeschmack. Völlig natürlich selbstverständlich, und daher sind damit hergestellte Süßwaren auch besonders gesund.

Mein Lieblingsrezept sind die Erdbeer-Küsse in Chefkoch: Eine Mixtur köstlichster Dinge, die an keinem Baum, in keinem Beet wachsen (hier).

Bedenkt man, dass so ein Kilogramm Proteinpulver etwa 15 Euro kostet…. da sind die gestiegenen Dinkelpreise ja nix gegen.

Wer erfindet eigentlich solche Abartigkeiten? Ich habe so auf die Schnelle nichts zur Herstellung gefunden, könnte mir aber vorstellen, dass es sich hier einmal wieder mehr um ein “veredeltes” Abfallprodukt handelt, bei dem gesundheitsbewusste Nixwisser begeistert zuschlagen.

Immerhin… selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, nicht unbedingt bekannt für ihre industriefeindliche Einstellung, äußert Kritik an den Pülverchen – wenn ich dann in diesem Fall Wikipedia (hier) glauben darf.

Ein Gast-Märchen (Teil 2 von 2)

25. Juli 2014

25. Juli 2014: Vollwertmärchen Teil 2 von 2 (Gastbeitrag)

Dann, nachdem die Frau eine lange Zeit innerlich sehr gelitten hatte, kam ihr ein Einfall.

Sie sprach zu ihrem Mann: „Wenn dir ein Mensch begegnete, der dir glaubhaft versicherte, dass es einen Weg gäbe, die Krankheit zu heilen, der dir sagte, dass es ganz einfach sei, dass du nur ein Pulver kaufen müsstest, das du drei Monate lang dreimal täglich in Wasser auflösen und trinken müsstest, dass du nichts weiter zu tun hättest, dass die Wirkung des Mittels in vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen worden wäre und dass die Krankenkasse alle Kosten übernähme – würdest du dem Pulver eine Chance geben …?“

Der Mann dachte nur kurz darüber nach. Diese Möglichkeit hörte sich mehr als verlockend an. Wer würde da nicht sofort zugreifen? Wenn medizinische Forscher solch ein Mittel entdeckt und erforscht hätten, wenn sie Studien zu seiner Wirksamkeit gemacht hätten, wenn es sogar die Krankenkasse überzeugt hätte und sie die Kosten übernähme – warum sollte man es dann nicht probieren?
Er nickte und antwortete: „Ja, natürlich, warum nicht? Ich wäre froh, wieder ohne die Krankheit leben zu können! Ist ein neues Mittel entwickelt worden?“
Die Frau bekam ein trauriges Gesicht. „Nein“, gestand sie. „Es ist kein neues Mittel entwickelt worden.“
„Warum sagst du dann so etwas und machst mir Hoffnung?“, forderte der Mann zu erfahren.

„Ich habe noch eine Frage an dich“, entgegnete die Frau statt einer Antwort. „Wenn dir ein Mensch begegnete, der dir glaubhaft versicherte, dass es einen Weg gäbe, die Krankheit zu heilen, der dir sagte, dass es ganz einfach sei, dass du nur anfangen müsstest, dich anders zu ernähren, dass dir viele neue Wege des Genusses offen stünden, und dass du eine ganz neue Welt des Geschmacks kennenlernen würdest, der dir dazu sagen würde, dass du auf bestimmte Dinge, die dir lieb geworden sind, an die du dich gewöhnt hast und die du nicht gerne aufgeben würdest, zwar verzichten müsstest, dass du aber nach einer gewissen Zeit wieder völlig beschwerdefrei sein würdest, die Krankheit nicht länger dein Leben bestimmen würde und sie es nie wieder tun würde, vorausgesetzt, du bliebest bei dieser Ernährung, wenn er dir dazu auch noch riete, ein wenig mehr Sport zu treiben und er dir von den vielen Menschen berichtete, denen dieser Weg bereits geholfen hat, viele, viele Krankheiten, nicht nur die, die dich plagt, zu besiegen – würdest du diesem Menschen … Gehör schenken?“

Sie blickte ihn mit Tränen in den Augen an und konnte an seinem Gesicht ablesen, wie es in ihm arbeitete. Er dachte sehr lange nach und sprach kein Wort. Dann wandte er sich ab und ging davon.

Die Frau blieb allein zurück und war nun noch unglücklicher. Sie hatte geahnt, dass auch dieser Weg der falsche sein würde, ihren Mann, für den sie sich nichts sehnlicher wünschte, als dass die Krankheit von ihm ablassen würde, dazu zu bringen, von dieser Möglichkeit, an die sie fest glaubte, zu überzeugen. Zuvor hatte sie ihm bereits ein kleines, fast unscheinbares Büchlein geschenkt, in welchem lauter simple Dinge standen, die doch eigentlich jedem Menschen klar sein sollten. Doch gab es in der Zeit, da das Paar lebte, nicht mehr viele Menschen, denen diese Dinge klar waren, weil sie ihnen aberzogen worden waren. Die allermeisten Menschen dachten über solche Dinge nicht mehr nach. Sie ließen das Nachdenken über ihren Körper und ihre Ernährung von anderen erledigen, damit sie den Kopf frei und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens hatten, für die Vergnügen, denen sie nachgingen.

Die Frau ging in ihr Zimmer, setzte sich an den Tisch, nahm sich ein Blatt Papier und eine Schreibfeder. Mit ordentlichen, schön geschwungenen Buchstaben fing sie an eine Geschichte zu schreiben. Ihr nehmt nun – völlig zurecht – an, dass das Märchen hier zu Ende sei und wollt Euch beschweren. Denn Märchen gehen ja immer gut aus, nicht wahr?

Nun, das wäre kein Märchen, wenn es schlecht ausginge oder auch nur unbefriedigend für einen der beiden doch irgendwie ein bisschen netten Helden. Und schließlich lieben sie sich ja auch so sehr und der Liebe sollte doch nichts im Weg stehen, wenn schon die Helden selber vielleicht in der Geschichte eher blass bleiben. Gut, ich will Euch das Happy End nicht vorenthalten:

Einige Stunden später tat der Frau vom vielen Schreiben die Hand weh. Sie wollte in den Garten gehen, um sich im Liegestuhl zu entspannen, wollte die friedliche, duftende und summende Natur um sie herum das Ihre tun lassen, um die Traurigkeit dieses Tages von ihr zu nehmen. Als sie die Tür öffnete und nach draußen trat, erblickte sie dort in dem Liegestuhl neben dem ihren – ihren Mann. Er hielt ein kleines Büchlein in der Hand, und sie bemerkte, dass er es fast durchgelesen hatte. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ihr Mann blickte auf und wurde ihrer gewahr. Auch er lächelte ein wenig, wenngleich in diesem Lächeln außer Zuversicht auch ein wenig Skepsis lag.
„Denkst du, es kann schaden es auszuprobieren?“, fragte er leise. Die Frau schüttelte vehement den Kopf. „Dann zeig mir, wie es geht. Und hilf mir. Bitte.“

Ein Gast-Märchen (Teil 1 von 2)

24. Juli 2014

24. Juli 2014:  Ein Vollwertmärchen in 2 Teilen: Teil 1 (Gastbeitrag)

Märchen von einem, der auszog gesund zu werden

Es war einmal … So beginnen Märchen. Und dies ist ein Märchen. Denn Märchen gehen für die Helden immer gut aus. Das Leben schreibt andere Geschichten.

Es war einmal ein glückliches Paar. Zumindest war es meist glücklich, denn sogar im Märchen gibt es hin und wieder Fälle, in denen das verliebte Paar höchst unzufrieden mit- oder gar sehr ärgerlich aufeinander ist. Das macht aber nichts, denn so ein Paar lässt sich für gewöhnlich nicht durch ein paar kleine Widrigkeiten trennen (und im Märchen schon gar nicht!) – sie machen sie sogar stärker.

Eines Tages erkrankte der Mann. Er ging zum Arzt. Dieser führte verschiedene Untersuchungen durch und setzte schließlich eine gewichtige Miene auf; er schaute ein wenig mitfühlend und auch sehr wissend, denn er war ein studierter Mensch und kannte sich in seinem Metier sehr gut aus. Er wusste alles über diese Krankheit, was das Studium an einer angesehenen Universität ihm nur hatte beibringen können. Mit Fug und Recht konnte er von sich behaupten, er sei Experte auf dem Gebiet der menschlichen Gesundheit.

Mit seiner gewichtigen Miene setzte er nun zu einer Erklärung für seinen Patienten an: „Tja. Nun muss ich Ihnen leider die traurige Mitteilung machen, dass die Krankheit, die Sie befallen hat, unheilbar ist. Sie haben mir ja auch gesagt, dass schon andere Familienmitglieder vor Ihnen daran litten. Es ist ganz eindeutig so, dass Sie nur ein weiterer Fall in dieser Reihe sind. Sie werden lernen müssen, mit der Krankheit zu leben, denn sie wird Sie den Rest Ihres Lebens begleiten.“

Der Mann machte ein erschrockenes Gesicht. Aber eigentlich hatte er so etwas schon befürchtet. Trotzdem war es ein Schock, diese Nachricht direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen!

Der Arzt lächelte milde; er wusste aus Erfahrung, dass die unwissenden Patienten anfangs immer geschockt reagierten. Sie wussten ja nicht, was er wusste; dass nämlich die Krankheit sehr gut in den Griff zu bekommen war. Es bedurfte lediglich der Einnahme einer bestimmten Medizin. Auch das würde fortan für den Mann ein Teil des Lebens sein – aber es war doch nur ein kleines Übel, das in Kauf zu nehmen sich lohnte. Denn immerhin konnte man dadurch beinahe so wie vor der Krankheit weiterleben!

Er klärte seinen Patienten also auf und dem Mann fiel ein Stein vom Herzen. Nur ein kleiner natürlich, denn er wusste auch etwas – zum Beispiel von vielen anderen Menschen mit derselben Krankheit, bei denen es nicht mehr reichte, die Medizin als Tablette einzunehmen. Irgendwann käme der Tag, an dem er würde beginnen müssen, sich Spritzen zu geben.

Er sprach den Arzt darauf an. Da dieser ein sehr ehrlicher Mensch war, der sein Gegenüber nicht im Unklaren lassen wollte, gab er zu, dass er nicht dafür garantieren könne, dass es nicht so käme und auch noch, dass er nicht sagen könne, wieviel Zeit bis dahin vergehen würde.

Der Mann fügte sich also in sein Schicksal. Was blieb ihm auch anderes übrig?

Seufzend erhob sich von dem bequemen Stuhl, in dem er das Gespräch mit dem Arzt geführt hatte. Er schüttelte dem Mediziner die Hand und bedankte sich. Für einen kurzen, einen sehr kurzen Moment, schoss ihm die Frage durch den Kopf, wofür er sich eigentlich bedankte. Doch der Gedanke war sofort wieder verloren, denn im selben Augenblick sagte der Arzt: „Meine Helferin wird Ihnen noch ein Rezept ausschreiben. Halten Sie sich peinlich genau an die Einnahmeempfehlung! Dann wird es Ihnen gut gehen und Sie können unbeschwert weiterleben.“ Er lächelte zur Verabschiedung und nahm sich vom Tisch seiner Helferin die nächste Krankenakte, um zu sehen, wem er als nächstes helfen konnte.

Sehr traurig ging der Mann nach Hause, wo die Frau, die den Mann – wir erinnern uns an den Beginn des Märchens – ja sehr liebte (denn das musste sie, sonst wäre sie nicht glücklich mit ihm gewesen), sehr bang wartete.

Sie getraute sich nicht nachzufragen, aber das war auch nicht nötig, denn das Gesicht ihres Mannes sprach Bände. Das Herz wurde ihr schwer vor Kummer, denn auch sie wusste etwas über die Krankheit, die ihr Mann schon vermutet hatte, bevor er zum Arzt gegangen war. Die Krankheit würde nicht die einzige bleiben. Viele schlimme Folgen würde sie noch haben, und die Medizinforschung würde dafür sorgen, dass er ein langes Leben, erfüllt mit Krankheit und Medikamenten, haben würde.

Die Frau wurde noch trauriger als der Mann, denn die Frau wusste noch mehr. Doch ihr war klar, dass ihr Mann ihr niemals zuhören würde, wenn sie versuchte, dieses Wissen mit ihm zu teilen. Ganz zu schweigen davon, ob er überhaupt die Möglichkeit in Betracht ziehen würde, dass die Frau mit ihrem Wissen recht haben könnte, und gar nicht zu reden davon, ob er dieser Möglichkeit eine Chance geben würde!

Die Frau war tieftraurig und wusste sich nicht zu helfen, denn sie wollte keinen Streit mit ihrem Mann. Doch ihre Meinungen in dieser Sache waren ganz und gar gegensätzlich, und es würde es auf einen Streit hinauslaufen.

Teil 2 könnt Ihr morgen lesen.

Mal wieder Pizza

23. Juli 2014

23. Juli 2014: Pizza mit viel Bohnen

Das war die letzte Pizza vor dem Umzug. Dann kam der Ofen zum Verkauf in Ebay… Diese Pizza lässt sich auch gut für Gäste vorbereiten, die Soßen können genau wie die Bohnen schon am Vortag zubereitet werden, der Teig steht ruhig im Kühlschrank. Diese Pizza ist etwas für Freunde des etwas dickeren Teiges!

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Gebohnerte Pizza

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Teig:

  • 125 g Dinkel
  • 10 g Nackthafer
  • 1 gute Prise Salz
  • 1/4 Würfel Bio-Hefe (10 g)
  • 50 g Wasser
  • 50 g Bohnenstützcreme süß (siehe vergangenen Mittwoch, oder eine andere Stützcreme)
  • 10 g Wasser (je nach Wassergehalt der Stützcreme mehr oder weniger)

Bohnen:

  • 50 g Wasser
  • 430 g Salatbohnen (netto, d.h. ohne die kleinen Enden)

Tomatensoße:

  • 4 getr. Tomaten (15 g)
  • 20 g Bohnenstützcreme süß (oder eine andere Stützcreme)
  • 25 g weiße Bohnen
  • 5 g Essigpeperoni
  • 1 gestr. TL Salz
  • 1 Prise schw. Pfeffer
  • 50 g Wasser

Weiterer Belag:

  • 125 g gekochte Salatbohnen (s.o.)
  • 1 Knoblauchzehe, abgehogen und in feine Scheiben geschnitten

Weiße Soße:

  • 75 g gekochte weiße Bohnen
  • 20 g Bohnenstützcreme süß (oder eine andere Stützcreme)
  • 1 gestr. TL Salz (3-5 g, je nach Löffel und Geschmack)
  • 10-15 g Zitronensaft
  • 10 g Olivenöl
  • 50 g Wasser

Dinkel und Hafer fein mahlen, mit dem Salz mischen. Hefe in 50 g Wasser auflösen. Mit der Bohnenstützcreme zum Getreide geben, noch 10 g Wasser hinzufügen (lieber ohne anfangen) und gründlich zu einem leicht klebrigen Teig kneten, der sich zwar nicht ganz von den Fingern, aber von der Pengschüsselwand löst. Zu einer Kugel unter Spannung formen und mit etwas Mehl bestreuen.

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Dose mit dem Deckel schließen, in eine Plastiktüte geben und 2 bis 2 1/4 Stunden in den Kühlschrank setzen.

Wasser und Bohnen (je nach Pfannengröße halbiert oder geviertelt) als Gemüsepfanne 11 Min. garen. Die Bohnen waren dann bei mir weich, aber noch ein wenig “bissfest”. Die übrig bleibenden Bohnen habe ich in den nächsten Tagen zu meinem gemischten Salat gegeben.

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Teig durchkneten, zu einer Kugel unter Spannung formen und 45 Min. in einer geschlossenen (Peng-)Dose gehen lassen. Nochmals durchkneten. Eine 24-cm-Pizzaform einfetten (z.B. mit Butter). Den Teig in die Mitte geben und gleichmäßig nach außen drücken, bis ein kleiner Rand hochsteht.

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Den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen.

Alle Zutaten für die Tomatensoße im Vitamix gründlich verquirlen. Wer keinen Vitamix hat, weicht die getrockneten Tomaten ein paar Stunden in dem Wasser ein und mixt dann in einem anderen Mixer. Die Tomatensoße mit einem Spatel gleichmäßig auf dem Boden verteilen.

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Die gekochten Salatbohnen eng aneinander auf die Soße legen

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und mit dem Knoblauch bestreuen.

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Die Zutaten für die weiße Soße im Magic gut verquirlen. Ofen auf 225 °C (Heißluft) stellen und warten, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist (bei mir ca. 12 Min.). In dieser Zeit kann der Hefeteig noch gehen. Die weiße Soße gleichmäßig über die Salatbohnen verteilen.

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In den heißen Ofen schieben und 20 Min. bei 225°C backen.

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Ein paar sanfte Titel

22. Juli 2014

22. Juli 2014: Musik für den Sommer, Teil 1

Bei meinen Streifzügen durch YouTube habe ich gleich mehrere Titel entdeckt, die mir gut gefallen, nicht fordern sind – aber auch nicht eintönig.

Heute stelle ich euch den ersten davon vor: Solitude von GIOVANNI MARRADI 

In der englischen Wikipedia hat er einen kleinen Eintrag: hier; eine eigene Webseite hat er ebenfalls: hier

Vitamin B12 noch einmal

21. Juli 2014

21. Juli 2014: Meine Erfahrung mit Vitamin B12 (Fortsetzung)

Wie der eine oder andere sich vielleicht noch erinnert, hatte ich vor einigen Monaten begonnen, Vitamin B12-Tabletten zu nehmen – haben ja keine Nebenwirkungen, da wasserlöslich, alles, was zu viel eingenommen wird, kann über den Urin ausgeschieden werden. Ich nahm ratiopharm-Tabletten mit 10 µg Vitamin D3.

Anfangs haben mir die Tabletten wirklich gut geholfen, das kann ich nicht anders sagen. Mein Schlaf wurde besser, einige andere Dinge auch. Nach etwa 4 Monaten war die Wirkung aber irgendwie … nicht mehr da. Lag’s an dem vermehrten Stress? Dann fiel mir wieder das Methylcobalamin ein. Das ist ja vom Körper direkt aufnehmbar. Ich habe mir daher Tabletten (Kapseln) zu je 1000 µg Methylcobalamin gekauft. Erst sah ich keinen Zusammenhang, aber nach etwa zwei Wochen fiel mir auf, dass ich immer schlechter schlief und unter starkem Herzrasen litt. Meine Güte, gesund essen und jetzt steht der Infarkt vor der Tür? Einen Zusammenhang habe ich erst nicht gesehen.

Ich habe also diese Hammerkapseln wieder abgesetzt und nach etwa 10 Tagen war auch mein Herzschlag wieder normal. Soweit zu “das hat keine Nebenwirkungen, weil wasserlöslich”.

Was werde ich nun in Zukunft tun? Erst einmal gar nichts. In einem Jahr etwa werde ich mir wieder eine kleine Kur der schwachen Tabletten gönnen. Und noch einmal vergleichen. Die superstarken Tabletten sind wohl eher für Leute geeignet, die Vitamin B12 gar nicht speichern können, ist mein laienhafter Schluss. Ich kann ja aufgrund fehlender Vergleiche wirklich nur mein eigenes Beispiel aufführen, das also ACHTUNG – keine allgemeine Aussage sein soll!


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